Sport

Olympia so nah

Die Geraer Eisschnellläuferin Josie Hofmann (r.) hat über 3000 m, im Massenstart und in der Teamverfolgung die deutschen und internationalen Normen für eine Olympia-Nominierung erfüllt. Foto: Thomas Wendt

Erschienen am 19.01.2026| Jahrgang: NG 2/26

Von Jens Lohse

Gera (NG). Die Geraer Eisschnellläuferin Josie Hofmann ist ihrem Traum von Olympia ganz nah. Über 3.000 Meter, beim Massenstart und in der Teamverfolgung hat die 29-Jährige die Normen des Weltverbands und des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) erfüllt. Die offizielle Bekanntgabe der deutschen Olympiastarter erfolgte am 20. Januar. Am Olympia-Feeling schnuppern durfte Josie Hofmann schon einmal bei der Einkleidung der Olympia-Kader in München. „Eigentlich sollte die Nominierung nur noch Formsache sein. Aber man weiß ja nie. Jetzt heißt es weiter fleißig zu trainieren, um in Mailand in Bestform an den Start gehen zu können", äußerte sich die Geraerin, die bei den Weltcups im holländischen Heerenveen und im norwegischen Hamar vor Weihnachten nochmals überzeugen konnte. Nach ihrem 3000 m-Erfolg in der B-Gruppe in Calgary hatte sich Josie Hofmann in Heerenveen für die A-Gruppe qualifiziert. Dort hatte sie über 5.000 m beim Sieg der Norwegerin Ragne Wiklund (6:49,01 min) in 7:00,64 min einen guten neunten Platz belegt. Im Massenstart-Rennen war sie auf Rang 23 ins Ziel gelaufen. Anschließend in Hamar landete sie im 3.000 m-Rennen der A-Gruppe auf dem 13. Platz und ordnete sich im Massenstart der B-Gruppe auf Rang sieben ein. „Das sind Ergebnisse, die ich am Anfang der Saison angesichts meiner Verletzungsprobleme für unmöglich gehalten habe", verriet Josie Hofmann.
Die Europameisterschaft im polnischen Tomaszow Mazowiecki am letzten Wochenende hatte die Geraerin genauso wie die meisten Olympia-Kandidaten ausgelassen. Den letzten Weltcup vor Olympia in Inzell vom 23. bis 25. Januar bestreiten die Nationalmannschaftskader aus dem vollen Training heraus. „Das ist zwar schade, weil es unser Heim-Weltcup ist. Aber Olympia geht nun einmal vor", erklärt die 29-Jährige. In ihr wächst die Vorfreude. „Olympia wird langsam greifbar. Von Tag zu Tag wächst die Vorfreude. Ich bin stolz auf mich und meinen Körper. Alles, was ich jetzt erleben darf, habe ich mir mit jahrelangem hartem Training schwer erkämpft. Ich habe eisern meinen Traum verfolgt. Was jetzt kommt, will ich einfach genießen", sagt Josie Hofmann, die sich schon etwas mit den Gegebenheiten vor Ort auseinandergesetzt hat.
Austragungsort der Eisschnelllauf-Wettbewerbe ist das temporär errichtete Milano Speed Skating Stadium, das 6500 Zuschauern Platz bietet. Die 14 olympischen Eisschnelllauf-Wettbewerbe finden vom 7. bis 21. Februar statt, wobei Josie Hofmann gleich zum Auftakt am 7. Februar über 3000 m als auch am Schlusstag im Massenstart an der Reihe wäre. Die Teamverfolgung wird am 14. und 17. Februar ausgetragen. Aufgrund der großen Entfernungen zwischen den einzelnen Austragungsstätten gibt es kein gemeinsames Olympisches Dorf für alle Athleten. Zudem wird es schwierig sein, andere Wettbewerbe zu besuchen. „Ich fahre nicht nur zu Olympia nach Mailand, um dort teilzunehmen. Immerhin habe ich die siebtschnellste 3000 m-Zeit in diesem Jahr aufzuweisen. Ich hoffe, dass mich das olympische Flair so beflügelt, dass ich mich weiter steigern kann", blickt Josie Hofmann zuversichtlich in Richtung Olympia, fiebert aber erst einmal dem 20. Januar entgegen.

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