100 Tonnen Stahlgerüst im Hofwiesenbad
Kathrin Leißner vom Amt für Hochbau und Liegenschaften, Architekt Mario Bürger und Elstertal Infraprojekt-Geschäftsführer Bertram Koch statten den Großbaustelle Hofwiesenbad einen Besuch ab. Foto: Jens Lohse
Von Jens Lohse
Gera (NG). Das Geraer Hofwiesenbad ist momentan eine besondere Baustelle. „Das hat was von einer Kathedrale. Das sind Bilder, die Sie die nächsten 50 Jahre nicht sehen werden", meinte Mario Bürger, Architekt und Geschäftsführer des Planungsbüros eww Architekten & Ingenieure vor der Baustellenbesichtigung von Presseleuten. Das Büro ist für die Ausführung der 3,2 Mio Euro teuren Dachsanierung der Schwimmhalle der Elsterstadt zuständig. Die Photovoltaikanlage ist in den Kosten noch nicht inbegriffen. Die Arbeiten sind in vollem Gange. Ein riesiges Gerüst füllt Schwimm- und Sprungbecken und steht dabei mitten im Wasser. Das Becken wurde nicht entleert, sondern aktiv miteinbezogen. So soll vermieden werden, dass sich Fliesen verziehen, die Technik bei der Wiederinbetriebnahme versagt. „Der ausgeflieste Beckenkörper wird in seinem bauphysikalischen Milieu gehalten und das Risiko von Fliesenschäden beim Ablassen des Wassers minimiert. Außerden muss so die Pumpentechnik nicht außer Betrieb genommen werden und kann stetig auf Minimallast fahren", erklärte Mario Bürger mit dem entsprechenden Fachwissen und lobt die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. „Wir arbeiten hier nicht nur für, sondern auch mit der Stadt Gera", sagte er.
Die beiden Becken beinhalten große Teile der beeindruckenden Gerüstkonstruktion, die unter erschwerten Bedingungen errichtet wurde. Die Gerüstbauer mussten sogar tauchen, um die unter Wasser befindlichen Teile im Sprungsbecken in viereinhalb Meter Tiefe zu fixieren. Insgesamt wurden mehr als 100 Tonnen des vorgereinigten Stahlgerüsts verbaut. Allein im Innenbereich des Hofwiesenbads nehmen diese etwa 22.000 Kubikmeter ein. „Das Hofwiesenbad ist jetzt praktisch zweigeschossig. Eine extra Arbeitsebene unter dem Dach wurde geschaffen, die das gleichzeitige Arbeiten ober- und unterhalb des Daches durch die verschiedenen beteiligten Gewerke ermöglicht.", so der eww-Geschäftsführer.
Auftraggeber für die vom Freistaat Thüringen im Rahmen der Förderung des Sportstättenbaus und der Sportstättenentwicklungsplanung geförderte Baumaßnahme ist die Stadt Gera. Planung und Bauüberwachung wurden durch das Planungsbüro eww Architekten & Ingenieure übernommen, das als Generalplaner beauftragt wurde und die Beiträge in den Bereichen Elekro, Haustechnik und Tragwerksplanung koordniert und zusammenführt. Die an der Ausführung der Sanierungsmaßnahme beteiligten Firmen kommen aus Saalfeld, Schmölln, Koblenz, Herrnhut, Jena, Halle und Gera.
(weiter auf Seite 12)