Der Goldene Spatz flog wieder in Gera
Rot heißt „Stehen“, Spatzenampel am Stadtmuseum.
Von Wolfgang Hesse
Gera (NG). Vom 7. bis 13. Juni steht in Gera und Erfurt die Medienarbeit mit Kindern im Fokus. Mittlerweile schon im 34. Jahr angekommen, gehört das Deutsche Kinder-Medien Festival Goldener Spatz zu den renommierten Medienveranstaltungen in Deutschland.
Weltweit erste „Spatzenampel"
Eine Woche vor Eröffnung hatte das gelb-goldene Maskottchen vor dem Stadtmuseum seinen großen Auftritt. Festivalleiterin Elisabeth Wenk, Oberbürgermeister Kurt Dannenberg, zugleich Schirmherr der 34. Festivalausgabe, Ministerpräsident Mario Voigt, weihten die erste Motivampel in Gera ein. Ein sitzender (Rot) und ein fliegender (Grün) Vogel regeln nun den Betrieb der Fußgängerampel über die Breitscheidstraße. Das Design stammt vom bekannten Grafikprofessor und Illustrator Prof. Thomas M. Müller aus Leipzig und orientiert sich am Logo des Freundeskreises Goldener Spatz e.V. Die Initiative dazu hatte Katharina Trautmann, die Sprecherin des Vereins ergriffen. Oberbürgermeister Dannenberg war sofort begeistert von der Idee. „Unsere Partnerstadt Nürnberg hat den Hasen von Albrecht Dürer als Motivampel, in München gibt es eine Pumuckl-Ampel – und nun reiht sich Gera mit der Spatzenampel ein", so das Stadtoberhaupt während der Einweihung. Auch Uwe Kaiser vom Vorstand des Freundeskreises freut sich über diesen Hingucker, gerade im 30. Jahr des Vereins.
„Als Geraer Festival entstanden, ist der Goldene Spatz seit Jahrzehnten zur kulturellen Identität Thüringens geworden und begeistert Generationen von Kindern für Kreativität, Medien und Geschichten", betonte Mario Voigt. Die Schablonen für die Ampel fertigten zwei Ostthüringer Handwerksbetriebe – die Birk Metall Kompetenz GmbH aus Weida und die Schmuck- und Korpusgürtlerei Manfred Schulze aus Ronneburg.
Und genau dieses Geschichten-Erzählen bildet den roten Faden durch das umfassende Angebot. „Die Kindheit ist vielfältig, sie ist geprägt von Interessen, von Emotionen, die wir aufspüren. Es muss nicht immer das große Drama sein, um die Welt zu retten. Oftmals sind es die kleinen Dinge, was aber die Kinder tief bewegt", erklärte Festivalleiterin Elisabeth Wenk. Über alle Spektren der Medienarbeit erstreckten sich 37 nominierte Beiträge im Wettbewerb Film und Serie, sechs nominierte Beiträge im Wettbewerb Interaktives und Digitales Storytelling, fünf Lang- und Kurzfilme in der Jugendreihe und über 15 Fachveranstaltungen. Das Vorbereitungsteam wünschte sich, die Kinder ernst zu nehmen, ihnen eine Orientierung zu geben, die Verzahnung zwischen Kindern, Publikum und der Branche, als gesellschaftliche Vernetzungsplattform, weiter auszubauen.
Startschuss war am 7. Juni im KuK in Gera, Preisverleihung am 12. Juni in Erfurt
Katharina Trautmann, verantwortlich für die Kinderjury, lobte die vielen tollen Bewerbungen, die im Vorfeld eingegangen waren. Dabei habe man gemerkt, dass die jungen Menschen von neun bis 13 Jahren einen sehr weiten Blick in die Gesellschaft und in das Leben besitzen. Viele seien politisch interessiert und zeigen Interesse für Klimaschutz und die Bewahrung der Natur. Doch auch andere Themen, wie Mobbing, Schulwechsel, getrennt lebende Eltern oder Todesfälle in der Familie und im Freundeskreis werden thematisiert.
Insgesamt 28 Juroren werden über die Festivalbeiträge entscheiden. Fünf Kinder davon widmen sich den Nominierten aus dem Wettbewerb Interaktives und Digitales Storytelling.
Deutschlandpremiere und medienpädagogisches Programm in Gera
Der Schweizer Sommerfilm „Plitsch Platsch Forever" eröffnete das Festival und rang um die Gunst der kritischen Kinderjury. Der Film erzählt auf warmherzige Weise von Freundschaft, Loslassen und dem Mut, für eine größere Sache einzustehen. Mit einem liebevollen Blick auf die Schweizer Badi-Kultur geht es um Freundschaft, Zusammenhalt, Herz-Schmerz und um das Mitgestalten.
Zum fünften Mal wurde im KuK wieder eine PopUp Medienwerkstatt angeboten. Das Angebot stand vorrangig Schulklassen zu Verfügung. An 13 Stationen konnten die Kinder mit Alltagsgegenständen Geräusche erzeugen, Texte einsprechen, einen Roboter programmieren, Virtual Reality kennen lernen, aus Papier Figuren basteln und eigene Trickfilme gestalten.
Das Festival endet mit der Preisübergabe am 12. Juni in Erfurt. Insgesamt sind neun goldene Spatzen und drei Sonderpreise ausgelobt.