Kultur

Hunde, Katzen und andere Tierarten

Kuratorin Claudia Schönjahn mit dem Quiz-Flyer vor drei Werken von Kurt Günther. Foto: Wolfgang Hesse

Erschienen am 30.03.2026| Jahrgang: NG 7/26

Von Wolfgang Hesse

Gera (NG). Affe, Löwe, Hahn, Wildgänse, Fische und viele andere Tiere sind derzeit im Otto-Dix-Haus zu bestaunen. Gezeigt werden 53 Bilder, die Künstler vom Ende des 17. Jahrhunderts bis 1981 auf Papier und Leinwand gebracht haben. Die meisten Motive dieser Arbeiten aus 350 Jahren sind des Menschen Lieblingstiere, Hund und Katze.
Kuratorin Claudia Schönjahn hat das Depot der Geraer Kunstsammlung gesichtet und Werke entdeckt, die bisher noch nie oder lange nicht ausgestellt wurden. „Entstanden ist eine thematische Ausstellung mit einem anderen Fokus auf die Auswahl", berichtet Claudia Schönjahn. Es seien auch Werke unbekannter Künstler zu sehen und Bilder, deren Zustand nicht ganz perfekt ist. Doch diese Bilder passten genau zum Thema.
Doch was wäre eine Ausstellung im Geburtshaus ohne den Meister selbst? Otto Dix hat im Laufe seines Schaffens viele Arbeiten mit Tierdarstellungen geschaffen. Daneben seien auch thematische Arbeiten von Paul Klee, Alfred Griebe und Paul Neidhardt zu sehen. So heterogen wie die Ausstellung, so groß ist auch die stilistische Bandbreite der Techniken. Vertreten sind neben Monotopie, Kohle- und TuscheZeichnungen, auch Ölgemälde, Radierungen und Lithografien.
Interessant ist die Arbeit des Münchner Naturmalers Hubert von Heiden. Darauf sind sogenannte Remarks, also Ätzproben, zu entdecken. Ein Ziegenbock von Wilhelm Rudolf ist als Holzschnitt und als Weißlinienschnitt zu sehen.
Unterschiedliche Sichtweisen
Claudia Schönjahn strukturiert ihre Schau in drei Themengruppen. Im ersten Teil zeigen die ausgestellten Motive das Tier im natürlichen Umfeld. Gemeint ist das Tierporträt oder das Tier in der Landschaft.
In der nächsten Kategorie der Ausstellung wird das Verhalten zwischen Mensch und Tier charakterisiert. Dazu gehört das Titelbild zur Ausstellung: Kurt Günther „Der Tierfreund", eine Federzeichnung aus dem Jahre 1928, die den Menschen inmitten mehrerer Tiere darstellt.
Der dritte Teil der Schau zeigt das Tier als Symbol in der Literatur, in der Religion oder in der Mythologie. Zwei Darstellungen stellen das Gotteslamm als Kontrast gegenüber. Neben dem lieben Kuschel-Schäfchen auf dem Bild von Bosselmann ist auf der Lithographie „Das Opferlamm" von Otto Dix ein geschundenes gefesselter Tier zu sehen.
Im Ausstellungsraum befindet sich eine Vitrine mit kleinen Figuren aus der Tierwelt. Darunter sind Pferde der deutschen Bildhauerin Renée Sintenis zu entdecken. Sie schuf die Skulptur des „Berlinale Bären", der alljährlich während des Filmfestivals verliehen wird.
Einladung für die ganze Familie
„Wir denken, mit dieser Themenausstellung lässt sich niederschwellig das Kunstverständnis für die ganze Familie ansprechen", mein Kuratorin Claudia Schönjahn. „Die Ausstellungsobjekte lassen sich auf verschiedenen Levels entdecken." Daher gibt es für Kinder einen gedruckten Flyer, der als Quiz aufgebaut ist. Die Fragen sollen das Interesse für die Tiere und das dargestellte Umfeld wecken. Im Erdgeschoss stehen zudem Farbstifte bereit, um sein Lieblingstier auf Papier festzuhalten.
Die Sonderausstellung „Wie Hund & Katze" ist bis zum 7. Juni zu den Öffnungszeiten des Otto-Dix-Hauses (Di-So, 11 bis 17 Uhr) zu sehen.
Eine Osteraktion für Kinder von 5-8 Jahre unter dem Titel „Wo hat sich der Osterhase versteckt?" ist für den 2. April von 14 bis 15 Uhr geplant.

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