Feierliche Gesellenfreisprechung
Die drei Besten ihres Jahrganges mit der Note 1: Nico Meyer (Dachdeckerbetrieb Sascha Menger, Bad Blankenburg), Thi Thuy An Dang (Bäckerei und Konditorei Laudenbach, Gera), Maximilian Radtke (Tischlerei Buff, Crossen). Foto: Erika Baumann
Von Erika Baumann Gera (NG). Rieger Show-Bühne Gera am vergangenen Sonnabend: Feierliche Gesellenfreisprechung 2026 des Ostthüringer Handwerks und der Kreishandwerkerschaft Gera-Zeulenroda. Zu Beginn wird der Film der Imagekampagne des deutschen Handwerks gezeigt. Eine der Botschaften lautet: „Wir können alles, was kommt". 116 junge Absolventen in 16 Ausbildungsberufen erhalten nach erfolgreichen Prüfungen in feierlichem Rahmen und musikalischer Umrahmung ihre Abschlusszeugnisse und Gesellenbriefe überreicht. Nach alter Handwerkstradition wurden sie zuvor von Mario Gräfe, Innungsobermeister der Bäcker- und Konditoreninnung Ostthüringen, von den Pflichten eines Lehrlings freigesprochen und in den Stand der Gesellen und Gesellinnen aufgenommen. Handwerkskammer-Präsident Wolfgang Jacob würdigt in seiner Begrüßung die starken Leistungen der jungen Menschen für die Zukunft des Handwerks in der Region. Sie gehörten jetzt zu denen, die gestalten, bauen, reparieren, entwickeln und tagtäglich dafür sorgen, dass unser Land funktioniert. Als Teil von mehr als 41.000 Handwerkern im Ostthüringer Handwerk seien sie nun Botschafter ihres Berufsstandes und sollten das auch immer stolz nach außen tragen. Die Dachdecker stellen mit 33 neuen Facharbeitern die größte Ausbildungszahl, mit jeweils elf die Fachverkäufer im Lebensmittelhandel sowie bei den Tischlern.
Mit besonderem Beifall wurden die drei Besten ihres Jahrganges gefeiert. Sie schlossen ihre praktische Prüfung mit der Note 1 ab. Dabei ist auch Thi Thuy An Dang aus Gera, die in der Bäckerei und Konditorei Laudenbach ausgebildet wurde. „Ich habe alles lernen können von meinen erfahrenen Kollegen, wir sind wie eine große Familie", freut sich die junge Fachverkäuferin über ihren tollen Abschluss. Und sie wird auch weiter ihre Kunden mit einem Lächeln bedienen.
Dann tritt der 23-jährige Dachdecker- und Klempnermeister Noah Jakubowski aus Saalfeld ans Mikrofon. Es sei ihm eine Ehre, die Festrede halten zu dürfen. „Ihr habt es geschafft, Ihr seid die Helden des Tages", ruft er in den Saal. Eine Ausbildung im Dachdeckerhandwerk zu absolvieren, sei eine der besten Entscheidungen seines Lebens gewesen. Während seiner Ausbildung in Oberweißbach habe er weit mehr gelernt als die fachlichen Fertigkeiten seines Berufes, sondern auch Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen, Erfahrungen gesammelt und Werte vermittelt bekommen, die ihn bis heute begleiten. Der Meister gab den jungen Leuten auf ihren Weg: Der Gesellen- oder Facharbeiterbrief ist kein Endpunkt. Er ist ein Startpunkt, vielleicht für den Meistertitel, vielleicht für eine Weiterbildung zum Techniker oder Betriebswirt. Vielleicht übernimmt jemand einen Betrieb oder gründet sogar ein eigenes Unternehmen. Heute gelte mehr als je: Ohne Handwerk läuft nichts. Auch wenn Digitalisierung, künstliche Intelligenz und technologisches Knowhow immer mehr in den Mittelpunkt rückt und die Zukunft prägt – eines bleibt: Ein Haus wird immer noch von Menschen gebaut, ein Dach deckt sich nicht von allein, eine Heizung repariert sich nicht von allein, eine elektrische Anlage entsteht nicht per Knopfdruck, Möbel wachsen nicht fertig aus dem Boden und auch gute Lebensmittel gelangen nicht allein in die Verkaufsstelle. „Dahinter stehen Menschen mit Fachwissen, handwerklichen Können, mit Verantwortung und Leidenschaft. Menschen wir ihr", zeigt sich der junge Meister Noah Jakubowski ganz sicher.
Ein erfolgreicher Abschluss ist nie eine Einzelleistung. Deshalb galt der Dank allen, die die jungen Menschen auf diesem Weg begleitet haben: den Ausbildungsbetrieben, den Lehrkräften der Berufsschulen, den Ausbildern der überbetrieblichen Bildungszentren, den Eltern und Großeltern sowie den Prüfungsausschussmitgliedern.
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