Wirtschaft

Bauerfeind AG hat Expansionsideen

Neubau am Bieblacher Berg geplant – Gespräche zwischen Stadt und Unternehmen laufen

Erschienen am 12.03.2021

Während der Oberbürgermeister Julian Vonarb im jüngsten Stadtrat noch von einem rennommierten Unternehmen sprach, welches Expansionsideen am Bieblacher Berg hege, nahmen die Stadträte das große B in den Mund und formten daraus den Namen „Bauerfeind". 

Das Zeulenrodaer Unternehmen, welches im Sommer 2019 seinen ersten Schritt nach Gera vollzog und sich im Gewerbegebiet Keplerstraße einmietete, scheint nun auf Suche für einen Neubau zu sein. Es liebäugelt mit dem 22 Hektar großen Areal „Bieblacher Berg" in Bieblach-Ost. 

Die Bauerfeind AG selbst hält sich noch mit ihren Expansionsideen bedeckt und antwortet auf Nachfrage: „In der Betriebsstätte in Lusan, die im Sommer 2019 eröffnet wurde, sind bereits über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen circa 2.100 Menschen, davon rund 1.100 in Zeulenroda. Der Bedarf an medizinischen Hilfsmitteln, wie Bauerfeind sie herstellt, wächst weiter weltweit. Deshalb wird Bauerfeind in den kommenden Jahren seine Produktionskapazitäten langfristig ausbauen. Auch in Gera. Wir prüfen alle möglichen Optionen, auch außerhalb des bisherigen Standortes im Stadtteil Lusan. Wir suchen nach Möglichkeiten für eine schrittweise Erweiterung und sind dazu in Gesprächen mit der Stadt Gera", erklärt Andreas Lauth, Vorstand Technik bei Bauerfeind. 

Die Stadt Gera hat das prioritäre Ziel, weiteres produzierendes Gewerbe anzusiedeln. Dem Plan zur Bebauung wurde im Stadtrat mit großer Mehrzeit zugestimmt. „Das Plangebiet befindet sich auf einer jahrelang unbewirtschafteten und unbebauten natürlichen Kuppe am Rand der Stadt. Die Entwicklung mittlerer und größerer Betriebsstrukturen aus dem regionalen und überregionalen Umfeld sowie von Bestandsunternehmen ist und bleibt ein wichtiges, handlungsbestimmendes Ziel der Stadt Gera. Damit verbunden ist die Schaffung und Sicherung von zusätzlichen und vielfältigen Arbeitsplätzen, insbesondere im produzierenden Gewerbe", begründete der Oberbürgermeister die Beschlussvorlage. 

„Die wirtschaftliche Entwicklung des Stadtteils Bieblach-Ost ist ein wichtiger Baustein der Stadt Gera. Jahrelang wurde dieser Stadtteil stiefmütterlich behandelt", so Andreas Kinder, CDU-Fraktion. 

„Mit der Ansiedlung der Bauerfeind AG würde der Stadtteil weitere wirtschaftliche und soziale Aufwertung erfahren", führt Jens Kästner von der AfD-Fraktion an. 

Problematisch an diesem Standort ist die Berücksichtigung der reichen Tier- und Pflanzenwelt. „Wir begrüßen Industriearbeitsplätze, doch ist der Standort nicht ideal. Der naturschutzfachliche Wert dieser Fläche ist hoch. Zum einen leben hier viele schützenswerte Lebewesen, u.a. die Zauneindechse, zum anderen ist diese Fläche als Ausgleichsfläche für Baumpflanzungen für das Industriegebeit Cretzschwitz ausgewiesen", bringt Grüne-Fraktionsvorsitzender Nils Fröhlich zur Diskussion und wünscht sich ernsthafte Vorbereitungen für ein behutsames Eingreifen in die Fläche von Seiten des Unternehmens. 

Linken-Stadtrat Uwe Raubold betont das hohe Umwelt- und Sozialbewusstsein der Bauerfeind AG und ist sich sicher, dass sich dies positiv auf die Stadt auswirke. 

Ebenfalls bekräftigt Heiner Fritzsche, SPD-Stadtrat, dass diese Investition für Gera erstrebenswert sei aber „dennoch unser Wunsch, dass die Anwohner so wenig wie möglich gestört werden mögen." 

Trotz Mehrheitsbeschluss für den Bebauungsplan, gibt es noch einige Dinge, vor allem in Sachen Artenschutz zu klären, bevor die Bagger rollen können.

 

Fanny Zölsmann

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