Wirtschaft

Neue Aufgaben für das Gründerzentrum

Interimsgeschäftsführer Alexander Leonhardt wirbt für eine Neuausrichtung der Organisation

Erschienen am 29.01.2021

Anfang 2020 wurde Alexander Leonhardt, der hauptamtlich als Amtsleiter für Zentrale Steuerung bei der Stadtverwaltung beschäftigt ist, zugleich zum Interimsgeschäftsführer der Technologie- und Gründerzentrum GmbH in der Keplerstraße bestellt. „Der Auftrag vor gut einem Jahr lautete, die TGZ GmbH konzeptionell neu auszurichten und entsprechende Entscheidungen vorzubereiten. 

Das Konzept wurde Ende September vorgelegt, danach intensiv erörtert und vom zuständigen Wirtschafts- und Stadtentwicklungsausschuss des Geraer Stadtrates im November mit deutlicher Mehrheit bestätigt", erklärt Leonhardt nicht ohne Stolz und mit Dank an die Unterstützer. Im Kern betrieb die Gesellschaft seit 1993 ein Haus im Gewerbepark Keplerstraße und vermietete dort an Existenzgründer, Jungunternehmer und technologieaffine Firmen. Bis zum 30-jährigen Geburtstag soll die Gesellschaft nun neu ausgerichtet werden. 

Die neue Marschrichtung heißt: Erweiterung zu einer echten Wirtschafts-, Innovations- und Standortentwicklungsgesellschaft mbH. Über das bisherige Vermietungsgeschäft hinaus werden zunächst in einem ersten Schritt die Aufgaben der Wirtschaftsförderung und des Standortmarketings zugeordnet. „Wir können jetzt für die Stadt mit Nachdruck Wirtschafts- und Innovationsförderung betreiben. Dazu müssen wir netzwerken, lotsen und Mittel akquirieren, damit Unternehmen erfolgreich sein, expandieren, hier bleiben oder sich hier ansiedeln können", skizziert Leonhardt die Prioritäten. Das Konzept sieht zukünftig eine maßgebliche Rolle der neuen GmbH beim Stadtentwicklungsprogramm SMARTCity vor, das Leonhardt auch innerhalb der Verwaltung als eines der vom Bund geförderten Leuchtturmprojekte koordiniert. „Die digitalen Angebote einer Stadt bis hin zur Daseinsvorsorge, die Infrastruktur für elektrische Mobilität und die Herausforderungen der Energiewende werden zu wichtigen kommunalen Standortfaktoren." „Jetzt sollten wir unsere Chancen als Oberzentrum konsequent nutzen und offensiv nach vorne gehen", erläutert Alexander Leonhardt seine Vorstellungen. Städtische Wirtschaftsförderung muss diese Veränderungsprozesse federführend koordinieren, antreiben und umsetzen, so seine Überzeugung. Das TGZ als Partner der Wirtschaftsförderung zeigt das Beispiel „ad hoc best services". 

Ausgezogen 2017, um im Elster Cube weiter wachsen zu können, nutzten sie das Vermietungsangebot des TGZ, um ihrer Idee das Laufen zu lernen. „Wir wollen nicht aufhören, der Nährboden für Start-ups und Gründer zu sein, doch wollen wir auch eigenständig Strategien entwickeln, um Gera und ihre Gewerbeflächen als Standort voranzutreiben. Die Bündelung wesentlicher Zukunftsaufgaben bei der erweiterten TGZ GmbH soll dynamischer und unbürokratischer Türen öffnen als dies eine Verwaltung kann. Damit werden Laufwege sowie Bearbeitungszeiten verkürzt. Gleichwohl bleibt der Stadtrat über den Aufsichtsrat entscheidend eingebunden. 

Leonhardt will zudem einen fachlichen Beirat aus erfahrenen Unternehmern und innovativen Gründern bilden. Wirtschaft kann nur von der Wirtschaft erfolgreich gemacht werden. „Meine Aufgabe als Interimsgeschäftsführer konnte mit großer Unterstützung durch die örtliche Politik, durch den Oberbürgermeister, Bürgermeister und durch mein Team seit Jahresende 2020 vollbracht werden. Das Fundament ist jetzt gelegt, die tragenden Wände stehen. Damit es nicht reinregnet, braucht die GmbH aber noch ein Dach. Das heißt, sie muss durch Stadtratsbeschluss mit Fachkräften und Mitteln ausgestattet werden", so Alexander Leonhardt. Sein Vertrag als Interimsgeschäftsführer endet planmäßig am 31. März 2021. Über die Fortführung der Interimstätigkeit hat der Stadtrat bis dahin noch zu entscheiden. 

 

Von Fanny Zölsmann

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