Josie Hofmann rettet sich ins Weltcup-Team
Die Geraer Eisschnellläuferin Josie Hofmann (r.) will wieder jubeln. Bei den Weltcups in Übersee kämpft die 28-Jährige um die Olympia-Qualifikation. Foto: Thomas Wendt
Von Jens Lohse Gera (NG). Mit Ach und Krach hat sich die Geraer Eisschnellläuferin Josie Hofmann für die ersten beiden Weltcups der Saison qualifiziert und damit ihre Chance auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2026 in Mailand und Cortina d´Ampezzo gewahrt. Ausschlaggebend war der vierte Platz über 3000 m bei den Deutschen Meisterschaften auf der Einzelstrecke in Inzell. In 4:14,08 min blieb die 28-Jährige, die für den Crimmitschauer Polizeisportverein an den Start geht, zwar ohne Medaille, erreichte aber zumindest das Minimalziel. Während Josephine Schlörb (4:09,57 min), Maira Jasch (4:10,51 min) und Marlen Ehseluns (4:12,41 min) deutlich schneller unterwegs waren, rettete sich Josie Hofmann ins Ziel. „Ich habe seit längerer Zeit mit Verletzungen zu kämpfen. Mein Körper ist noch nicht wieder bereit. An der Hüfte laboriere ich durch den hohen Trainingsaufwand an einer Stressreaktion durch Überlastung. Am Rücken sind die bekannten Bandscheibenprobleme wieder aufgetreten. Bis zum Wettkampf hatte ich mich aber gut gefühlt", meinte die Geraerin, die vom Speedskating zum Eisschnelllauf gefunden hatte. Nach vier Runden der 3000 m-Entscheidung wäre Josie Hofmann fast gestürzt. „Die Ansteuerung der Muskulatur hat nicht mehr funktioniert. Ich hatte Glück im Unglück, konnte zumindest durchlaufen", verriet die Geraerin, die bis dahin noch an der Spitze gelegen hatte, auf den letzten Runden aber deutlich einbüßte. „Danach habe ich mich in Absprache mit den Trainern entschlossen, in Inzell auf weitere Starts zu verzichten. Dadurch, dass fürs deutsche Weltcup-Team vier Startplätze zu vergeben waren, war mir einer davon sicher. Ich wollte nichts riskieren. Der Druck war so schon enorm groß", äußerte sich die Geraerin, die anschließend die Trainingsumfänge etwas anpasste und viel auf physiotherapeutische Behandlungen setzte. Derzeit ist sie weiterhin nicht schmerzfrei. „Die mentale Komponente ist nicht zu vernachlässigen, wenn man täglich mit Schmerzen konfrontiert ist. Aber mein großes Ziel ist Olympia", so Josie Hofmann, die Anfang November mit dem Team der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft zu den ersten Weltcups der Saison nach Salt Lake City und Calgary aufgebrochen ist. Über 3000 m muss sie zwar erst einmal in der B-Gruppe ran. Nur die Deutsche Meisterin Josephine Schlörb hat einen Startplatz in der A-Gruppe der besten 16 sicher. Außerdem ist Josie Hofmann für den Massenstart und die Teamverfolgung nominiert. Bei der WM im letzten Winter im norwegischen Hamar hatte das DESG-Trio mit Lea Sophie Scholz, Josephine Schlörb und der Geraerin als Vierte Bronze nur um eine gute halbe Sekunde verpasst. Oben drauf lief die 28-jährige noch auf Platz acht über 5000 m, wodurch sie in den Olympia-Kader rutschte und Maximalförderung genießt. „Für mich ist das Entscheidende, jetzt die Nerven zu bewahren. Olympia ist noch möglich. Der Druck ist etwas weg. Ich muss mich im Training stabilisieren, um die Weltcups gut vorzubereiten. Dann sehen wir weiter", hat Josie Hofmann die Zuversicht nicht verloren. Die Olympia-Startplätze werden über die Weltrangliste vergeben. Hinzu kommt die DOSB-Norm, die besagt, dass man bei Weltcups einmal unter den besten Acht oder zweimal unter den besten 16 gewesen sein muss. Deshalb ist es wichtig, in der A-Gruppe des Weltcups zu starten. Denn nur dort sind solche Platzierungen möglich.
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