Politik

Am 8. März war Frauentag

Zeit für neue Arbeitsmodelle

Erschienen am 11.03.2022

Gera (NG). Der Internationale Frauentag hat eine lange Tradition. Er geht auf die Arbeiterinnenbewegung Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Erste entscheidende Impulse gingen 1858 von Demonstrationen und Streiks der Näherinnen in den USA aus. Mit fortschreitender Industrialisierung stieg der Anteil der Frauen in den Fabriken weiter, die für Gleichberechtigung, bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten kämpften.
Am 27. August 1910 beschloss die zweite Internationale Sozialistische Frauenkonferenz auf Initiative der deutschen Sozialistin Clara Zetkin die Einführung eines jährlichen Aktionstages, um auf die Interessen und Forderungen von Frauen sowie auf bestehende Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern aufmerksam zu machen. Damals favorisierte man kein bestimmtes Datum. Der erste Internationale Frauentag wurde am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA gefeiert. In den folgenden Jahren beteiligten sich an wechselnden Terminen im März oder April weltweit Millionen an Demonstrationen, Kundgebungen und anderen Aktionen.
Erst 1921 bestimmte man auf der zweiten Kommunistischen Frauenkonferenz den 8. März als Internationalen Frauentag. 1975 übernahmen schließlich auch die Vereinten Nationen dieses Datum als „International Women's Day". In Berlin ist der Tag seit 2019 sogar ein gesetzlicher Feiertag und auch in Mecklenburg-Vorpommern wird er ab kommendem Jahr arbeitsfrei sein. Das Frauentag-Motto 2022 lautet: „Break the Bias". Auf Deutsch bedeutet das so viel wie: „Stoppt die Voreingenommenheit". Stereo-
typen und Vorurteile gegenüber Frauen und Mädchen sollen für mehr Gleichberechtigung durchbrochen werden, denn in Deutschland sind längst nicht alle Barrieren beseitigt: Frauen fühlen sich im Job oft benachteiligt, verdienen immer noch weniger als ihre männlichen Kollegen.
Und von Altersarmut sind vor allem Frauen bedroht, die sich um die Erziehung der Kinder gekümmert haben. Kein Wunder, dass zum Frauentag immer mehr über alternative und flexible Arbeitsplatzmodelle diskutiert wird.
„Unternehmer, die in ihrer strategischen Planung die Bedürfnisse von Müttern stärker berücksichtigen, können punkten. Im Handwerksbereich ist bereits eine Vielzahl derart familienorientierter Betriebe zu finden", weiß Petra Timm, Sprecherin beim Personaldienstleister Randstad. Sowohl dem Unternehmen als auch den Mitarbeitern eröffnen sich gleichermaßen große Chancen, wenn die Arbeitsbedingungen an die Erfordernisse der Beschäftigten angepasst werden.

Diese Flexibilität fällt Unternehmern heute leichter denn je, denn fachlich müssen sich Frauen schon lange nicht mehr hinter ihren männlichen Kollegen verstecken. In einem Berufszweig mit starkem Männer­überschuss können weibliche Beschäftigte mit Kompetenz und Fachwissen überzeugen. Dadurch gelingen Berufsstart oder Wiedereinstieg – auch in einem typischen Männerberuf.

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