Sport

Trotz gesperrter Turnhalle zum Pendelstaffelerfolg

Die Pfortener Schule gewinnt die Pendelstaffel mit hauchdünnem Vorsprung.

Erschienen am 09.07.2025| Jahrgang: NG 14/25

Von Jens Lohse

Gera (NG). Es war das 19. Heike-Drechsler-Sportfest im Stadion der Freundschaft. Doch erstmals fehlte die Geraer Ehrenbürgerin und Weitsprung-Doppelolympiasiegerin. „Wegen einer beruflichen Verpflichtung kann sie heute leider nicht anwesend sein", erklärte Schulsportkoordinator Thomas Schmohl den jungen Sportlern, die sich dennoch im 50 m-Sprint, im Ballwurf und im Weitsprung miteinander maßen. Neun Geraer Grundschulen waren der Einladung gefolgt. Nachdem im Herbst die Zwötzener Grundschule die Oberhand behalten hatte, setzten sich diesmal wieder die Bergschüler durch. Mit 192 Punkten hielt man die Pfortener Grundschule (184) und die Hans-Christian-Andersen-Grundschule (180) auf Distanz. Für die Zwötzener (177) als Pokalverteidiger blieb nur Rang vier, doch hatten die sich beim Schulcross-Landesfinale in Ruhla Anfang Mai achtbar aus der Affäre gezogen, durch Emma Wagner im Thüringer Wald sogar einen zweiten Platz erobert.
Einer der Bergschul-Einzelsieger war Carlos Altmann, der den Ballwurf in den Jahrgängen 2015/16 für sich entschied. Mit 30 m ließ er Qasem Hason (Zwötzen) um einen Meter hinter sich, während gleich zweimal Bronze für 27 m an Moritz Sobek (Semper Entdeckerschule) und Fritz Seifert (Grundschule am Bieblacher Hang) ging. „Ich spiele dreimal in der Woche Fußball beim JFC Gera. Gut werfen kann ich, weil ich anfangs Torwart war, ehe ich in den Sturm gewechselt bin. 35 Meter weit habe ich schon geworfen. Heute war ich nicht ganz so gut", meinte der Viertklässler nach Wettkampfende.
Auch in der Drechslerschen Spezialdisziplin, dem Weitsprung gab es das eine oder andere erwähnenswerte Resultat. Max Dreßel gewann in den Jahrgängen 2015/16 mit 3,85 m. „Ich bin sportlich recht vielseitig. Ich schwimme beim VfL 1990 Gera, mag aber auch Leichtathletik und Fußball", verriet der Viertklässler aus Zwötzen.
Mila Seidel von der Untermhäuser Otto-Dix Grundschule siegte in den Jahrgängen 2015/16 mit 3,46 m im Weitsprung. Damit konnte die Zweitklässlerin ihren Vorjahreserfolg wiederholen. Sie hat sich dem Cheerleading bei den Great Gera Skates verschrieben und verwies Helene Heselbarth von der Hans-Christian-Andersen-Grundschule um sechs Zentimeter auf den Ehrenplatz. Ein Kuriosum gab es im 50 m-Sprint der Jahrgänge 2015/16, wo Hanan Kolib Abbodi (Pfortener Schule), Kate Meuche (Grundschule Otto Dix) und Sophia Höntsch (Zwötzen) mit einer Zeit von 8,5 s zu dritt gemeinsam ganz oben auf dem Siegerpodest standen.
Sehr spannend ging es wieder in der Pendelstaffel zu, die erst mit dem letzten der zwölf Läufer entschieden wurde. Viertklässler Lian Frömel - selbst Leichtathlet beim LV Gera - lief seine Pfortener Staffel zum Tageserfolg, wobei der Vorsprung auf die Bergschule lediglich zwei Zehntelsekunden betrug. Der Jubel nach der Zieleinlauf kannte keine Grenzen. „Im Herbst waren wir noch Letzter. Aber weil unsere Turnhalle seit eineinhalb Jahren gesperrt ist, haben wir den Schulsport fast nur draußen stattfinden lassen und sind deshalb viel gelaufen. Das hat sich wahrscheinlich ausgezahlt", erklärte Sportlehrerin Katja Melzer den immensen Leistungssprung binnen kürzester Zeit.
Einziges Manko des traditionellen Heike-Drechsler-Sportfests war die Dauer. Knapp drei Stunden sind zu lang für eine Schulsportveranstaltung am Nachmittag, weshalb bei der abschließenden Schul-Siegerehrung viele Kinder gar nicht mehr anwesend waren. Das Wetter hatte es gut mit den Organisatoren gemeint. Sonnenschein und angenehme Temperaturen ließen das weiterhin fehlende Tribünendach nicht zum Problem werden. Großzügig hatten die Barmer-Ersatzkasse und die Volksbank Gera-Jena-Rudolstadt in gewohnter Manier das Heike-Drechsler-Sportfest unterstützt. Neben dem Arbeitskreis Schulsport, der Geraer Sportjugend und der Abteilung Leichtathletik des 1. SV Gera stellte auch die SBBS Wirtschaft und Verwaltung wieder ehrenamtliche Helfer als Kampfrichter und Zeitnehmer zur Verfügung.
Die siegreiche Bergschule kann sich auf ein Wiedersehen mit Heike Drechsler freuen. „Einen sportlichen Tag mit den Schülern der Siegerschule" hatte die Doppelolympiasiegerin ausgelobt, als Ersatz dafür, dass sie diesmal nicht selbst vor Ort sein konnte.

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