35 Jahre „Bon Voyage“ im Hauptbahnhof
Marion Schneider feiert am 1. Juli ihr großes Reisebüro-Jubiläum
Von Jens Lohse Gera (NG). Am 1. Juli blickt Inhaberin Marion Schneider mit großer Freude auf 35 erfolgreiche Jahre voller Reiseerlebnisse, schöner Begegnungen und gemeinsamer Abenteuer zurück.Aus diesem besonderen Anlass möchten sie und ihre Mitarbeiterin Doreen Warnke das Jubiläum in ihrem „Bon Voyage"-Reisebüro im Hauptbahnhof feiern und laden dazu alle Kunden und Geschäftspartner recht herzlich ein. Die Gäste können sich auf kleine Überraschungen, interessante Gespräche und einen Rückblick auf viele unvergessliche Reisemomente freuen. „Stoßen Sie mit uns an!", so Marion Schneider voller Vorfreude.
Dabei reicht ihre eigene „Reisebüro-Vergangenheit" noch viel weiter zurück. Schon 1982 erlernte Marion Schneider den Beruf der Reiseverkehrskauffrau. Im VEB Reisebüro der DDR erhielt sie eine Anstellung. „Als junges Mädchen war ich enorm schüchtern. Diese Schüchternheit konnte ich so überwinden. Angefangen habe ich am Fahrkartenschalter. Außerdem war ich im Urlaub als Reiseleiterin tätig, war dadurch viel in Budapest unterwegs", erinnert sie sich an die Anfänge ihres Berufslebens.
„Damals waren nur Reisen ins sozialistische Ausland möglich. Wenn es mal in den Westen ging, dann wurden diese Reisen von anderer Stelle genehmigt", weiß sie noch. Die politische Wende ging nicht spurlos an der Reiseverkehrskauffrau vorbei. Auch wenn sie nicht gekündigt wurde, entschied sie sich für den Weg in die Selbständigkeit. Im Hauptbahnhof etablierte sich Marion Schneider, verkaufte bis 1994 in einem Pavillon Reisen, ehe sie in der einstigen Auskunft links neben dem Haupteingang endgültig sesshaft wurde.
Bis Anfang August 2024 hatte sie dort ihr zweites Zuhause, das sie dementsprechend liebevoll und individuell eingerichtet hatte, ehe ein Wasserschaden in den über ihr efindlichen Räumlichkeiten für ein jähes Ende sorgte. „Wir hatten ein altes Holzboot aus Usedom holen lassen und eine hiesige Tischlerei hat uns daraus einen Schreibtisch gefertigt. Der Fußboden vom Eingang her ähnelte einem Steg. Daneben war Sand angedeutet. Wir haben viele Kreuzfahrten verkauft. Deshalb war unsere ganze Einrichtung auf dieses Motto zugeschnitten", berichtet Marion Schneider. 2011 hatte sie den Titel „Schönstes Reisebüro Deutschlands" erhalten. Von der Einrichtung war nichts zu retten. Fußboden, Wände, Decken - alles musste raus. Zum Glück zahlte die Versicherung.
Von der Deutschen Bahn erhielt sie schnell einen Ersatzraum links vom Südeingang des Hauptbahnhofs zugewiesen. „Diese eigentlich als ´vorübergehend' titulierte Notlösung dauert nun schon fast zwei Jahre an. Man arbeitet an unserer Rückkehr. Wir kümmern uns schon um die neue Einrichtung. Aber die Mühlen bei der Bahn mahlen eben doch sehr langsam", sagt Marion Schneider, deren eigene Reiselust ungebremst ist. Inzwischen hat sie 65 Ländern zumindest einen Besuch abgestattet. Zuletzt kamen Brasilien und Argentinien hinzu. „In Südamerika fehlen mir noch einige Gegenden. Da will ich noch hin", blickt sie voraus.
Über zu wenig Arbeit braucht sie sich nicht zu beschweren. „Auch wenn es auf dem Gebiet der Fernreisen aufgrund der Berichterstattung über den Iran-Krieg etwas ruhiger geworden ist, verkaufen wir nach wie vor ganz viele Kreuzfahrten. Da halten sich Aida und Mein Schiff die Waage", weiß Marion Schneider. Auch Pauschalreisen nach Griechenland, in die Türkei und nach Spanien stehen ganz oben auf dem Wunschzettel der weiterhin reisefreudigen Deutschen. Vermisst werden allerdings die Last-Minute-Bucher, wobei in diesem Segment wegen der explodierten Kerosin-Kosten fürs Fliegen die Preise deutlich gestiegen sind.
„Auf unsere Stammkunden kann ich immer setzen. Erstaunlich viele Interessenten kommen aber auch auf Empfehlung", freut sich Marion Schneider. Beste Voraussetzungen also, um auch die nächsten zehn Jahre mit dem Reisebüro „Bon Voyage" am Geraer Hauptbahnhof weiterzumachen.
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