KuK-Sanierung in den Startlöchern
Geras OB Kurt Dannenberg (Mitte) übergibt ein Modell des sanierte Kultur- und Kongresszentrums an Generalsanierer Jörg Baum (2.v.l.), den Geschaftsführer des Architektenbüros Junk & Reich aus Weimar. Foto: Jens Lohse
Von Jens Lohse Gera (NG). Es geht los. Zum Jahresende wird das Geraer Kultur- und Kongresszentrum geschlossen. Nur städtische Events dürfen noch drei Monate länger stattfinden. Dann beginnt die Sanierungsphase des größten Veranstaltungshauses in Gera. Als Generalplanungsunternehmen wurde das Architektenbüro Junk & Reich mit Sitz in Weimar beauftragt, das 35 Mitarbeiter beschäftigt. Bewerbungen hatte es mehr als ein Dutzend aus ganz Europa gegeben. Junk & Reich-Geschäftsführer Jörg Baum, gebürtiger Plauener, freute sich über den Zuschlag. „Seit 1990 sind wir in der Region unterwegs und haben viele komplexe Bauvorhaben getätigt", berichtete er und erinnerte sich an eigene Erlebnisse mit Gera. „Mit Oma und Opa bin ich als Kind immer mal in Gera unterwegs gewesen. An einen großen Delikat-Laden kann ich mich erinnern. Und auch an einen Besuch im damaligen Haus der Kultur."
Das 1981 eröffnete Veranstaltungshaus muss umfassend und denkmalgerecht saniert werden. Ohne Sanierung droht die dauerhafte Beendigung des Veranstaltungsbetriebs, was erhebliche Auswirkungen auf die kulturelle Infrastruktur, die Innenstadtentwicklung sowie die wirtschaftliche und touristische Attraktivität Geras hätte. Gerade die Anforderungen an den Brandschutz werden nicht mehr erfüllt. Der bauliche Verschleiß schreitet fort. Der Zahn der Zeit nagt an allem. Eine Sanierung ist daher die einzige tragfähige Option, um das KuK und seine 26.000 Quadratmeter Gebäudefläche langfristig zu erhalten. Perspektivisch sollen im Kultur- und Kongresszentrum – im Volksmund oft als „kleiner Palast der Republik" bezeichnet – die Stadt- und Regionalbibliothek, das Stadtarchiv, die Tourismusinformation, ein Museumsdepot und weitere städtische Einrichtungen untergebracht werden. Bis August 2027 soll die Entwurfsplanung stehen, die noch in diesem Sommer in vier Workshops mit den betreffenden Nutzern diskutiert werden wird. „Das KuK soll noch mehr den Herz- und Pulsschlag der Stadt widerspiegeln, ein offenes Haus sein, das auch tagsüber belebt ist", erklärte Sozialdezernentin Sandra Wanzar. Die Sanierung finanziert Gera zunächst vor. „Natürlich rechnen wir mit Fördergeldern aus verschiedenen Töpfen, brauchen dafür aber die Leistungsphase 3", verriet Geras Oberbürgermeister Kurt Dannenberg.
Das Kulturleben in Gera wird auch während der Sanierungszeit fortgeführt. Das Comma, die Sparkassenbühne und das Hofgut dienen als Alternativen. Weitere Formate sollen geschaffen werden. Die Gastronomiebetriebe und der Einzelhandel bleiben auf jeden Fall bis zur Leistungsphase 3 (August 2027) in Betrieb.
Ab Januar kommenden Jahres wird das Gebäude beräumt. Stühle, Bänke, Pflanzen, Lampen, die gesamte technische Ausstattung – alles muss raus. Die Stadt ist auf der Suche nach Partnern, um Dinge wie Tonbandaufnahmen oder Projektoren zu archivieren. Ob das „Lied des Lebens", an dem einst 25 Künstler aus der gesamten DDR arbeiteten, an gleicher Stelle bleiben kann, wird man sehen. „Wir wollen so viel wie möglich erhalten und im neuen Glanze erstrahlen lassen. Gut ist, dass so viel Fläche und Raum zur Verfügung steht", meinte Jörg Baum. Natürlich werden die Baumaßnahmen auch im Umfeld zu Einschränkungen führen. Verkehrstechnisch ist die Fläche direkt vor dem KuK sehr gut angebunden. Die Stadt hat sich vorgenommen, die Baustelle transparent zu begleiten. Der Baufortschritt soll erlebbar gemacht werden. Deshalb sollen Ansprechpartner für interessierte Bürger benannt werden.
Als Termin für die Wiedereröffnung steht 2031 im Raum, wenn das Kultur- und Kongresszentrum sein 50-jähriges Jubiläum feiert.
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