Happy End für Cora Aust
Die erste Sprintwertung der Schlussetappe in Münchenbernsdorf gewinnt die Geraerin Cora Aust (Mitte) im gelben Trikot, muss anschließend die Spitzengruppe aber ziehen lassen. Foto: Lohse
Von Jens Lohse
Gera (NG). Hatten im Vorjahr bei der OstthüringenTour des Nachwuchses mit Lotte Lorenz (U 11 weiblich) und Pia Naundorf (U 13 weiblich) gleich zwei junge Radsportlerinnen für den SSV Gera 1990 die Gelben Trikots überstreifen durften, ging der Gastgeber auch bei der 23. Auflage nicht leer aus. Cora Aust - 2024 als Fahrerin des jungen Jahrgangs in der U 15 weiblich auf Platz zehn eingekommen - trug sich diesmal in die Siegerlisten ein. Nach dem Auftakterfolg beim Prolog in Debschwitz, einem dritten Platz beim Einzelzeitfahren sowie einem weiteren Tageserfolg beim Rundstreckenrennen in Silbitz hatte sie vor der letzten Etappe in Münchenbernsdorf knapp 20 Punkte Vorsprung auf Verfolgerin Greta Kunz (Baumholder), während die weiteren Kontrahentinnen bereits mehr als 40 Zähler Rückstand aufwiesen.
Obwohl Streckensprecher und DJ Marcel Barth am Mikrofon von einem fast uneinholbaren Vorsprung sprach, hatten einige Experten durchaus noch Bauchschmerzen, weil Cora Austs Probleme im bergigen Gelände bekannt waren. Zwei der sechs Runden hielt die Achtklässlerin an der Spitze des Feldes mit, gewann sogar den ersten Prämiensprint. Doch dann wurde es ernst. Vorn wurde eine Attacke gefahren. Eine achtköpfige Gruppe setzte sich ab - ohne das Gelbe Trikot. Cora Aust mühte sich. Nach vier Runden betrug der Rückstand 20 Sekunden, nach fünf Runden war er auf 1:10 Minuten angewachsen.
Jetzt half nur noch die Hoffnung, weil bei der OstthüringenTour keine Zeitabstände ermittelt, sondern für die jeweilige Platzziffer Punkte vergeben werden. Deshalb durfte insbesondere die bis dato zweitplatzierte Greta Kunz auf der Schlussetappe nicht aufs Treppchen fahren. Und das Glück war auf Seiten der Geraerin. Der Tagessieg ging an die bisherige Siebte der Gesamtwertung, Charlotte Mader (Harvestehude) vor Lena Vogel (11./Königs Wusterhausen) und Lilith Wesselmann (6./Kiel). Greta Kunz wurde Siebte. Cora Aust fuhr auf Rang neun über die Ziellinie.
Die Enttäuschung war zunächst groß. Erste Tränen mussten getrocknet werden. „Ich habe gekämpft und alles gegeben, wusste um meine Schwächen am Berg. Zwei Runden konnte ich gut mithalten, dann aber die Attacke nicht mitgehen", hatte die 14-Jährige den Gesamtsieg innerlich eigentlich schon abgehakt. Umso erstaunter war sie, als sie bei der Siegerehrung doch aufs oberste Podest gerufen wurde. „Für mich war entscheidend, dass Cora Aust alles gegeben und sich nichts vorzuwerfen hatte. Bis dahin hatte sie ihre Stärken auf allen Etappen sehr gut ausgespielt. Deshalb kam es mir gar nicht unbedingt auf den Gesamtsieg an. Dass sie ihn geholt hat, ist natürlich umso schöner", freute sich SSV-Trainerin Heike Schramm.
In den anderen Altersklassen konnten die Geraer bis auf Magdalena Weineis (7./U 11 weiblich) nicht in die Top Ten-Plätze fahren. „Für unsere Sportler ist jede dieser Etappen auf diesem Niveau ein Lernprozess. Stolz können wir auf 125 Starter in der U 13 männlich sein. So etwas gibt es nirgendwo in Deutschland. Solche Felder tragen dazu bei, dass alle Teilnehmer hier enorm viel mitnehmen", resümierte Heike Schramm, die auch als Sportliche Leiterin der OstthüringenTour fungierte.
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