Wirtschaft

Attraktives Handwerk

Gesellenfreisprechung sowie bewährte Veranstaltung zu Karrierechancen

Erschienen am 01.10.2021

Ein großer Tag für das Ostthüringer Handwerk. Eine festliche Gesellenfreisprechung eingebunden in die sehenswerte Veranstaltung „Angebote für eine zukunftsträchtige Karriere im Handwerk", die zum vierten Male großen Zuspruch fand. Was eignete sich dafür am besten? Richtig, die Bildungsstätte der Ostthüringer Handwerkskammer in Aga. Drei Freisprechungen gingen über die Bühne. Nach altem deutschen Handwerksbrauch werden Junggesellen öffentlich und feierlich von den Pflichten eines Lehrlings freigesprochen und in den Kreis der rund 44.000 Profis im Ostthüringer Handwerk aufgenommen. Ein Aufbruch zu neuen Karrierechancen! 

Insgesamt erhielten 179 junge Frauen und Männer ihre Gesellenbriefe und Facharbeiterzeugnisse. Freisprechung Nummer 1. Eine beachtliche Anzahl Stühle stehen coronabedingt und im vorgeschriebenen Abstand im Freien und das bei freundlichem Wetter. Die Referatsleiterin der Kammer, Katja König, begrüßt im Namen des Präsidenten Wolfgang Jacob und des Hauptgeschäftsführers Karsten Sachse die 45 jungen Anwärter und neugieriges Publikum, als da sind Eltern, Verwandte, Freunde und Partner des Handwerks. In Erwartung haben die jungen Leute Platz genommen. Sie stammen aus dem Bauhandwerk sowie dem Maler- und Lackierergewerbe, darunter 18 Zimmerer und fünf Maler/Lackierer. Die Festansprache hält der Vizepräsident der Kammer Udo Ritter. Er beglückwünscht die angehenden Gesellen zu ihren Leistungen, mit denen sie den ersten Schritt für eine berufliche Zukunft gemacht haben. Die Junghandwerker hätten unter erschwerten Bedingungen ihre Berufsausbildung absolviert. Noch nie habe ein Jahrgang so umfassende Einschränkungen zu meistern gehabt. Gedankt wird allen, die zum Gelingen der soliden Ausbildung beitrugen: Meister, Prüfungsausschüsse, Ausbilder und Berufschullehrer und nicht zuletzt die Eltern. Der große Augenblick naht. 

Die künftigen Profis erheben sich von den Plätzen und werden feierlich zu Gesellen gekürt. Als Ausbildungsbeste ehrte man Anton Kießling (Zimmerer, Beyer Ing. Holzbau Dittersdorf), Felix Friedemann-Filz (Zimmerer, Firma Ehrlich Hermsdorf) und Susanne Papst (Maler/Lackierer, Firma Frank Thomas Saalfeld, Ortsteil Schmiedefeld). Freisprechung Nummer 2 im Anschluss galt den Dachdeckern und Tischlern und Nummer 3 den Beschäftigten in den Bereichen Nahrungsmittel, Kfz, Friseure und Bürokaufleute. Wiederum gab es ein erfreulich öffentliches Interesse. Die den Tag prägende Veranstaltung zu den Ausbildungsmöglichkeiten im heimischen Handwerk, passend zum bundesweiten „Tag des Handwerks", sahen insgesamt etwa 1.000 Besucher. Sie konnten Handwerksberufe unter dem Motto „Ausprobieren – Erleben – Begeistern" kennenlernen, wozu 80 Azubis, Gesellen und Handwerksmeister in den Lehrwerkstätten und an Ständen Auskunft über 25 Handwerksberufe gaben. Damit war es wiederum die größte Veranstaltung zur Nachwuchsgewinnung. Ja, die 9.400 Handwerksbetriebe in Ostthüringen haben einen wachsenden Fachkräftebedarf. Grob gerechnet müssten jährlich etwa 1.000 junge Leute sich für einen der rund 40 zur Verfügung stehenden Handwerksberufe entscheiden. In diesem Jahr gab es bisher leider erst 650 Bewerbungen. Dabei sind die Chancen für einen Karriereaufstieg groß. Davon konnte sich jeder beim Rundgang überzeugen. Erfreulich daher, bei einem Rundgang über das sehr einladende Gelände auf junge Interessenten zu stoßen. Am Bäckerinnungs-Stand z.B. erkundigt sich die Geraer Schülerin Phoebe Schmidt bei Bäckermeister Thomas Bauer nach Ausbildungsmöglichkeiten. Angelina Renner berichtet von ihrer Ausbildung beim Vollmershainer Bäckermeister Hübner. Sie ist im dritten Lehrjahr und wird übernommen. Rico Düberow ist Azubi im Fleischerhandwerk bei Globus. Er zeigt am Firmenstand interessierten jungen Leuten u.a., wie man aus Filet Fleischzöpfe zum Braten kreiert. Und er lässt Schaulustige selbst mal ausprobieren. Fleischer sei ein schöner Beruf und das Lehrlingsgeld übrigens respektabel.

 

Harald Baumann

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