Moderne Abfallverwertung für Gera
ZRO-Geschäftsleiter Tim Wagner, Verbandsvorsitzender Christian Klein und AWV-Verbandsvorsitzender sowie Geraer OB Kurt Dannenberg erläuterten das Vorhaben „Gera bekommt thermische Abfallbehandlung“. Foto: Erika Baumann
Von Harald Baumann
Gera (NG). Um die Öffentlichkeit über das bedeutsame ZRO-Projekt einer thermischen Abfallbehandlungsanlage (TAB) zu informieren, hatten der Verbandsvorsitzende und Staatssekretär Christian Klein, der Geschäftsleiter Tim Wagner und der Vorsitzende des Abfallwirtschaftszweckverbandes, Oberbürgermeister Kurt Dannenberg, zu einem Pressegespräch in die IHK Gera eingeladen. Ein herausragender Aspekt des Vorhabens: Man will eine verlässliche Grundlage für die kommunale Abfallwirtschaft der nächsten Jahre schaffen. Riesige Mengen Abfall von Industrie, Landwirtschaft und durch Bürgerverhalten belasten das wirtschaftliche und soziale Vorankommen. Derzeit werden die wachsenden Abfallmengen von Gera und der Region über Auftragsvergaben entfernt von Ostthüringen verwertet. Mit der geplanten ZRO-Anlage in Gera (geplant ist das Industriegebiet Langenberg) will man die Transport- und Lagerlogistikkosten senken und eine Einnahmequelle durch den Verkauf von erzeugtem Dampf erschließen. Wie der Verbandsvorsitzende Christian Klein versicherte, soll das gesamte Verfahren transparent mit Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgen.
Apropos Energie: Die Energieversorgung Gera GmbH (EGG) plant in unmittelbarer Nachbarschaft des Thermoprojekts eine Anlage zu bauen, die den Dampf aus Produktion von Fernwärme für das Netz in Gera nutzen will. Der ZRO verpflichtet sich vertraglich zur Dampfproduktion, die EGG zur Abnahme der Wärme. Der Preis der Fernwärme soll deutlich unter dem Bundesschnitt liegen.
Mit der geplanten Anlage zur Müllverbrennung in Gera will man einen bedeutenden Beitrag zur Senkung der Abfall-Entsorgungskosten und zum Klimaschutz leisten. Etwa 120 Mio Euro wird der Bau der Anlage kosten. Sie ist für die Verwertung von 120.000 Tonnen Restmüll ausgelegt, davon etwa 90.000 Tonnen von den rund 700.000 Bewohnern Ostthüringens und dem Gewerbemüll aus der Region.
Nach grober Zeitplanung könnte das Gesamtvorhaben des Zweckverbandes ZRO 2033 erfolgreich die Arbeit aufnehmen. Mit ihm sollen 309 Gigawattstunden thermische Energie (Dampf) erzeugt werden. Ein Beispiel dafür, wie man Energie aus Müllverbrennungsanlagen als „grüne Wärme" gewinnt. Die Bewohner in Langenberg, in ganz Gera und in der gesamten Region können jetzt schon neugierig sein.
Geras OB Kurt Dannenberg begrüßte das Projekt ausdrücklich. Es werden in der Stadt neue Arbeitsplätze geschaffen. Wichtig ist auch die Kampfansage an den verbreiteten Mülltourismus, von dem leider auch Gera nicht verschont bleibt. Der Abfallwirtschaftszweckverband (AWV) will das Vorhaben des Zweckverbandes ZRO nach Kräften unterstützen. Denn noch gibt es bei der gründlichen mehrjährigen Vorbereitung viel zu tun, u.a. Grundstückserwerb, Planfeststellungsverfahren, Ausschreibung usw.
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