Riesenrutsche und Wasserspielplatz
Feierlich wurde am letzten Sonnabend der Klimagarten im Geraer Tierpark eingeweiht. Foto: Jens Lohse
Von Jens Lohse
Gera (NG). Der Geraer Tierpark ist um eine neue Attraktion reicher: Mit der feierlichen Eröffnung des Klimagartens können Interessierte ab sofort im Martinsgrund einen innovativen Ort entdecken, der Naturerlebnis, Umweltbildung und Forschung auf einzigartige Weise miteinander verbindet. Nach der offiziellen Einweihung durch die Ostbeauftrage der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD) und Geras Oberbürgermeister Kurt Dannenberg (CDU) nahmen die anwesenden Kinder gleich die Riesenrutsche und den Wasserspielplatz in Beschlag. Die sechsjährigen Mika und Frederik sowie der erst zwei Jahre junge Felias waren die ersten, die die Rutsche testeten. „Es ist wunderschön, noch einen Spielbereich im Tierpark zu haben. Endlich gibt es in Gera auch wieder einen Wasserspielplatz. Wer hier mit seinen Kindern unterwegs ist, weiß, dass es im Martinsgrund nicht nur um die Tiere, sondern auch um Spielmöglichkeiten geht", meinte Miriam Reinhardt, die mit ihren Töchtern zur Eröffnung gekommen war. „Für mich ist es das Größte, dass die Kinder jetzt hier klettern können. Das ist eine coole Sache. Die Stadt hat sich viel Mühe gegeben und Kreativität zugelassen. Vieles ist in den Köpfen erst entwickelt wurden, was bei Baubeginn noch gar nicht feststand", freute sich Marcus Hammer aus Nobitz, der viele der Spielgeräte selbst entwarf. Die erste Projektskizze hatte Franka Gottschald während eines Praktikums im Umweltamt geliefert. „Das ist ein total gutes Gefühl, jetzt hier zu stehen und zu sehen, was aus dem Projekt geworden ist. Ich war damals Praktikantin während meines Landschaftsarchitekturstudiums und hatte hier die Möglichkeit bekommen, ins Gelände zu gehen und mich zu beweisen. Ich bin begeistert", strahlte Franka Gottschald, die inzwischen in Jena arbeitet. Auch dem Debschwitzer Ortsteilbürgermeister Andreas Kinder war die Freude ins Gesicht geschrieben. „Derzeit geht es uns in Debschwitz richtig gut. Der Klimagarten ist eine super Sache. Wenn Eltern und Großeltern ihre Martinsgrund-Erlebnisse aus ihrer Kindheit mit ihren Kindern und Enkeln teilen und neue entstehen lassen, dann prägt sich Heimat ein und können auch die neuen Generationen ihre Erfahrungen sammeln", erklärte er.
Auf etwa 0,8 Hektar Fläche zwischen Löwen- und Luchsgehege wurde ein besonderer Erlebnis- und Lernraum geschaffen, der sich mit einer der zentralen Fragen unserer Zeit beschäftigt: Wie muss sich städtisches Grün an den Klimawandel anpassen, um Lebensraum, Erholungsort und ökologische Ressource zu bleiben? Ziel ist es, Erkenntnisse für die zukünftige Gestaltung von Stadtgrün, Parks, Wäldern und heimischen Gärten in Gera zu gewinnen und damit konkrete Antworten auf die Herausforderungen des Klimawandels in unserer Region zu entwickeln. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 580.000 Euro, wobei 432.000 Euro durch den Bund über das Programm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel" gefördert und rund 100.000 Euro über das SMARTCity-Projekt bereitgestellt werden.
Gleichzeitig ist der Klimagarten weit mehr als ein Forschungsfeld: Mit naturnah gestalteten Aufenthaltsbereichen, interaktiven Elementen und kindgerechter Wissensvermittlung wird er zu einem Ort des Entdeckens, Lernens und Verweilens – und damit zu einer weiteren Bereicherung für den Tierpark als touristisches Aushängeschild der Stadt. Inmitten der besonderen Bepflanzung sind zudem ein Teich, ein Wasserspielplatz sowie Kletter- und Balancierelemente entstanden. Spielerisches Highlight des Klimagartens ist die 18 Meter lange Riesenrutsche, die ab sofort die längste Rutsche im gesamten Stadtgebiet von Gera ist.
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