Sport

Aus Dubai ins Hofwiesenbad

Die 17-jährige Junioren-Vizeweltmeisterin Neele Krech hat auch beim 28. Geraer Hallenkanuslalom die Nase vorn. Foto: Jens Lohse

Erschienen am 03.02.2026| Jahrgang: NG 3/26

Von Jens Lohse

Gera (NG). Neele Krech fühlte sich wohl. Trotz Schlafdefizits ging die 17-Jährige beim 28. Geraer Hallenkanuslalom an den Start und behauptete sich in souveräner Manier im C1 wie im K1 in der weiblichen U 18. Erst in der Nacht zum Freitag war die Junioren-Vizeweltmeisterin im C1 des Vorjahres vom Trainingslager aus Dubai zurückgekehrt. „Gegen Mitternacht sind wir in Prag gelandet, dann mit dem Bus nach Leipzig gefahren. Meine Mutter hat mich dort abgeholt. Gestern waren wir noch einkaufen und haben für den Wettkampf Kuchen gebacken. Viel geschlafen habe ich nicht. Aber ich bin gern hier. Das ist mein Heimatverein", verriet Neele Krech, die in Dubai knapp zwei Wochen lang beste Bedingungen vorgefunden hatte. „Der Kanal ist mitten in der Wüste. Er herrschten durchschnittlich 25 Grad. Das Wasser war ähnlich warm. Zum dritten Mal war ich schon dort", schwärmte sie, die von den zwei Wochen intensiven Trainings ziemlich ausgelaugt war. „Mein Trainer hat gesagt, dass ich mich regenerieren und den Wettkampf nicht zu ernst nehmen soll. Das habe ich auch gemacht", verriet die Geraerin, die über Weihnachten noch stark erkältet im Bett gelegen hatte.
Ihre beiden Erfolge im frisch sanierten Hofwiesenbad, das erst seit Jahresbeginn wieder zur Verfügung steht und sich durch die neue LED-Beleuchtung im strahlenden Glanz viel heller als früher präsentierte, blieben nicht die einzigen für die Geraer. Eric Sörensen siegte zum dritten Mal in Folge im K1 der Herren. Allerdings klappte es diesmal nicht mit dem internen Zwötzener Endlauf gegen Yannick Reichenbach, der im Halbfinale gepatzt hatte. Doch auch gegen den Coswiger Jannek Krause setzte sich der 29-jährige Maschinen- und Anlagenführer durch. „Man kann sich nicht ausruhen, muss durchweg powern, um am Ende vorn zu sein. Natürlich schaut man, wenn man in Führung liegt, dass man doch ein paar Kräfte sparen kann", erzählte Eric Sörensen, der auch im C2-Wettbewerb gemeinsam mit Vereinskollegin Heidi Habenicht die Nasen vorn hatte. Im Finale gegen die Hallenserinnen Franke/Milus konnten die beiden TSV-Kanuten jeweils eine Torstangenberührung pro Lauf mit ihrer Geschwindigkeit kompensieren. Am Ende hatten beide den Hauch von 0,33 s Vorsprung.
Dieses Glück nicht auf ihrer Seite hatte Laura Thurm, die sich im K1-Finale der Damen der Meißnerin Lena Kroliczek beugen musste. In Sachen reiner Fahrzeit war die 29-Jährige in beiden Läufen vorn, doch kostete eine Stangenberührung mit den verbundenen zwei Strafsekunden den Sieg. „Aus eigener Kraft bin ich ins Finale gefahren, war dort auch die schnellste. Ich bin stolz auf mich, auch wenn mich die Berührung natürlich ärgert", meinte die Service-Mitarbeiterin eines Paketdienstes. Erst im Endlauf war für Jonathan Kühn (C1 U 18 männlich) und Yannick Reichenbach (C1 Herren) Endstation. Jonathan Kühn hatte schon im Vorjahr im K1-Finale gestanden. Yannick Reichenbach hatte sich im Halbfinale gegen Eric Sörensen durchgesetzt.
Insgesamt waren beim fast zehnstündigen Wettkampf 171 Slalomkanuten aus 15 Vereinen aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin mit von der Partie. Die Mannschaftswertung ging an den Leipziger Kanuclub (97), der vor der SG Kanu Meißen (75) und dem Böllberger SV Halle (50) die Oberhand behielt. Gastgeber TSV 1880 Zwötzen (46) wurde guter Vierter.

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