Politik

Steigende Studentenzahlen sprechen für Gera

Es ist das Filetstück im Zentrum. Erwartungen und Hoffnungen zur zukünftigen Nutzung gehen immer noch weit auseinander. Wollen wir einen Erlebnisbereich, eine Attraktion für Gäste, brauchen wir Wohnraum oder kann eine großzügig gestaltete Freifläche den Charme unserer Stadt ausmachen? Foto: © Stadt Gera

Erschienen am 06.05.2022| Jahrgang: Geras Neue Mitte bleibt IBA-Projekt

Gera (NG). In der letzten Stadtratssitzung (23. März) stimmten die Stadträte mit knapper Mehrheit für die Teilnahme des Projektes Neue Mitte an der Internationalen Bauausstellung 2023. Dabei will sich die Stadt auf die südliche Fläche mit den Standorten „Haus am Brühl" und „Platz am KuK" konzentrieren, weil sie das zentrale räumliche Element der Neuen Mitte darstellt und aufgrund ihrer Lage an der wichtigen Hauptachse Sorge-Arcaden eine hohe Gestaltungspriorität besitzt.
„Die Beteiligung des Projektes Geras Neue Mitte an der IBA ist eine einmalige Chance, neue Entwicklungen im Bauen öffentlichkeitswirksam zu implementieren und die Innenstadtpotenziale Geras für Investoren sichtbar zu machen. Wir wollen außerdem die damit verbundene Möglichkeit nutzen, die Stadt über die Grenzen Thüringens und Deutschlands hinaus als Standort für nachhaltiges Bauen zu etablieren", betont Baudezernent Michael Sonntag.

Im Unterschied zu einem normalen Bebauungsplan werden die planungsrechtlichen Weichen erst auf Grundlage von konkreten, angestrebten Projekten gestellt. Damit könnten einerseits die Vorstellungen und Bedürfnisse des Vorhabenträgers eingehender berücksichtigt werden. Andererseits herrscht für Stadtverwaltung und politische Entscheidungsträger zu jedem Zeitpunkt Transparenz über die geplanten Projekte. Zudem wird über Realisierungswettbewerbe der Investoren die Qualität der Architektur sichergestellt.
Dass die Mehrheit der Stadträte diesen Vorschlag ebenso ablehnte wie die enge Kooperation mit der Wohnungsbaugenossenschaft Elstertal, der mit rund 9.700 Quadratmetern beinahe die Hälfte der Gesamtfläche gehört, versteht Sonntag als klare Botschaft zur Prioritätensetzung: „Offene und umstrittene planerische Fragen müssen nun schnellstmöglich geklärt werden, bevor wir in konkrete Verhandlungen mit Investoren treten. Dazu gehören etwa die Einbindung des ausstehenden Nutzungskonzepts für das KuK und eine konkrete Lösung für den Standort ‚Haus am Brühl'." Unabhängig davon sei es aus Sicht Sonntags für den Erfolg der Entwicklung der innerstädtischen Brachfläche jedoch zentral, dass die Gespräche mit der GWB intensiviert werden und die Diskussionen sowohl in den Ausschüssen als auch im Stadtrat in Zukunft stärker strategisch ausgerichtet sind und sich nicht in inhaltlichen Detailfragen erschöpfen.

Eine wichtige Funktion des Citymanagers wird es sein, alle relevanten Akteure einzubinden und den Austausch unter ihnen zu fördern und zu koordinieren. Michael Sonntag sieht im Projekt eine große Chance: „Die Entwicklung der Fußgängerzonen in Geras Altstadt vom vollständigen Angebot mit pulsierendem Leben hin zu umfangreichen Leerständen ist der Ausdruck einer Krise, von der viele städtische Fußgängerzonen im gesamten Bundesgebiet betroffen sind. Mit dem erfolgreichen Zuschlag für das Förderprogramm ist es uns möglich, sowohl erforderliche Fortschreibungen von Teilkonzepten wie Einzelhandel, Wohnen und Verkehr als auch ein Gesamtkonzept für die Innenstadt zu erarbeiten und diese durch konkrete Maßnahmen auch kurzfristig zu stärken. Dabei ist uns sehr daran gelegen, die Zusammenarbeit mit Händlern, Gastronomen und Immobilieneigentümern zu stärken und die daraus entstehenden Synergieeffekte zu nutzen."

Dr. Thomas Prill, Leiter des Stadtplanungsamtes, ergänzt: „Corona hat uns deutlicher denn je vor Augen geführt, wo unsere Probleme liegen. Die bisher auf Dienstleistung und Konsum ausgerichtete einseitige Funktionalität des Stadtzentrums ist überholt. Die Gleichung ‚Innenstadt = Einkaufen' funktioniert nicht mehr und kurzfristige Lösungen wie etwa Zwischennutzungen helfen uns auf Dauer nicht weiter. Vielmehr muss aus der Innenstadt wieder Stadt gemacht werden. Das heißt, dass Menschen dort nicht nur einkaufen, sondern auch wohnen, arbeiten, flanieren, sich treffen und kulturell austauschen.."

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