Gesellschaft

Reise in die Vergangenheit

Das Autoren Team präsentiert „Ungehobene Schätze II“: der einstige Stadtarchivar Klaus Brodale, Verleger Frank Rüdiger, Stadtarchiv-Leiterin Christel Gäbler und der ambitionierte Sammler Hartmut Grossmann (v.l.). Foto: Wolfgang Hesse

Erschienen am 16.12.2022

Von Wolfgang Hesse Gera (NG). „Es ist kein Bildband, sondern eine historische Bildbeschreibung", darauf legt Klaus Brodale, ehemaliger Leiter des Geraer Stadtarchivs und Hauptautor der neuen Veröffentlichung viel Wert. Wieder stammen die Fotopostkarten aus dem Archiv von Hartmut Grossmann. Seit Jahrzehnten ist der Geraer Sammler bemüht, seine historischen Ansichten von Gera zu erweitern. Eine große Hilfe dabei ist eine regelmäßige Annonce in dieser Zeitung. „Viele Geraer haben mir ihre kleinen Schätze überlassen, von denen es einige in die neue Ausgabe des Buches geschafft haben", erklärt Hartmut Grossmann. Seiner Meinung nach könnte es mit den Bänden so weitergehen, denn an Material mangele es nicht.      Herausgeber Frank Rüdiger freut sich, dass der erste, 2019 erschienene Band „Ungehobene Schätze" bei den geschichtsinteressierten Gerschen auf großes Interesse gestoßen ist. Alle Exemplare konnten verkauft werden. „Während sich Band I auf Ansichten der historischen Altstadt innerhalb der Stadttore bis hinter das Schlosstor beschränkte, dokumentiert ´Ungehobene Schätze II' auf 144 Seiten die Stadterweiterung vor dem ehemaligen Leumnitzer Tor, dem Badertor, dem Klotztor sowie dem Weidaer Tor", so der Herausgeber. Wieder wurden originale Fotopostkarten ausgewählt, die historische Ereignisse und den Alltag in Gera in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts widerspiegeln. Zu sehen sind Aufnahmen von Straßen, Plätzen und Häusern. Sie zeigen den anschaulichen und unverstellten Eindruck des einstigen Stadtbildes auch jenseits der Hauptgeschäftsstraßen, auf kleineren und oftmals unscheinbaren Nebenstraßen. Darüber hinaus geben die Motive beispielsweise Auskunft über die interessante Architektur, frühere Geschäfte, die Mode und den Verkehr in jener Zeit und zeigen teils nicht mehr existente Straßen und Plätze.

„Die Fotopostkarten wurden damals in kleinen Serien zu maximal 10 bis 30 Stück verkauft", weiß Klaus Brodale. „Reise- und Wanderfotografen boten damals ihre Dienste an und fotografierten Läden, Firmengebäude und Häuser, meist im Auftrag der Besitzer." Während der Aufnahme sollten die Bewohner aus den Fenstern schauen und die Kaufleute vor dem Laden stehen. Derartige entwickelte Schwarz-Weiß-Fotos wurden mit der Post als Karten an Familie, Bekannte und Geschäftspartner verschickt. „Auf einer gelaufenen Postkarte lässt sich der Wert, den eine Fotopostkarte damals bereits hatte, erahnen: Das Bild kostete 15 Pfennig. .... Das Pfund Pflaumen 2 Pfennig, ist da zu lesen", weiß Klaus Brodale.

Auch dieser Band zeige noch nie veröffentlichte Raritäten von unschätzbarem historischem Wert, so Brodale. „Die Bilder machen deutlich, wie unsere Stadt vor 120 Jahre aussah und zeigen die Veränderungen bis heute. Es sind eben ungehobene Schätze, die jetzt an das Tageslicht gelangen." 

„Ungehobene Schätze II", eine Gemeinschaftsproduktion des Stadtarchivs Gera und des Verlags Edition Spörlstein. Erhältlich in allen Geraer Buchhandlungen, im Pressehaus und der Gera-Information zum Preis von 24 Euro.

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