Streitgespräche über Krieg und Frieden
Jacqueline Heinz, Pfarrer Dr. Frank Hiddemann (rechts) und Dekan Bertram Wolf stellten das Programm der Ökumenischen Akademie für 2025 im Fliesenschön vor. Foto: Wolfgang Hesse
Von Wolfgang Hesse
Gera (NG). Wie in jedem Jahr greift das Programm der Ökumenischen Akademie Gera-Altenburg wieder aktuelle Themen der Stadtgesellschaft auf und sucht gemeinsam mit den Besuchern nach Gemeinsamkeiten. Die Veranstaltungsreihe wird durch die Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen (EEBT) initiiert und getragen. Für den Bereich Gera/Altenburg ist Pfarrer Dr. Frank Hiddemann zuständig, der maßgeblich für das Programm in dieser Region verantwortlich zeichnet.
Der Inhalt reicht von kulturellen und religiösen Themen, politischen Kontroversen bis zum Miteinander zwischen den Generationen. Den ökumenischen Gedanken bringt das Dekanat Gera der Katholischen Kirche in das Programm ein. Zusammen mit Projektassistentin Karin Poser und Dekan Bertram Wolf entstehen Konzepte, die christliche Religionen und die Gesellschaft gleichermaßen bewegen.
Hauptschwerpunkt Krieg und Frieden
Wohl jeder in unsere Gesellschaft beschäftigt sich mit diesem Thema. Dabei gehen die Meinungen recht weit auseinander. Nicht zuletzt im Zuge des Ukraine-Konfliktes bewegt die Menschen der Wunsch nach Frieden in der Gesellschaft, in Deutschland und in der Welt. In dieser zentralen Frage gehen die Initiatoren auf allseits interessierende Fragen ein. Die Themen werden unter den Schlagworten wie „Der gerechte Krieg", „Ukraine", „Palästina", „Pazifismus", „Kirche" und „Arnheim" festgemacht. „Zu den Abendveranstaltungen an ganz unterschiedlichen Orten werden Menschen aus der Politik, der Gesellschaft und Experten über ihren Blickwinkel diskutieren und streiten", so Frank Hiddemann. „Wir möchten, dass sich die Anwesenden in einer der Meinungen wiederfinden, sich über Kontroversen informieren können und selbst mit ihren Fragen die Veranstaltung bereichern." Vielleicht, so hofft Hiddemann, können so Einstellungen auch einer Tiefenprüfung unterzogen werden.
Unter dem Motto „Krieg und Spiele" ist während vier Veranstaltungen im Paul-Gustavus-Haus in Altenburg der Blick auf Spiele gerichtet. Wie sieht es aus mit Schach, mit Computerspielen wie Egoshooter, dem Spiel mit echten Waffen: Paintball oder Rollenspielen. Zum letzteren Thema wird das „Volk von Caraslan" über seine Phantasiewelten berichten.
Religiöse Themen und Lust am Pilgern
Selbstverständlich stehen Vorträge, Diskussionen und Streitgespräche zu religiösen Themen auf dem Programmplan. Jana Huster und Frank Hiddemann beschäftigen sich unter dem Motto „Love und Peace" in Nöbdenitz mit Aussagen zu Frieden, Pazifismus und Rache in der Bibel. Dazu stehen unter anderen die Aussagen „Schwerter zu Pflugscharen" oder „Auge um Auge" zur Diskussion.
Zu Streitfällen der Konfessionen kommen der Katholik mit liberalen Neigungen, Bertram Wolf, und der Protestant mit konservativen Attitüden, Frank Hiddemann, in diesem Jahr wieder zu ökumenischen Gesprächen zusammen. „Die Talkrunden werden, wie in den Vorjahren, live aus dem Fliesenschön, dem Veranstaltungsort der Ökumenischen Akademie in Untermhaus auf Youtube übertragen. Die Zuschauenden haben die Möglichkeit über den Chat Fragen zu stellen", betont der evangelische Pfarrer. Mit den Einschränkungen während der Pandemie habe sich diese Form angeboten und bis heute bewährt, so Hiddemann. Viele der anderen öffentlichen Veranstaltungen werden auf Video aufgezeichnet und können über die Homepage der Akademie nachgeschaut werden.
Eine ganz neue Farbe bringt Jacqueline Heinz in das Programm 2025. Unter dem Titel „Mache Dich auf!" werden erstmalig Wanderungen durch die Region und Pilgerreisen angeboten. Ein Angebot ist der Weg von Gera-Langenberg bis Bad Köstritz. Er ist geprägt von Natur und den Kirchen an der Strecke. Pilgerreisen zur „Via Francigena" nach Italien und zur „Via Regio" in Sachsen stehen ebenfalls auf der Agenda. Jacqueline Heinz hat eine Ausbildung zur Pilgerbegleiterin besucht und wird die Wanderer aus dem Alltag abtauchen lassen, in ein ganz einfaches Sein und ein bewusstes Sich-Zeit-Nehmen für den eigenen Glauben oder für die Seele begleiten.
Wer sich detailliert informieren möchte, kann gern unter https://oek-akademie-gera.de/ das Programmheft digital durchblättern oder in Kirchen und Gemeindezentrum der Stadt das geduckte Programm mitnehmen.
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