Kultur

Mit Lichterfee und Retrofuturismus

Celine, die Lichterfee des Buga-Fördervereins 2026. Fotos: W. Hesse

Erschienen am 13.04.2026| Jahrgang: NG 8/26

Von Wolfgang Hesse

Gera (NG). Am 27. April jährt sich zum 19. Mal der Beginn der Bundesgartenschau Gera-Ronneburg und die Eröffnung des Hofwiesenparkes. Seither ist und bleibt dieser größte Park Geras ein nicht wegzudenkender Anziehungspunkt für Groß und Klein. Alljährlich wird daher die Parksaison mit einem großen Volksfest, dem Hofwiesenparkfest, eröffnet. Die Lichternacht des Buga-Fördervereins, die erstmalig zur BUGA 2007 stattfand, gehört mittlerweile zum festen Bestandteil des Hofwiesenparkfestes. Auch in diesem Jahr werden 10.000 Kerzen den Hofwiesenpark zum Leuchten bringen.
In den vergangenen Wochen waren Vereinsmitglieder eifrig dabei, die Gläser zu ersetzen, die durch das Unwetter im letzten Jahr zerstört wurden. Neben Mitgliedern und Freunden des Buga-Fördervereins bemalten Kinder der Kita Gänseblümchen aus Seelingstädt, der Kitas Sonnenkäfer und Krümel aus Gera, die Jungen und Mädchen der Otto-Dix-Grundschule und der Entdecker-Gemeinschaftsschule Gera sowie Männer und Frauen im sozialtherapeutischen Zentrum und eine russische Frauengruppe Gläser für die Lichternacht. Über 500 farbig kreativ gestaltete Gläser werden am 2. Mai zusätzlich in den Partnerschaftsgärten und auf den Wiesen rund um das Veranstaltungsoval erstrahlen.

Neue Lichterfee für 2026 gekürt
Was wäre eine Lichternacht ohne die Geraer Lichterfee? Der Aufruf des Buga-Fördervereins wurde erhört, und somit konnte der Vorstand aus mehreren Bewerberinnen auswählen. Die neue Lichterfee heißt Celine Steltenpohl und wohnt in Gera. Sie ist 25 Jahre jung und hat sich gemeinsam mit ihrer Freundin beworben. „Es macht mir viel Freude, Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und zu sehen, wie ihre Kinderaugen strahlen. Es gibt nichts Schöneres für mich", freut sich die neue Geraer Lichterfee. Als Mutter einer zweijährigen Tochter spricht sie dabei aus Erfahrung. „Wir waren letztes Jahr zur Lichternacht, konnten wegen des Wetters nicht lange bleiben. Daher hoffe ich sehr auf besseres Wetter in diesem Jahr", wünscht sich Celine.
Sie freut sich, ihre Familie und ihre Freunde im Hofwiesenpark als Lichterfee zu überraschen. „Ich möchte einfach die Menschen an so einen Tag glücklich sehen, auch die ältere Generation. Es macht einfach Freude, das gute Wetter zu genießen, einfach draußen zu sein", wünscht sich Celine. Sie fotografiert gern und liebt Fotoshootings. Ihr wichtigstes Hobby, das Nageldesign, möchte sie gern zum Beruf werden lassen. Derzeit arbeitet sie im Handel und hat Lust, ein eigenes Nagelstudio zu eröffnen. Sie reitet gern und ist oft mit Inlinern auf dem Elsterdamm unterwegs. Bewegung bei schönem Wetter und viel Zeit mit der Familie zu verbringen, gehöre zu ihrem Leben einfach dazu.
Noch vor ihren großen Auftritt darf sie sich ein Kleid aussuchen, das der Buga-Förderverein sponsert. Damit wird Celine an der Seite vom Oberbürgermeister ihre Stadt auch zu anderen Veranstaltungen, wie etwa dem Höhlerfest oder der Eröffnung des Märchenmarktes vertreten.
Bereits am Vormittag der Lichternacht, also am 2. Mai, werden viele fleißige Helfer und Ehrenamtliche des Buga-Fördervereins die Gläser mit den Kerzen auf den Wiesen und an den Wegen im Park verteilen und die Lichter mit Beginn der Dunkelheit entzünden. Leuchtende Figuren, Lichterbäume und funkelnde Wiesen werden wieder erstrahlen. Mittendrin wird die Geraer Lichterfee die Blicke auf sich ziehen. Nach der Eröffnung lädt sie Groß und Klein zu einem Lampionumzug durch den illuminierten Hofwiesenpark ein.

Mit Zeitreisepass, Zahnrad und Zylinder
Erstmalig wird sich eine Steampunk-Gruppe unter die Besucherinnen und Besucher mischen. Der Verein „Zahnrad und Zylinder" kommt aus Meißen und hat sich der Tradition des Steampunk verschrieben. „Wir haben uns 2017 mit dem Ziel, die Gründerzeit in Meißen zu inszenieren, gegründet. Steampunk ist an das 19. Jahrhundert angelehnt, wobei viel Phantasie mitschwingt", berichtet Jaennette Mahlow, die Vereinschefin. Ihr Gatte Jens ist der Schatzmeister und für die Musik bei den Festen verantwortlich. „Aktuell haben wir 40 Mitglieder, wovon 38 mit uns nach Gera reisen werden", ergänzt Jens Mahlow. „Wir können in unserer Gewandung sehr frei agieren, das kann historisch angelehnt aber auch pure Phantasie sein", so beschreibt er seine Faszination am Steampunk. In Gera werden sie die Gäste an einer langen Tafel begrüßen, wo man gern Platz nehmen und bei Essen und Trinken über dies und das plaudern darf. „Wir haben eine Steampunkausstellung dabei und zeigen KI generierte Bilder, denn auch 3D-Technik hat Einzug in den Steampunk gehalten.
In den fünfziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts dachte man über die Zukunft der Welt optimistischer als heute. Viele Zukunftsvisionen entstanden. Genau diesen Retrofuturismus möchte der Steampunk zurückholen. An einem Schmuckstand besteht die Möglichkeit, selbst Steampunkschmuck herzustellen. Beim Tee-Duell können sich die Geraer miteinander messen. Wie das abläuft, sei noch nicht verraten. Die Steampunks laden zu einer optischen Zeitreise mit Spaß und Optimismus und vielen Geschichten rund um das 19. Jahrhundert ein. Vielleicht gibt es eine Wiederholung im nächsten Jahr? Interessenten können sich bereits einen Zeitreisepass sichern und damit andere Veranstaltungen der Steampunk-Szene besuchen.

Auf jeden Fall wünschen sich die Vereinsmitglieder, viele neue Steampunks zu infizieren, denn in Gera habe Steampunk noch viel Luft nach oben.

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