Ehre und Ruhm für unseren Posthumus
Diesen Blick vom Dach der Geraer Volksbank hatte Posthumus natürlich noch nicht. Spender und Vereinsmitglieder strahlen Zuversicht unter dem blauen Himmel der alten Residenzstadt aus. Von links: Matthias Weibrecht, Manfred Taubert, Karin Schumann, Professor Peter Bussemer, Stefanie Bärthel und Harald Jörk. Foto: Erika Baumann
Von Harald Baumann
Beratungsraum der Volksbank Gera. Diese und die Interessengemeinschaft Posthumus hatten zu einer Pressekonferenz eingeladen. Die Runde eröffnete Stefanie Bärthel vom Leitungsgremium der Bank. Zugegen sind aktive Mitgestalter eines bedeutsamen Vorhabens der Stadt Gera: Wiedererrichtung eines Denkmals für Heinrich Posthumus Reuss auf dem Johannisplatz. Mit ihm will man einen Mann ehren, der sich verdient gemacht hat um die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt (Textilindustrie) und das Schulwesen (Rutheneum).
Das Wort nahm Manfred O. Taubert, Koordinator der IG Posthumus. Mit der IG geht es um eine 2023 gegründete Interessengemeinschaft, die angeregt vom Kulturbund, also einer aktiven Geraer kulturellen Institution, ins Leben gerufen wurde. Es gibt inzwischen mehrere Dutzend Mitglieder der IG und Förderer des Projektes. Taubert informierte die Anwesenden über den Stand der Realisierung des Projektes. Im Mai 2024 fasste der Geraer Stadtrat einen Beschluss zur Unterstützung der Initiative der IG Posthumus. Einige Tage später unterzeichnete der Oberbürgermeister einen entsprechenden Vertrag.
Die Realisierung eines so bedeutsamen Denkmals erfordert einen beachtlichen Aufwand. Insgesamt wird es um etwa 150.000 Euro gehen, verbunden mit einem Appell an die kulturinteressierten und auf ihre Stadt und ihre Denkmale stolzen Bewohner. Jeder Bürger, jede Institution, jeder Betrieb und jeder Verein kann sich als Spender oder Sponsor hervortun.
Prof. Dr. Peter Bussemer, Duale Hochschule Gera-Eisenach, war Zeitzeuge zum damals unverständlichen, ideologisch bedingten Abriss des Denkmals (April 1958). Er übergab eine Spende des Otto-Lummer-Collegs in Höhe von 1.000 Euro.
Der Verlag Dr. Frank GmbH spendete ebenfalls 1.000 Euro. Der Verleger konnte nicht am Pressegespräch teilnehmen, begründete aber seinen Entscheid: „Heinrich Posthumus ist eine der wichtigsten Persönlichkeiten unserer Stadt. Meine Familiengeschichte reicht zurück bis in seine Zeit, bis in die Lehrerschaft des 1608 gegründeten Gymnasiums. Ich selbst war Schüler dort von 1972 bis 1975 und dann 30 Jahre im Schulförderverein. Den entscheidenden Architektenwettbewerb für den Campus Rutheneum habe ich unterstützt. Deshalb ist es für mich folgerichtig, dieses wunderbare Projekt des Posthumus-Denkmals nicht nur mit der Zeitung Neues Gera öffentlich zu befördern, sondern auch finanziell."
Für den Verein Gästeführer der Region Gera e.V. übergab Vorsitzende Karin Schumann eine Spende von 1.600 Euro. Der Beitrag setzt sich zusammen aus 950 Euro Spenden, der Aufrundung des Vereins auf 1.300 Euro und durch eine Einzelspende in Höhe von 300 zum Weltgästeführertag 2026 vor wenigen Tagen.
Für die Tagung gab es noch einen besonderen Anlass. Die Volksbank übergab ihre dritte Spende von 1.000 Euro an die IG. Die Bank hatte bereits erstmalig 2024 die Summe von 1.000 Euro gespendet und nochmals 1.000 Euro 2025 für die Wiedereinrichtung des Denkmals. Ein großes Dankeschön richtete die Runde an die Stadtverwaltung Gera, die dem Projekt aus dem Kulturlastenausgleich einen Betrag in Höhe von 5.000 Euro zusichert.
Posthumus-Koordinator Manfred Taubert erläuterte den Teilnehmern der Pressekonferenz den Stand der Dinge. Der Bildhauer Andreas Belser wird demnächst seine Arbeiten am Gussmodell abschließen. Danach erfolgt der Transport in die Gießerei Strehle.
Wahrscheinlich bereits bis Ende März muss über den Sockel entschieden werden: Entweder eine komplette Sockelanlage aus Beton oder eine hybride Variante aus Beton und Granit. Der Sockel soll im Spätsommer stehen. Die Arbeiten zur Sockelanlage werden ausschließlich von ansässigen Firmen ausgeführt. Die Planungsunterlagen wurden von der Firma ABW Planungsgesellschaft mbH Gera kostenlos erstellt. Die Firma TRIGIS GeoServices GmbH realisierte kurzfristig die Vermessung des Platzes. Dank ab Tobias Friedrich.
Voraussichtlich 2027 wird Posthumus dann seinen ursprünglichen Standort auf dem Johannisplatz wieder einnehmen. Gera wird mit einer bedeutenden kulturellen Errungenschaft glänzen. Das gereicht der Stadt und ihren Bürgern zur Ehre.
Spendenkonto der IG: Kulturbund Gera e.V., Kennwort: Posthumus-Denkmal, IBAN DE 90 8305 0000 0014 6378 04. Webseite: posthumus-gera.de