„Schmierfinken“ offenbaren Talente
Blick in die Ausstellung. Foto: Volkmar Fischer
Von Volkmar Fischer
Gera (NG). Großer Andrang herrschte am 19. September im Stadtmuseum Gera bei der Eröffnung der Ausstellung „WIR SEHEN WAS, WAS IHR NICHT SEHT". Es ist eine Studioausstellug des Vereins "Virtuosen und Schmierfinken e.V. - Verein für kulturelle Bildung" der in der Greizer Straße 20 im Geraer Stadtzentrum seinen Sitz hat und sich als Thüringer Jugendkunstschule versteht. Doch ein Blick in die bunte Ausstellung verrät: Angesprochen fühlen sich nicht nur Jugendliche, sondern Menschen aller Altersklassen. So sind wie Christine Schumann viele Seniorinnen und Senioren vornehmlich in den Malkursen aktiv. Frau Schumann aus Töppeln ist mit einem Landschaftsbild, gemalt mit Pastellkreide, in der Ausstellug vertreten. Die lebensfrohe, freundliche und noch immer rüstige Dame hat auf ihrer Leinwand den Abendhimmel am Silvesterabend 2020/21 in Töppeln von ihrem Fnster aus festgehalten. Zu diesem Zeitpukt war sie noch Lehrgangsteilnehmerin im Kurs des unvergessenen Hans-Jörg Waskowski. Nach dessem tragischen Tod im Juli 2024 fand sie wie zahlreiche andere Kommilitoninnen bei den „Schmierfinken" unter fahkundiger Anleitung von Alexander Neugebauer eine neue Heimstätte für ihre küntlerische Leidenschaft. Es ist für sie immer noch eine beglückende Herausforderung, mit Farbe und Pinsel oder anderen Techniken ihre Emotionen auf die Leinwand, auf Lumpenpappe oder Papier zu bringen.
Zur Eröffnung der Ausstellung, die musikalisch von den jungen Virtuosen Helena und Swenja des Vereins umrahmt wurde, betonte Konrad Kessler, Leiter des Stadtmuseums, dass sich sein Haus nicht nur der Stadtgeschichte verpflichtet fühle, sondern als Teil der Stadtgesellschaft verstehe und deshalb den „Schmierfinken" gern Gelegenheit zur Präsentation ihre Kunstwerke und den Betrachtern Raum für eigene Assoziaton gebe. Das war zur Vernissage hundertach zu beobachten – nicht nur beim Betrachten der Bilder, sondern auch beim Disput vor Holzobjekten (entstanden im Angebot Therapeutisches Gestalten), vor einer Filamentskulptur oder anderen Objekten, die in gemeinschaftlicher gestalterischer Arbeit entstanden sind, wie zum Bespiel vor einer großflächigen Leinwand mit den Köpfen von Kursteilnehmern.
Zum Begleitprogramm der Ausstellung gehören u.a. am 22. Oktober ein Mitmach-Angebot mit frischem und getrocknetem Herbstlaub unter dem Motto „Aus Laub wird Kunst" und die Mittissage am 4. Dezember mit Bilderwechsel und gemeinsamem Weihnachtsbasteln, wie Vorstandsvorsitzende Katharina Triebe informierte. Sie ermutigte alle Anwesenden, die den Verein „Schmierfinken und Virtuosen" noch nicht kennen, doch mal vorbeizuschauen und sich ein Herz zu fassen, in der Gemeinschaft Gleichgesinnter die in ihnen schlummernden Talente zu entdecken und auszuleben.