Mittelstrecke, Akkordeon und Jugendwart
Sandrine Hilke vom Geraer Zabelgymnasium hat den Pierre-de-Coubertin-Schülerpreis 2026 erhalten. Foto: Jens Lohse
Von Jens Lohse
Gera (NG). Fünf Pierre-de-Coubertin-Preisträger des Jahres 2026 kommen aus Gera. Anliegen des Schulpreises ist es, dem Schulsport einen fördernden Impuls zu geben, ehrenamtlichen Einsatz zu würdigen und Schüler auch nach ihrer Schulzeit für ein Engagement im Sport zu motivieren. Unter den geehrten Schülern, für die es seit der Corona-Pandemie keine gemeinsame Auszeichnungsveranstaltung mehr gibt, befindet sich neben Giulia Kirmse vom Rutheneum seit 1608, Daria Achs vom Zabelgymnasium, Janpeter Weis vom Liebegymnasium und Marie-Luise Fechner von der Regelschule Debschwitz auch Sandrine Hilke, die ebenfalls am Geraer Zabelgymnasium lernte.
Die 18-Jährige begann recht früh, sich sportlich zu engagieren. Über eine Sport-AG in der Hans-Christian-Andersen-Grundschule bestritt sie schon mit sieben Jahren erste Crossläufe und trainierte später beim 1. SV und danach dem LV Gera Leichtathletik. Zunächst widmete sich Sandrine Hilke dem Mehrkampf, dann stärker der Mittelstrecke. Erst vor wenigen Wochen durfte sie sich bei den Thüringer Meisterschaften der U 20 mit Silber über 1500 m und Gold über 800 m schmücken. „Stolz bin ich darauf, dass ich alle Schulcrossläufe im Herbst und im Winter von der ersten bis zur zwölften Klasse gewonnen haben. Das dürfte außer mir in den letzten Jahren nur Fabio Schönfeld geschafft haben", meinte sie. Nicht verwunderlich also, dass sie am Zabelgymnasium als Sport-Ass 2025 ausgezeichnet wurde. Am bundesweiten Schulsport-Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia" stand sie für ihre Schule im Basketball, Volleyball, Beachvolleyball und Badminton in den Teams.
Sandrine Hilkes Hobbys beschäftigen sich aber nicht nur mit dem Sport. Bis zur zwölften Klasse war sie im Schulchor auch als Solosängerin aktiv, spielt wie ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Constantin Akkordeon und kann auch dem Klavier feine Klänge entlocken. In der Tanzschule Schulze widmet sie sich dem Paartanz. Der geneigte Beobachter fragt sich nun, wie die 18-Jährige das alles in sieben Tage in der Woche verpackt. Doch damit nicht genug. Sandrine Hilke hat in der Sportschule Werdau auch die Trainerlizenz erworben, füllt im Verein das Amt der Jugendwartin aus und arbeitet in der Jugendkommission des Thüringer Leichtathletikverbands mit. Mit ihrer Trainingsgruppe organisierte sie 2025 eine Paddeltour und in diesem Jahr einen Ausflug in den Kletterwald.
Der Sportlehrer, der sie am Zabelgymnasium besonders geprägt hat, war Robin Menzel, der sich enorm für seine Schüler eingesetzt und viele sportliche Aktivitäten gefördert hat. Leider wechselte er dann nach Zwickau. Umso größer war die Wiedersehensfreude jüngst beim Sommerkonzert der Schule. „Mit Reinhard Thiel hat er in meinen Anfangsjahren am Gymnasium unwahrscheinlich viel in die richtigen Bahnen gelenkt", verriet die 18-Jährige, die ihr Abitur mit einem Durchschnitt von 1,6 abschloss und nun ein Bauingenieursstudium in Weimar oder Nordhausen in Angriff nehmen will. „Den Sport werde ich aber nicht aufgeben. Er ist ein schöner Ausgleich, den ich im Leben brauche. Ich muss mich jeden Tag bewegen. Wenn ich es nicht tue, kribbelt es in den Beinen", so Sandrine Hilke, die als Musterpreisträgerin für den Pierre-de-Coubertin-Schülerpreis gelten könnte.