Politik

37.500 Euro für die Geraer Wasserwehr

Fördergelder aus dem Umweltministerium sollen in Ausrüstung, und Bekleidung investiert werden

Erschienen am 12.10.2021

Extremwettereignisse nehmen zu – Hochwasser und Starkregen ebenso wie Dürre und Trockenheit. Darauf wollen und müssen Bund, Land und Gemeinden vorbereitet sein. Mit der Gründung von Wasserwehren wollen Kommunen vor Ort eine weitere Stütze im Katastrophenfall stellen. Die Stadt Gera geht mit gutem Beispiel voran. Damit künftig sowohl Ehrenamtliche als auch Hauptamtliche intensiv geschult werden können, wird das künftige Hochwasserschulungszentrum an die Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule in Bad Köstritz angegliedert. Diese Aufgabe hatte bisher die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall im Auftrag des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz übernommen. Um sich ein Bild davon zu machen, was künftig entstehen soll, waren Innenminister Georg Maier und Umweltministerin Anja Siegesmund kürzlich vor Ort.

 Das Haus von Siegesmund gibt rund 400 Millionen Euro in fünf Jahren für den Hochwasserschutz aus, weitere 400.000 Euro werden für Schulungen bereitgestellt. Damit ein Brandmeister nicht nur Feuer löschen sondern auch Wasser bekämpfen lernt. „Wir investieren viele hundert Millionen Euro für Hochwasserschutzmaßnahmen, bauen beispielsweise Deiche, technischen Hochwasserschutz, geben Flüssen mehr Raum. Doch in dem Moment, wenn der Starkregen oder das Hochwasser kommt und der Deich zu brechen droht, dann braucht es Menschen, die wissen, wie man so einen Deich verteidigt – und auch können. Deshlab braucht es Wasserwehren", bekräftigt Anja Siegesmund. In Gera ist man bereits vorangegangen. Eine Wasserwehr wurde gegründet, der sich bereits heute 70 Freiwillige angeschlossen haben. Sie wollen im Falle der Katastrophe Gewehr bei Fuß stehen, um eventuell drohendes Unheil abzuwehren. Damit sie auch wissen, was zu tun ist, bekommen sie notwendiges Rüstzeug an die Hand. 

Geras Umweltamtsleiter Konrad Nickschick erklärt: „Zuerst war es uns wichtig, die neuen Ehrenamtlichen zu schulen. Wir haben – und sind noch dabei – mehrere Grundschulungen durchgeführt Gurndschulung durchgeführt, um die theoretischen und praktischen Basics rüberzubringen, z.B. Sandsäcke befüllen und Sandsackverbauen. Die steigenden Wasserpegel Mitte Juli haben uns überrascht, da mitten im Lernprozess die erste brenzlige Situation gemeistert werden musste. Da gab es natürlich ein paar Anlaufschwierigkeiten, doch das kann es immer wieder geben", erklärt Nickschick, dass Ehrenamt freiwillig und nebenberuflich pasiert. Doch für allen Fall der Fälle braucht es natürlich auch die passende Ausrüstung. Rund 37.500 Euro gab es nun von Seiten des Umweltministeriums. Mit diesem Geld will die Stadt Gera Gummistiefel, Werkzeuge, Watthosen, Tauchpumpen und allerlei Ausrüstung anschaffen. Denn wenn es wie aus Gießkannen regnet, steigen nicht nur die Wasserpegel. „Während der Starkregenfälle im Sommer dieses Jahres ging auch mein Adrenalinpegel hoch. Stets verfolge ich bei derartigen Wetterereignissen über eine App die Pegelstände in der Region, vor allem in Greiz, um reichtzeitig informeirt zu sein, wenn es brenzlig werden würde. Wir können Hochwasser nicht verhindern. Aber wir können einiges dafür tun, dass es nicht zur Katastrophe wird. Die Gründung einer Wasserwehr aus ehrenamtlichen Helfern, welche die anderen Einsatzkräfte im Rahmen der Abwehr von Wassergefahren aktiv unterstützen, gehört dazu."

 

Von Fanny Zölsmann

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