Nach mehr als zehn Jahren endlich am Ziel
Die ersten fünf angehenden Notfallsanitäter und das Team der Gesuso und seiner Unterstützer freuen sich darüber, den Ausbildungsgang nach Gera geholt zu haben. Foto: Jens Lohse
Von Jens Lohse Gera (NG). Erstmals werden in Gera Notfallsanitäter ausgebildet. Am 3. September hatte die Staatliche Berufsbildende Schule für Gesundheit, Soziales und Sozialpädagogik (Gesuso) zur feierlichen Eröffnung des Ausbildungsgangs eingeladen. „Die Erweiterung unseres Ausbildungsprofils im Schuljahr 2026/27 ist für uns ein Zeichen der Vielfalt. Notfallsanitäter ist ein Beruf mit Zukunft und Verantwortung, der ganz nah am Menschen wirkt. Das ist die höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst", erläuterte Schulleiterin Saskia Nörenberg, die an ihrer Einrichtung derzeit mit 90 Lehrkräften 1200 Schüler betreut. Schon 2015 hatte die SBBS Gesundheit, Soziales und Sozialpädagogik den Antrag gestellt, die dreijährige Notfallsanitäter-Ausbildung in Gera durchführen zu dürfen. Mehr als zehn Jahre dauerte der Genehmigungsprozess. Erst Mitte Mai erhielt die Gesuso die Zulassung, zu einer Zeit als Institutionen wie das Deutsche Rote Kreuz ihre Ausbildungsverträge längst abgeschlossen hatten. Bisher wurde in Thüringen nur in Mühlhausen und Meiningen ausgebildet. Deshalb startet die Premierenausbildung auch mit lediglich fünf angehenden Notfallsanitätern.
Amy Dehmel ist mit ihren 19 Jahren die jüngste im Quintett. „Ich war in der Oberstufe schon als Schulsanitäterin tätig, habe jetzt mein Freiwilliges Soziales Jahr im Waldklinikum in der Notaufnahme absolviert. In den elf Monaten habe ich viel gesehen, viel gelernt und viele Erfahrungen gesammelt. Dabei hat sich mein Wille verfestigt, unbedingt die Ausbildung zum Notfallsanitäter anzugehen", will sie nun den nächsten Schritt in ihrem Berufsleben gehen. Drei Jahre als Pflegefachkraft in der Notaufnahme und in der Neonatologie hat bereits Karolin Krech hinter sich. „Seit der Grundschule ist es mein Wunsch, Notfallsanitäter zu werden. Ich habe mich schon mehrfach für die Ausbildung beworben. Jetzt hat es endlich geklappt", verriet die 22-Jährige, die in Sachsen zu Hause ist und ehrenamtlich schon im Kreisverband der First Responder tätig war. First Responder sind qualifizierte Ersthelfer, die bei medizinischen Notfällen parallel zum regulären Rettungsdienst alarmiert werden, um die Zeit bis zu dessen Eintreffen zu überbrücken.
„In einer kleinen Gruppe wird es eine ganz individuelle Ausbildung geben", war Lars Hegedusch, die Vorfreude schon anzumerken. „Das ist ein historischer Tag für unsere Schule, den Rettungsdienst und die Stadt Gera. Es ist enorm wichtig, den Gesundheits-, Bildungs- und Versorgungsstandort Gera zu stärken. Eigene Fachkräfte selbst auszubilden und ihnen die Möglichkeit zu eröffnen, hier dann auch tätig zu werden, ist äußerst bedeutsam. Damit leisten wir einen Beitrag zur zukünftigen Sicherung der Notfallversorgung", berichtete der Fachrichtungsleiter Pflege, der sich bei den zahlreichen Partnern wie dem Arbeiter-Samariter-Bund, der Geraer Berufsfeuerwehr, dem Rettungsdienst-Zweckverband, aber auch dem Staatlichen Schulamt Ostthüringen bedankte.
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