Gesellschaft

Dem Campus Flügel verliehen

Campus des Gymnasiums „Rutheneum seit 1608“ eingeweiht – Unterricht am neuen Standort

Erschienen am 04.10.2021

Oberbürgermeister Julian Vonarb beschreibt das ambitionierte Projekt „Campus Rutheneum" als ein Beispiel par excellence für bürgerschaftliches Engagement in Gera, denn es beruht auf dem ersten erfolgreichen Einwohnerantrag in Thüringen. „Mit dem neuen Campus des Gymnasiums ‚Rutheneum seit 1608' wurde eine für Thüringen einzigartige Bildungs- und Kulturstätte geschaffen, die sich prägend auf das Stadtbild auswirkt und Gera als Bildungsstandort nachhaltig stärkt", zeigte sich Vonarb zufrieden. Mit dem Schuljahr 2021/22 wurde der Unterricht des Gymnasiums „Rutheneum seit 1608" am neuen Campus aufgenommen. Der neue Komplex für das älteste Gymnasium Geras entstand in den letzten fünf Jahren am westlichen Rand der Geraer Altstadt zwischen Burgstraße und Reichsstraße und unweit vom historischen Markt und Rathaus entfernt. In den drei zusammenhängenden Schulhäusern führt der „Campus Rutheneum" die bisher in der Stadt verteilten Schulstandorte am Johannisplatz und Nicolaiberg zusammen. Gleichzeitig treffen historische Gebäude auf moderne Entwürfe und vereinen sich zu einem stimmigen, einzigartigen Gesamtbild. Darüber hinaus schaffen die neuen, durchlässigen Freianlagen mit den vier Campusterrassen eine funktionelle Verbindung zwischen Schule und Altstadt. Der Campus ist damit mehr als ein Schulgelände; er ist ein Stadtplatz, der zur Belebung des Stadtbildes beiträgt und die Identität Geras fortschreibt. Das Ergebnis des rund 20-Millionen-Euro teuren, vollendeten Bauprojektes geht auf einen im Jahr 2011 durchgeführten Planungswettbewerb zurück. Nach dem Konzept des Wettbewerbssiegers Schulz & Schulz Architekten Leipzig wurde das bestehende Ensemble des ursprünglichen Schulhauses Rutheneum von 1884/87 im Stil der Neurenaissance und des angrenzenden denkmalgeschützten ehemaligen Regierungsgebäudes des Fürstenhauses Reuß jüngere Linie von 1722 um einen funktionalen Neubau und eine Sporthalle ergänzt und verdichtet. Der Freiflächenentwurf stammt von Pola Landschaftsarchitekten Berlin. „Eine wesentliche Herausforderung war die Sanierung des barocken Regierungsgebäudes im Spannungsfeld zwischen den Anforderungen eines großzügigen und modernen Schulcampus und den denkmalpflegerischen Belangen. Der Bund förderte die denkmalgerechte Grundsanierung als ersten Baustein der Gesamtmaßnahme. In einem zweiten Bauabschnitt folgten die weitergehenden Sanierungsarbeiten sowie der Innenausbau, finanziert über Mittel der Städtebauförderung. Nun haben innerhalb der barocken Mauern die Mensa, der Ganztagsbereich, die Bibliothek und die Verwaltung des traditionsreichen Gymnasiums ihren Platz. Das ist einzigartig in der Thüringer Bildungslandschaft", so die Projektverantwortliche der Stadt, Birgit Zobel. Flankiert wird der Altbau – der mit dem zentralen Foyer- und Pausenbereich das kommunikative Herz des Campus bildet – von den Unterrichtsbereichen im ursprünglichen Rutheneum und im ergänzenden Schulneubau, die er barrierefrei verbindet. Das Gymnasium gehört zu den traditionsreichsten humanistischen Gymnasien Deutschlands, das tief in der Historie der Stadt verwurzelt ist und mit der Pflege der musischen Traditionen im Gründungsgeist von Heinrich Posthumus Reuß J.L. steht. Seit 1989 gibt es hier die Möglichkeit, ein speziell auf Musik ausgerichtetes Abitur abzulegen. Mit dem Campus Rutheneum wurde ein leistungs- und zukunftsfähiger Schulkomplex geschaffen.

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