Gesellschaft

Martinsgrund als Besuchermagnet

Für Groß und Klein sind sie äußerst liebenswert, die Berberaffen im begehbaren Gehege. Foto: Wolfgang Hesse

Erschienen am 29.07.2022

Von Wolfgang Hesse 

Gera (NG). Der Geraer Tierpark gehört einfach zur Stadt und mittlerweile zu den beliebtesten Kultureinrichtungen in Ostthüringen. Anfangs als Tiergehege und jetzt als Zoo, die Tiere im Martinsgrund sind ein Besuchermagnet für die Geraer und die ihre Besucher als aller Welt. Im vergangenen Jahr war mit 180.000 Gästen ein neuer Besucherrekord zu verzeichnen. Jetzt konnte der Tierpark sein 60-jähriges Bestehen feiern. Angefangen hat alles am 30. Juni 1962, als ein Heimattiergehege mit Mufflons, Rehen und Rothirschen. Daher ist bis heute das Wappentier des Geraer Tierparks ein Mufflon. „Der Standort im unteren Bereich des Martinsgrundes, unmittelbar am Martinsgrundbach gelegen, musste nach ein paar Jahren aufgegeben werden, da der Bereich aufgrund der feuchten Lage nicht als Unterkunft für Tiere geeignet war", berichtet Ingrid Schiebel, die erste Leiterin der Tierattraktion in Gera. Diese und andere Zeitzeugen kommen in einem Film des TMBZ zu Wort. Er wurde von den beiden Azubis der Stadt Janine Staub und Franz Dörsel, zukünftige Mediengestalter, in Zusammenarbeit mit Heinz Röske geschaffen und ist eine Filmdokumentation zum Tierparkjubiläum. Der Film zeigt die Entwicklung des Areals bis heute und enthält historische Momente in bewegten Bildern und Fotografien aus den Archiven. Diese 13 Minuten filmische Erinnerungen konnten die Besucher an dem Festwochenende vom 9. bis 10. Juli auf dem Gelände in einer Dauerschleife erleben. Es ist geplant dieses Zeitdokument auf der neuen Homepage der Stadt und im Archiv des TMBZ allen Interessierten zugänglich zu machen. Zu den Highlight des Einrichtung zählen der begehbare Affenwald und das Raubkatzengehege mit den selten vorkommenden weißen Löwen, namens Mufassa, Sari und Mali. Unvergleichliche Tier- und Spielerlebnisse bieten auch der Bauernhof mit Streichelzoo und eine für Besucher zugängliche Dammwildanlage. Derzeit sind insgesamt 650 Tiere aus 70 Tierarten zu bestaunen, wobei der Elch wohl das Größte in den Außengehegen ist. Mit 24 und 12 Jahren führen die Hauseseldame Isabella und der Berberaffe Lutz die Altersstatistik an. Alljährlich werden zu Saisonbeginn wichtige Wartungs- und Erneuerungsarbeiten im Gelände erledigt. In diesem Jahr bekam der Eingang zum Affenwald eine neue Treppe und einige Gehege wurden umgestaltet, um den Tieren bessere Weideflächen zu bieten, berichtet Dr. Florian Weise, der Tierparkleiter. „Aktuell steht die Instandsetzung der Wagonhalle für die beliebte Parkeisenbahn und in naher Zukunft die Sanierung der Bahnhöfe an", betont er. Besonderes Augenmerk legt der Leiter auf die Ausweitung der tiergerechten Haltung. Das betreffe zum einen die sensorischen Sinne der Wildtiere, um möglichst artgetreue Anreize zur Bewegung zu schaffen und weiterhin ist es wichtig mit Mineralstoffen und Vitaminen eine voll ausgewogene gesunde Ernährung zu gewährleisten. „Mit dem Tierpark bieten wir besonders jungen Leute die Möglichkeit unsere einheimischen Arten aus der Nähe zu sehen, Natur- und Klimaschutz hautnah zu erleben und so die Erfahrungen für die Gestaltung unserer Umwelt einsetzen können", bemerkt Oberbürgermeister Julian Vonarb. So sei der Tierpark mit seinen vielen Stationen auch eine Bildungseinrichtung, ergänzt Konrad Nickschik. „Der Geraer Tierpark ist ganz bewusst ein heimischer Waldzoo, der Kindern und Familien die Möglichkeit bietet, ungefiltert Naturräume und Tiere mit allen Sinnen zu erleben", konkretisiert Florian Weise. Ein besonderes Projekt, der Klimagarten befindet sich aktuell in der Umsetzung und soll in den nächsten zwei Jahren fertig gestellt werden. Auf einer Fläche von 600 Quadratmeter wird eine grüne Oase, ein Ort des Erholens und des Lernens entstehen. Teich, Schmetterlingswiese und Spielangebote sollen die Tierparkgäste zukünftig zum Verweilen einladen. Damit der Tierpark als beliebtes Ausflugsziel von Familien auch in Zukunft bezahlbar bleibt, gibt es Bestrebungen den Förderverein zu reaktivieren.

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