Gesellschaft

Sehenswerte Heimstätte für das Tierwohl

Beim Rundgang durch Tierheim und Anlagen: Staatssekretär Udo Götze, Tierheimleiterin Bärbel Zimmer und Geras Umwelt-Amtsleiter Konrad Nickschick. Foto: Erika Baumann

Erschienen am 22.07.2026| Jahrgang: NG 15/26

Von Erika Baumann

Gera (NG). Ein nichtalltäglicher Besuch dieser Tage im städtischen Tierheim: Udo Götze, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie, machte auf einer Tour durch Tierheime im Freistaat auch Halt in der Gera-Milbitzer Einrichtung. Er wolle sich über die aktuelle Situation informieren und mit den Mitarbeitern über ihre Arbeit und Probleme sprechen. Dabei auch Geras Umwelt-Amtsleiter Konrad Nickschick und Amtstierärztin Dr. Annika Werner.
Tierheimleiterin Bärbel Zimmer führte voller Stolz durch das moderne Haus mit all seinen Bereichen, einschließlich einer Quarantänestation. Das Tierheim ist stets voll von abgegebenen, aufgefundenen, geretteten und sichergestellten Hunden, Katzen, Kleintieren und Vögeln. Sie alle warten auf eine Vermittlung in liebevolle Hände. Ebenso werden einige Pensionstiere betreut.
Wie Bärbel Zimmer dem Gast aus Erfurt erläuterte, bestehe die Einrichtung bereits seit 1987, wurde vom Hochwasser 2013 schlimm heimgesucht, dann sicher vor Fluten neu gebaut und 2018 wieder eröffnet. Die Chefin berichtete von der guten Unterstützung der Stadt, vom enormen täglichen Arbeitspensum, das die Mitarbeiter - übrigens alle ausgebildete Tierpfleger - leisten.
„Wir tun das gern, sind mit Herz und Liebe für unsere Schützlinge da", versicherte die Tierheimleiterin. Sie spricht sogar vom Tierheim als ihrem Baby. Das kann sie zurecht, denn sie ist seit 32 Jahren aktiv dabei! In dieser Zeit hatten hier fast 28.000 Tiere ein zeitweiliges Zuhause. Es konnten jährlich etwa 700 Vier- und Zweibeiner vermittelt werden. Auch derzeit erhält das Tierheim täglich zwei Abgabenanfragen. Den größten Erfolg bei der Tiervermittlung hat das Tierheim bei den jährlichen Tagen der offenen Tür im September. Allein im Vorjahr kamen 1.500 Besucher.
Der Gast aus Erfurt freute sich auch über das große Engagement des Tierheim-Fördervereins. Dieser besteht seit 1997. Er sorgte zum Beispiel dafür, dass alle Hunde kastriert wurden und so besser vermittelbar waren. Auch für die neuen Boxen und Schränke im Kleintierbereich trug der Verein Sorge, ebenso für die selbst angefertigten individuellen Maulkörbe, die so nicht teuer eingekauft werden müssen. Ein Dank gilt auch den zahlreichen Sponsoren, Tierpaten, Geld- und Futterspendern und Gassigängern. Ohne deren stetige Hilfe wäre die vielgestaltige Arbeit für das Tierheim gar nicht möglich.
Beim Gang durchs Katzenhaus war sofort zu spüren: Hier ist es ganz schön warm. Denn auch die Öffnung der kleinen Fenster bringt kaum Kühlung bei solch hohen Temperaturen wie derzeit. „Da würde eine Klimaanlage Abhilfe schaffen", wünschen sich die Mitarbeiter.
Und Bärbel Zimmer sprach einen weiteren Wunsch aus: eine Freiflugvoliere für die in Käfigen gehaltenen Ziervögel. Die gute Nachricht: Wie Staatssekretär Götze sagte, werden auch kommunale Tierheime für solche Vorhaben gefördert. Er regte an, entsprechende Fördermittel zu beantragen. Schwer zu tragen hat das Tierheim auch an den immer teurer werden Tierarztkosten. Da kommen schon mal im Jahr an die 50.000 Euro zusammen!
Bärbel Zimmer fragte: „Könnten nicht für Tierheime günstigere Preise gelten?"Erst jüngst musste ein siebenjähriger sichergestellter Hund, der kaum noch atmen konnte, in einer Leipziger Spezialklinik operiert werden. Ganze 4.000 Euro kostete die OP. Dem Tier geht es wieder gut, wie sich der Staatssekretär überzeugen konnte. Es steht nun zur Vermittlung. Ein großer finanzieller Brocken für das Tierheim, das über Facebook einen Spendenaufruf an alle Tierfreunde startete.
Der Staatssekretär würdigte das Engagement der Tierheimmitarbeiter und dankte ihnen herzlich. Er nehme die Anregungen und Wünsche gern mit. Denn Tierwohl ist auch im Staatsvertrag Thüringen verankert.

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