142 Extra-Treppen beim 12. Lauf zur Grubenlampe
322 Starter sind beim 12. Ronneburger Lauf zur Grubenlampe mit von der Partie. Foto: Jens Lohse
Von Jens Lohse
Ronneburg (NG). Auch der 12. Lauf zur Grubenlampe in Ronneburg hielt, was er versprochen hatte. Die 322 Teilnehmer bekamen genau das Lauferlebnis geboten, welches sie gebucht hatten. „Jeder der einen Fuß über die Startlinie setzt, ist ein Gewinner", lautet das Motto der Organisatoren, das auch diesmal wieder gelebt wurde. Binnen acht Stunden nach Mitternacht waren die Startplätze am 27. Juli vergeben, was bedeutete: Wer beim Lauf zur Grubenlampe dabei sein wollte, der musste schon da zeitig aufstehen. 2014 hatte die Veranstaltung ihre Premiere erlebt. „Mit 34 Läufern, einer Holzhütte und einem Kassettenrekorder", erinnerte Organisationschef Steve Brückner an die Anfänge. Die weiteste Anreise hatte 2025 der Hamburger Tim Schubert. Statt beim zeitgleich stattfindenden Berlin-Marathon mitzulaufen, war Familie Rudolph aus der Hauptstadt lieber zum Lauf zur Grubenlampe gekommen. Auch Starter aus Bayern waren vor Ort. Ohne die aufgrund von Sanierungsarbeiten gesperrte Drachenschwanzbrücke standen die Organisatoren vor der Herausforderung, die Strecke abändern zu müssen, weshalb eine Verlängerung der Runde auf 8,2 km und um 142 Extra-Treppen nicht zu vermeiden war. Pro Runde mussten also insgesamt 360 Treppenstufen absolviert werden. Unterstützt von 48 Sponsoren, 120 mitwirkenden Helfern und spätsommerlichen Temperaturen um die 25 Grad herrschten beste Bedingungen.
Über die 8,2 km hatte Sebastian Seyfarth vom 1. SV Gera die Nase vorn. In 32:56 min ließ er den dreimaligen Gewinner Felix Wendler aus Erfurt um eine gute Minute hinter sich. „Ich hatte die Woche über mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen, weshalb ich mich nicht ganz so gut gefühlt habe. Hinten raus hat mir deshalb etwas die Puste gefehlt. Die Ausweichstrecke war noch anspruchsvoller als die sonstige", meinte der erschöpfte Sieger im Ziel. Rang drei ging an den Münchenbernsdorfer Florian Kubek.
Bei den Frauen hatte die 16-jährige Alea Zabel vom TSV 1880 Zwötzen die schnellsten Beine. Auf der Zielgeraden lieferte sich sich mit Angelique Bohn (Sanitätshaus Carqueville) ein packendes Duell, das sie erst auf den letzten Metern knapp für sich entscheiden konnte. „Das war schon heftig mit den ganzen Treppen. Ich war lange auf Rang zwei, habe die Führende dann aber noch überholen können. Heute Abend tut mir bestimmt alles weh", erzählte die Elftklässlerin vom Rutheneum, die am Montag auch noch Sport auf dem Stundenplan stehen hatte.
Auf dem langen Kanten über 16,4 km setzte sich Jens Thieme vom FSV 1992 Gera in 1:12:14 h durch, der sich erst auf der letzten Treppe vom jungen Hallenser Leon Wiezoreck absetzen konnte. „Der Zweikampf hat uns beide motiviert. Auf der letzten Treppe war es ziemlich voll. Da habe ich beim Überholen den besseren Weg gefunden", berichtete der Streckensieger. Der 16-jährige Leon Wiezoreck war ganz in Familie zur Grubenlampe gekommen. „Mein Opa, meine Eltern, mein Bruder, die Tante, der Onkel und meine Cousine - alle sind hier mitgelaufen, wobei ich der einzige war, der zwei Runden in Angriff genommen hat", berichtete der U 18-Vizelandesmeister Sachsen-Anhalts über die 800 und 1500 m. Schnellste Frau war die 44-jährige Yvonne Walther vom SV Sömmerda. die im Ziel einen besonderen Wunsch an die Organisatoren äußerte: „Nach der Treppe brauche ich eine Cola. Da sind meine Energiereserven aufgebraucht. Wenn es da Cola geben würde, würde mir das enorm helfen."
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