Wirtschaft

Beihilfestelle in Gera

Thüringens Finanzministerin Heike Taubert (links) informiert sich gemeinsam mit Dr. Viola Hahn (rechts) bei Sachbearbeiterin Petra Ludwig über ihre Aufgaben in der Leitstelle der Beihilfestelle. Dabei erklärt sie ihre Aufgaben im Bereich Softwarebetreuung, Online Ticketsystem und als Kummerkasten, welcher immer wieder gefragt ist, wenn die Technik nicht so funktioniert wie gewollt.

Erschienen am 03.08.2021

Bedienstete des Landes sind wie Arbeitnehmer verpflichtet, das Risiko von Krankheiten und Pflegebedürftigkeit für sich und ihre Familien selbst abzusichern und Vorsorge zu leisten. Dabei kann zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung gewählt werden. Im Angestelltenverhältnis übernimmt dabei der Arbeitgeber einen Anteil der monatlichen Beiträge und im Falle der Nutzung wird „nur" eine Zuzahlung fällig. Beamte hingegen bezahlen ihre Beiträge und Arztrechnungen selbst. Wie Arbeitgeber haben auch Bund und Länder eine Fürsorgepflicht und deshalb können Bedienstete des Landes Beihilfe beantragen. Hier wird bei Genehmigung ein Teil der monatlichen Beiträge übernommen. Werden diese krank, bedürfen sie der Pflege oder bekommen etwa ein Kind, dann erhalten sie ebenfalls Beihilfe, wie auch bei Früherkennung von Krankheiten sowie zu Schutzimpfungen.


Über 43.000 Berechtigte werden dabei in Thüringen betreut und bei der Einreichung ihrer Anträge beraten und unterstützt. Zuständig sind hierfür 300 Mitarbeiter der Bezügestelle des Landesamtes für Finanzen in den Niederlassungen in Erfurt, Suhl, Nordhausen und Gera. „Bis Anfang 2020 gab es eine Niederlassung in Stadtroda. Jedoch reichten die örtlichen Gegebenheiten nicht mehr aus. Deshalb haben wir die Stelle mit jetzt 55 Mitarbeitern nach Gera verlagert und haben unseren Sitz jetzt seit 1. April 2020 in der Ernst-Toller-Straße 14", erklärt Dr. Viola Hahn, die Abteilungsleiterin der Bezügestelle Thüringens, welche in allen vier Niederlassungen insgesamt 300 Mitarbeiter beschäftigt. Nach dem Umzug wollte auch Thüringens Finanzministerin Heike Taubert das neue Domizil besuchen. Jedoch machte die Pandemie alle Pläne zunichte und so holte sie den Besuch am vergangenen Montag nach. „Ich freue mich, dass es jetzt geklappt hat und ich mir einen Eindruck von den neuen Arbeitsbedingungen machen kann. Die Gespräche mit den Mitarbeitern waren sehr gut. Ich bekam einen Einblick in die Arbeit, ein persönliches und ehrliches Feedback der Mitarbeiter und kann die Anregungen mitnehmen, so dass wir Dinge die noch nicht optimal laufen, schnellstens abstellen oder verbessern können", so Heike Taubert im Gespräch. Im Rundgang erklären die Mitarbeiter des Hauses nicht nur ihre Tätigkeiten, sondern klären auch über Anträge, die eingeführte Onlineantragsstellung und die Home Office Arbeitsplätze auf. So wurden im vergangenen Jahr 140.000 Anträge bearbeitet, der digitale Beihilfeantrag eingeführt und einige Mitarbeiter nutzten in der Pandemiezeit die Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten. „Das die Anträge jetzt auch online eingereicht werden können, ist ein großer Erfolg. Anfangs erreichten uns auf diesem Weg etwa 700 Anträge pro Monat. Jetzt sind es über 2.500 Anträge pro Monat mit einer weiter steigenden Tendenz, erklärt Hahn auf Anfrage von Heike Taubert dazu. 

Auch die Home Office Arbeitsplätze, welche derzeitig in Gera von 5 Personen genutzt werden, wird angesprochen. Diese erweisen sich als effizient, denn die Mitarbeiter bearbeiten nur Online Anträge und schaffen durch die digitale Umstellung etwa 30 Prozent mehr Anträge als vorher. „Das ist eine gute Nachricht. Dauerhaft wird die Bearbeitungszeit auf unter 10 Tage verkürzt. Deshalb wollen wir die Beihilfestelle weiter digitalisieren und kommen auch dem Wunsch der Mitarbeiter nach indem wir die Home Office Arbeitsplätze weiter ausbauen", so Taubert weiter.
Während des Besuches informiert sich Taubert zudem über die Zahlen zur pauschalen Beihilfe, die im Januar 2020 in Thüringen eingeführt wurde. Als einer der wenigen Bundesländer gewährt Thüringen im Falle einer freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung oder einer 100-prozentigen privaten Krankenversicherung eine Pauschale Beihilfe und übernimmt als Dienstherr 50 Prozent der monatlichen Beiträge. Seit 2020 wurden hierfür 1330 Anträge bewilligt und dafür ca. 4 Millionen Euro ausgezahlt. An die Beihilfeberechtigten wurden auf die 2020 eingereichten Anträge 114,5 Millionen Euro ausgezahlt.

 

 

Lars Werner

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