Wirtschaft

Ehrung für eine Frau von Format

Geras Stolz: Dr. Merle Fuchs erhielt den begehrten Thüringer Gründerpreis 2020

Erschienen am 29.01.2021

Von Harald Baumann Frohe Kunde für Gera: Die einheimische umtriebige Unternehmerin des TechnologieContors Dr. Merle Fuchs heimste für ihr Projekt PRAMO MOLECULAR den Thüringer Gründerpreis 2020 ein. Im Wettbewerb, der die holprige Bezeichnung ThEx AWARD trägt, errang die Molekularbiologin den Preis in der Kategorie „Impulsgeberin".Sie hat damit einen weiteren wichtagen Schritt getan auf dem Weg zu einer profilierten Wissenschaftlerin.

Den Sonderpreis für „Innovative Lösungen in der Corona-Pandemie" schnappte sich der Geraer Stefan Lantzsch vom Unternehmen Hygienemarkt 24 weg, gemeinsam mit dem Harth-Pöllnitzer Frank Eitner von der BOXFABRIK BXMS. Dr. Merle Arnika Fuchs hatte sich in der Otto-Dix-Stadt bereits einen Namen gemacht, als sie neun Jahre lang die Geschäfte beim Geraer Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) führte.

Getreu Ihrem Leitspruch auf Ihrer Visitenkarte „Der Mensch weiß erst dann, was er leisten kann, wenn er es versucht" erwies sie sich würdig ihres Namens Fuchs als gewitzte Füchsin, in dem sie jungen Gründungswilligen den Weg in die Marktwirtschaft ebnen half. Jetzt will sie neue Höhen erklimmen. Sie ist auf dem besten Wege zur anerkannten Wissenschaftlerin und pfiffigen Unternehmerin. Das Motiv: Es ist ein großes Versprechen, das schon häufig und von vielen Experten gemacht, aber selten oder wenig eingelöst wurde, nämlich Krebs heilen zu können. Merle Fuchs möchte dazu beitragen, solche bösen und massenhaft auftretenden Erkrankungen bereits in einem frühen Stadium der Entstehung zu stoppen und zwar schneller, effizienter und ärmer an Nebenwirkungen als bei den bis dato üblichen Therapien. Sie will also Impulsgeberin sein und beträchtliche Verantwortung übernehmen.

Das Projekt heißt PRAMO MOLECULAR. Die Gründung einer entsprechenden GmbH wird vorbereitet. Vereinfacht gesagt: In einem Transportmolekül sollen hochinnovative Wirkstoffe zielgenau in kranke Zellen eingeschleust werden. Man will so Krankheiten heilen, die bisher als unheilbar gelten. Die erste Wirkstofffamilie zeigt schon positive Ergebnisse über Leberzellen hinaus bei Pancrea-Dickdarm und Lungenkarzinomen. Das Transportsystem zu entwickeln braucht erstklassige Partner, so die TU Berlin, die Charité oder auch das hiesige Unternehmen Biano GMP. Naturgemäß ist die Wirkstoffforschung extrem aufwändig. Dr. Fuchs will mit ihrem Projekt deshalb im nächsten Jahr zehn Millionen Euro für die Forschung „einsammeln". Das Thüringer Wirtschaftsministerium unterstützt selbstredend das Vorhaben. Apropos Ministerium. Minister Wolfgang Tiefensee übergab bei der festlichen Veranstaltung in Erfurt den zwölf Siegern im jährlich einmal erfolgenden ThEx AWARD-Wettbewerb die Preise, so auch an die 55-jährige Dr. Fuchs (Geraerin ist die gebürtige und verheiratete Hessin seit 1996).

Und der Minister hielt auch die Laudatio für unsere Siegerin. Er sparte dabei nicht mit Lob. Die Molekularbiologin sei unter Wissenschaftlern und Gründern (feminine Bezeichnungen inbegriffen) quasi eine Institution. Sie habe z.B. sieben High-Tech-Start-Ups ins Leben geholfen, war an der Gründung mehrerer Thüringer Unternehmen und deren Beratung beteiligt. Kein Wunder, dass sie mittlerweile im EXIST-Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums und als Jurorin der Leibniz-Preisjury gefragt sei. Die Zeit drängt. Merle Fuchs weiß analog dem Leitspruch des berühmten Jenaer Astronomen Bürgel „Per aspera ad astro" (sinngemäß: „Auf rauen Wegen zu den Sternen"), dass der Pfad zu höheren Zielen mit hartem Gestein, also mit Schwierigkeiten, gepflastert ist. Aber schon in Kürze sollen die präklinischen Tests beginnen. Minister Tiefensee rief Ihr unter Beifall der festlichen Runde zu: Wir alle sind sicher, Sie schaffen das!

Harald Baumann

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