Sport

Junioren-WM-Silber für Neele Krech

Die Geraerin Neele Krech holt in Krakau Junioren-WM-Silber mit der K1-Mannschaft. Als nächstes steht die EM in Frankreich auf dem Programm. Foto: Jens Lohse

Erschienen am 05.08.2026| Jahrgang: NG 16/26

Von Jens Lohse

Gera (NG). Bei Familie Krech in Kaimberg im Geraer Süden dreht sich momentan wieder einmal alles um den Kanuslalom. In der vorletzten Woche verfolgten die Eltern im Stream stets gegen Mitternacht die Wettbewerbe von Tochter Lucie, die sich bei ihrer WM-Premiere in Oklahoma in den USA mit dem siebten Platz in der C1-Mannschaft und Rang 19 im Einzelwettbewerb als zweitbeste Deutsche mehr als wacker schlug.
Nun geht es für die Eltern als Zuschauer zur Junioren-EM ins französische Epinal geht. Die jüngere Tochter Neele ist dort gefordert. Die 18-Jährige hofft, die Leistungen der Junioren-WM Anfang Juli in Krakau in Polen bestätigen und in ihrer Lieblingsdisziplin C1 noch ausbauen zu können. In Krakau war es für Neele Krech nicht ganz nach Plan gelaufen. Im C1-Vorlauf war der Wasserstand plötzlich gesunken, so dass die Tore höher als sonst hingen, was dazu führte, dass manch akrobatische Tordurchfahrt riskant wurde. Dies wurde der Geraerin zum Verhängnis. Die Kampfrichter beurteilten ein Tor als nicht durchfahren, was zu 50 Strafsekunden und somit zum Ausscheiden führte. „Das war schon ärgerlich, zumal es uns im Team ähnlich erging. Eine meiner Mannschaftskolleginnen verpasste ein Tor, so dass wir statt auf Rang zwei unter ´Ferner liefen' einkamen", urteilte Neele Krech, die aber in Krakau auch im K1 und im Kajak-Cross im Einsatz war.
Im K1-Teamwettbewerb trumpfte das DKV-Trio mit Nova Müller, Neele Krech und Britta Jung auf und durfte sich trotz sechs Strafsekunden über Silber hinter Tschechien und vor der Slowakei freuen.
Auch im Einzel wusste die Wahl-Leipzigerin, die das Kanuslalom-Abc beim TSV 1880 Zwötzen vermittelt bekam, zu überzeugen. Platz sieben sprang im Finale heraus, wobei ohne die zwei Torstangenberührungen sogar Bronze drin gewesen wäre.
Im Kajak-Cross reichte es in den Time Trials - einer Art Einzelzeitfahren - zu Platz sechs, wobei Gold nur 1,44 s entfernt war. In den Heats schaffte es Neele Krech bis ins Halbfinale, wo ihr eine querstehende US-Amerikanerin den Weg versperrte, so dass die beiden führenden Tschechinnen weit enteilten. „Jedes Jahr komme ich eine Runde weiter. Ich bleibe dran. Irgendwann klappt es auch im Kajak-Cross", meinte die 18-Jährige, die nun in Epinal ihren letzten internationalen Junioren-Wettbewerb bestreiten wird. „Wir haben nach Krakau noch einmal viel und hart trainiert. Ich fühle mich gut, werde mich aber nicht zu sehr unter Druck setzen", erklärte Neele Krech, die auch in Frankreich wieder sechs Medaillenchancen hat.
Schwester Lucie bekam von den Bundestrainern in Epinal eine Pause verordnet, wird aber als Zuschauerin trotzdem in Frankreich vor Ort. Ihr nächster Wettkampf-Höhepunkt ist dann die Elite-EM Ende September in Ivrea in Italien.

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