Wirtschaft

Fischotter reduziert Karpfenbestände

Der Birkhäuser Binnenfischer Christian Steinbuch mit einem der sechs übriggebliebenen K3-Karpfen, der trotz einiger Blessuren dem Fischotter entkommen konnte.

Erschienen am 16.09.2026| Jahrgang: NG 19/26

Von Jens Lohse Birkhausen (NG). Am Sonntag, 20. September eröffnet die Fischerei Birkhausen die Karpfensaison. Dazu lädt Inhaber Christian Steinbuch zum Tag der offenen Tür ein. Los geht es mit dem kleinen Fischerfest am Betriebssitz in Birkhausen um 10 Uhr. Angeboten werden Fischbrötchen, Räucherfisch, Grillfisch und Frischfisch. Auch Roster gibt es. Weil der 20. September in Thüringen Tag des Kindes ist, findet auch wieder das beliebte Kindertagsangeln statt. 30 Leih-Angeln stehen bereit, wobei gern eigene Angeln von den Kids mitgebracht werden dürfen. Ein Angelschule betreut die Interessenten vor Ort. Auch eine Hüpfburg wird aufgebaut. Angesichts des nahenden Herbstanfangs hat Christian Steinbuch mit dem Abfischen seiner Teiche begonnen. Der 43-Jährige ist seit Juli 2022 Pächter der Fischerei Birkhausen. 80 Hektar Wasserfläche stehen ihm zur Verfügung. 14 Fischteiche bewirtschaftet er wie vor hundert Jahren, ohne Strom und ohne Technik. Beim Abfischen des Mini-Teichs in Gütterlitz bei Auma erlebte Christian Steinbuch eine unliebsame Überraschung. Von 1.000 eingesetzten K1-Karpfen - K1 bedeutet, dass die Fische einen Sommer alt - waren noch 117 übrig. Von 150 K3-Karpfen hatten ganze sechs überlebt. Die anderen waren Fischotter, Reiher, Schwarzstorch oder Seeadler zum Opfer gefallen. Am Teich aufgestellte Wildkameras konnten dies belegen. Allein im Monat Mai gab es 31 Sichtungen von Fischottern - vermutlich von fünf verschiedenen Tieren. Der fischwirtschaftliche Schaden beträgt allein in diesem Teich etwa 5.600 Euro. „So früh abgefischt haben wir, um dem Kormoran zuvorzukommen. Wenn der noch da gewesen wäre, wäre vielleicht gar kein Karpfen mehr übrig geblieben", meinte Christian Steinbuch, der mit seinen Teichen sonst gut durch den Sommer gekommen war. „Die Hitzewelle haben wir ganz gut überstanden. Die Wassertemperatur in den Teichen betrug zeitweise 28 Grad. Für drei Wochen haben wir die Fütterung ausgesetzt, um die ohnehin schon gestressten Fische durch die Verdauung nicht noch zusätzlich zu belasten. Der recht ergiebige Regen hat zumindest die Verdunstung ausgeglichen", erklärte der Binnenfischer, der mit seinen Teichen derzeit an einem großen Projekt des Büros „Fluss", der Fischökologischen & Limnologischen Untersuchungsstelle Südthüringen teilnimmt. Maria Schmalz vom Büro „Fluss" war deshalb beim Abfischen in Gütterlitz persönlich vor Ort. „Uns geht es darum, den Konflikt Teichwirtschaft - Fischotter wissenschaftlich zu begleiten, Wir müssen zunächst die Schäden beziffern und Lösungsmöglichkeiten suchen. Wir organisieren Seminare und Workshops, wollen die Politik für das Thema sensibilisieren. Die Teichwirtschaft ist unverzichtbar. Teiche sind Lebensräume für so viele Arten, Wasserspeicher und vieles mehr", so Maria Schmalz. Gefördert wird das Projekt durch das Programm „Förderung von Vorhaben zur Entwicklung von Natur und Landschaft" (ENL)und läuft hier unter Federführung der Natura 2000-Station Osterland. Auch das Große Fischerfest der Binnenfischerei Birkhausen wirft seine Schatten voraus. Dieses ist für den 31. Oktober am Weiderteich in Niederpöllnitz, wenn zehn Tonnen abgefischt werden sollen.

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