Krech-Schwestern qualifiziert
Die Krech-Schwestern Lucie (l.) und Neele, die das Kanuslalom-Abc beim TSV 1880 Zwötzen vermittelt bekamen, haben sich in Markkleeberg und Augsburg für die Nationalmannschaften qualifiziert. Foto: Jens Lohse
Von Jens Lohse
Gera (NG). Nicht nur die Sonne strahlte Anfang Mai über dem Haus der Familie Krech in Gera-Kaimberg. Während sich die Schwestern Lucie und Neele Krech an den beiden Wochenenden zuvor für die Kanuslalom-Nationalmannschaften der U 23 und der U 18 qualifiziert hatten, sorgte ein Anruf von Bundestrainer Thomas Apel für eine nochmalige Steigerung des Glücksgefühls. Er teilte Lucie Krech am Telefon mit, dass die schwangere Elena Lilik (Augsburg) auf einen WM-Start in Oklahoma (USA) verzichten würde und die Wahl-Leipzigerin damit in die Nationalmannschaft nachrücken würde. Schon am Montag gehe es zum ersten Trainingslager nach Nordamerika. Auf dem dortigen Areal werden auch die Kanuslalom-Wettbewerbe der Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles ausgetragen.
„Ich bin natürlich überglücklich, erstmals dabei sein zu dürfen", gestand die 21-jährige Polizeischülerin, die Mitglied der Sportfördergruppe der Polizei Sachsen ist. Die beiden Wochenenden Ende April und Anfang Mai in Markkleeberg und Augsburg hatten ihr alles abverlangt. „Nichts ist nervlich so zerreißend wie diese beiden Wochen", verriet Lucie Krech. Obwohl der Kanupark in Markkleeberg die Haus- und Trainingsstrecke der Leipziger Slalomkanuten ist, hatten sie dort in den Vorjahren immer wieder Probleme. „Doch diesmal habe ich den Bann gebrochen. Es lief ganz gut. Bei den ersten beiden Rennen konnte ich als Zweite und Dritte sogar in die Phalanx der Großen eindringen", berichtete die C1-Spezialistin, die in der Wertung der U 23 Platz eins belegte und sich damit als erstes Boot für das DKV-Team für die U 23-WM im polnischen Krakau in der ersten Juli-Woche und die U 23-EM in Epinal in Frankreich im August qualifiziert. Da aber die WM in Oklahoma für Mitte Juli terminiert ist, stehen diese Starts erst einmal in Frage.
Schwester Neele Krech wusste in ihrem letzten Junioren-Jahr zu überzeugen. Die 18-Jährige konnte sich gleich in drei Disziplinen für die U 18-Nationalmannschaft qualifizieren. Im C1 gewann die Geraerin fünf der acht Läufe und führte die Rangliste an. Im K1 ordnete sie sich auf Rang drei ein. „Da hatte ich mir eigentlich nichts vorgenommen, hatte deshalb auch keinen Druck. Wir trainieren den Einer-Kajak nicht wirklich. Deshalb war ich am Ende selbst etwas verwundert, mich qualifiziert zu haben", erklärte Neele Krech, die auch in der Kajakcross-Wertung als Gesamtzweite ihr Ticket löste. Mit 23 Rennen an zwei Wochenenden hatte die 18-Jährige ein Mega-Pensum zu absolvieren. „Nicht einmal auf meinen 18. Geburtstag, der kurz vor Beginn der Qualifikationswettkämpfe war, habe ich mit meinen Eltern und meiner Schwester angestoßen. Sogar auf Süßigkeiten und Chips habe ich verzichtet", erzählte sie.
Nach einer Woche Regeneration sind beide Krech-Schwestern wieder ins Training eingestiegen. Das verschobene Anstoßen auf den 18. Geburtstag hat man inzwischen nachgeholt. Dafür gab es nun doppelten Grund.
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