Kultur

Differenzierte Blicke auf Musik und Welt

Friederike Böcher (hier mit Gregor Meyer, dem „artist in residence“) freut sich auf die Konzerte des Heinrich Schütz Musikfestes und lädt zu den Veranstaltungen zum Schütz Geburtstag am 8. Oktober ins Heinrich-Schütz-Haus nach Bad Köstitz ein. Die Schütz-Gedenkstätte begeht im Jahre 2025 ihr 40-jähriges Bestehen. Foto: Wolfgang Hesse

Erschienen am 03.09.2025| Jahrgang: NG 18/25

Von Wolfgang Hesse Bad Köstritz (NG). Auch in diesem Jahr, am 8. Oktober wird dem Geburtstag des berühmten Komponisten Heinrich Schütz gedacht. Geboren im Jahre 1585 in Bad Köstritz jährt sich dieser Tag zum 440. Male. Der Sagittarius, wie man den Komponisten seinerzeit latinisiert nannte, ist der bedeutendste deutsche Komponist des Frühbarocks. Zu einem seiner Hauptwerke zählen die Musikalischen Exequien. Diese „Teutsche Missa", die er anlässlich der Trauerfeier für seinen Landesfürsten Heinrich Posthumus Reuß komponierte, wurde in der damaligen Geraer Johanniskirche im Jahre 1636 uraufgeführt. Noch heute zählt der Sarkophag des Posthumus zu den bedeutendsten historischen Exponaten und ist durch die Textaufschriften eng mit dem Schaffen von Heinrich Schütz verbunden. 

Das Heinrich-Schütz-Musikfest findet, als größte musikalische Gedenkveranstaltung Deutschlands für Schütz, alljährlich um dessen Geburtstag herum statt und verbindet seine Wirkungsstätten, Dresden, Weißenfels, Zeitz und Bad Köstritz miteinander. Unter der Leitung der MBM (Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V.) als Veranstalter gibt es gerade in unserer Region, Gera und Bad Köstritz, Konzerte mit hochkarätigen Besetzungen der Alten Musik. 

Im Jahre 2025 stehen die elf Tage des Festivals vom 2. bis 12.Oktober unter der Überschrift „Weltsichten. Zwischen den Zeiten". „Nicht ganz zufällig wurde dieses Motto gewählt", berichtet Hanna Viehöfer-Jürgens vom Projektmanagement. „Unser Fokus richtet sich auf eine Vielzahl unterschiedlicher Weltsichten – musikalisch oder poetisch, naturwissenschaftlich oder religiös. Unser Ziel ist, gerade in unsicheren Zeiten, Menschen zusammenzubringen und Begegnungen zu vertiefen." Themen wie Krieg und Frieden, Chaos und Ordnung, Zweifel und Glaube, Sterben und Leben, Rationalität und Geheimnis sind existenzielle Punkte und Phasen des Seins zwischen Himmel und Erde, die Heinrich Schütz und seine Zeitgenossen im 17. Jahrhundert ebenso bewegten, wie uns heute, heißt es im Pressekommentar. Eine glitzernde Disco-Kugel ist dabei das Symbol für die eine Erde, die zum einen den Blick aus dem Weltraum und zum anderen die Weltsicht zwischen den Zeiten, zwischen dem 17 Jahrhundert und unserer Gegenwart verdeutlicht. 

Artist in Residence ist Ensemble- und Chorleiter, Pianist, Organist und Komponist Gregor Meyer. Er hat vier programmatische Aufführungen während der Festivaltage erarbeitet, die Leben und Wissenschaft miteinander verbinden und sich in der Musik widerspiegeln. 

Mit „Resonanz" wird am 2. Oktober das Heinrich Schütz Musikfest in der Bad Köstritzer Kirche St. Leonhard eröffnet. Als Schülerprojekt angelegt, erklingen Werke von Schütz und Rosenmüller und die zeitgenössische Uraufführung „Stimmen". Gregor Meyer leitet sein Ensemble 1684 zusammen mit dem Kammerchor des Zwickauer Gymnasiums Clara Wieck. 

Seine weiteren musikalischen Exkursionen zu Transzendenz und Mikrokosmos werden in den Schützorten Zeitz und Dresden aufgeführt. Gregor Meyer verabschiedet sich am 12. Oktober mit seinem Abschlusskonzert in der Marienkirche Weißenfels mit der Aufführung zum Thema Makrokosmos. 

Zum Tag der Deutschen Einheit, am 3. Oktober, stehen in der Marienkirche Untermhaus „Letzte Dinge und ewiges Licht" im Mittelpunkt. Zu Gast ist das Ensemble Polyharmonique. 

Zu einer interessanten Museumsrunde lädt die Direktorin des Heinrich-Schütz-Hauses Bad Köstritz, Friederike Böcher, am Dienstag, den 7. Oktober ein. Sie empfängt Prof. Dr. Silke Leopold aus Heidelberg. Welche Bedeutung hat die Alte Musik für uns heute? Dieser Frage wird sich die Expertin widmen. Am 9. Oktober erklingt in der Geraer Trinitatiskirche das „Requiem for a Pink Moon". Das Ensemble Phoenix Munich und Joel Frederiksen entführen in die Musik von Nick Drake und in die 1970-er Jahre auf historischen Instrumenten. Empfehlenswert ist auch ein Gastspiel mit Katharina Bäuml und der Capella de la Torre am 11. Oktober in der Köstritzer Kirche. Unter dem Motto „Erdenklang" sind klingende Legenden von Edelmetallen und unterirdischen Geheimnissen zu hören. Der Kartenverkauf hat begonnen. Mehr Informationen und Tickets gibt es online auf der Webseite des Festivals unter www.schütz-musikfest.de . 

Friederike Böcher (hier mit Gregor Meyer, dem „artist in residence") freut sich auf die Konzerte des Heinrich Schütz Musikfestes und lädt zu den Veranstaltungen zum Schütz Geburtstag am 8. Oktober ins Heinrich-Schütz-Haus nach Bad Köstitz ein. Die Schütz-Gedenkstätte begeht im Jahre 2025 sein 40. Bestehen.

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