Großes Fischereifest am Weiderteich
Im Schnitt 1,5 kg schwer sind die Karpfen, die Pächter Christian Steinbuch (l.) zur Überwinterung aus dem Teich bei Triptis abgefischt hat. Am Sonntag ist der Weiderteich dran. Foto: Jens Lohse
Von Jens Lohse
Birkhausen (NG). Christian Steinbuch ist zufrieden. Der 41-Jährige ist seit Juli 2022 der Pächter der Fischerei Birkhausen. 80 Hektar Fläche stehen ihm zur Verfügung. 14 Fischteiche bewirtschaftet er wie vor hundert Jahren, ohne Strom und ohne Technik. Mitte September wurde der erste Teich vor dem Winter in der Nähe der Autobahnauffahrt Triptis abgefischt.
„Das war eine Abfischung nach Maß", freute sich Christian Steinbuch. „Zwar waren die Fische noch etwas klein, dafür aber sehr viele. Hier war kein Otter am Werk. Die größeren Karpfen werden wir jetzt zum Verkauf aussortieren. Die meisten kommen aber in unseren großen Stausee zur sicheren Überwinterung", verriet Christian Steinbuch. Die Karpfen waren im Schnitt 1,5 kg schwer. „Für Bayern wäre das optimal. Aber bei uns in Thüringen sind zweieinhalb bis drei Kilogramm das Zielgewicht" sagt der Pächter, der im Frühjahr durch Kormorane und Fischreiher wieder zahlreiche Verluste zu beklagen hatte.
Im Teich bei Triptis waren nur Karpfen, keine Zander, Rotaugen oder Hechte. Einen Bitterling fand Christian Steinbuch beim Abfischen. Der sechs bis neun Zentimeter kleine Karpfenfisch, der in pflanzenreichen, flachen, stehenden Gewässern mit sandigem oder schlammigen Grund zu finden ist, ist vom Aussterben bedroht. Er ist bei der Fortpflanzung auf Muscheln angewiesen. Das Weibchen legt seine Eier in den Kiemenraum großer Süßwassermuscheln.
„Hier geht es um die Artenvielfalt. Fischzucht ist aktiver Natur- und Artenschutz", sagt der Pächter, der sich schon auf das Fischereifest am Sonntag, 3. November ab 10 Uhr mit der beliebten Schauabfischung des 16 Hektar großen Weiderteichs bei Niederpöllnitz (Am Weiderdamm 68, 07570 Harth-Pöllnitz) mit anschließendem Verkauf freut. Bis zu 10.000 kg Fisch werden entnommen.
Das Wetter spielt keine Rolle. Im Vorjahr waren mehr als 1.000
Gäste vor Ort. Auch in diesem Jahr ist die kulinarische Versorgung mit Räucherfisch, Rostern, Fischbrötchen sowie warmen und kalten Getränken gesichert. Die Umsatzzahlen im Hofladen hatten sich im letzten Jahr gut entwickelt.
Nach einem schwierigen ersten Jahr stieg die Kundenzahl zuletzt beträchtlich. Seit Oktober ist wieder freitags und sonnabends geöffnet.