Von Köcheball bis Promi-Kochen
Der Regionale Köcheklub Gera mit seinem Vositzenden Klaus Schumann (r.) an der Spitze hat sein 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Fotos: Jens Lohse
Von Jens Lohse
Gera (NG). Vor wenigen Wochen hat der Regionale Köcheklub Gera sein 30-jähriges Bestehen gefeiert. Am 5. Juni 1996 wurde er von elf Personen gegründet. Mittlerweile ist die Mitgliederzahl auf knapp 50 gestiegen, wobei darunter viele ehemalige und aktive Köchinnen und Köche, Hobbyköche, Vertriebsmitarbeiter, selbstständige Gastronomen und Auszubildende sind.
„Unser erklärtes Ziel ist es, unseren Berufsstand stärker in die Öffentlichkeit zu bringen und junge Leute für den Beruf zu begeistern. Deshalb haben wir unsere Aktivitäten in den letzten Monaten intensiviert, waren auf zahlreichen Veranstaltungen vertreten und sind in Berufs- und Grundschulen gegangen. Unsere Mitglieder freuen sich auf die monatlichen gemeinsamen Stammtisch-Abende. Denn eigentlich sind Gastronomen Einzelkämpfer. Wir bieten aber genug Anlässe, in gemütlicher Runde zusammenzufinden und sich auszutauschen", verrät Köcheklub-Chef Klaus Schumann.
Erster Köcheklub-Vorsitzender vor gut 30 Jahren war Wolfgang Hunger. Der 85-Jährige, der zuvor dem Prüfungsausschuss und auch der Meisterschule vorstand, ist heute Ehrenvorsitzender und freut sich darüber, dass es die Köche-Gemeinschaft auch nach so langer Zeit noch gibt. „Klaus Schumann hat als Vorsitzender neuen Wind in die Vereinsarbeit gebracht", lobt er.
Zum Jubiläum hatte der Köcheklub seine Mitglieder zu einer Bildungsreise nach Franken eingeladen. Bei einer zweistündigen Führung durch das Gewürzmuseum Kulmbach konnten auch erfahrene Köche noch dazulernen. In Bamberg gab es eine kulinarische Stadtführung, ehe es bei Nacht in die dortige Sternwarte ging. Abgerundet wurde das Wochenende mit einem Besuch des deutsch-deutschen Grenzmuseums Mödlareuth.
Viele interessante Events hat der Regionale Köcheklub Gera in 30 Jahren schon auf die Beine gestellt. In der Probierküche der Familie Schwarzbach - Claus Schwarzbachs Firma ist der Hauptsponsor des Köcheklubs - lud man oftmals zum Promi-Kochen ein. Prominente Ostthüringer verrieten dort ihre Lieblingsgerichte und kochten diese gemeinsam mit Köcheklub-Mitgliedern. Von Geras damaligem Oberbürgermeister Norbert Vornehm und Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, über Ex-Sprintweltrekordlerin Marlies Göhr, Finanzministerin Birgit Diezel, Sängerin Monika Martin bis hin zum japanischen Bariton Teruhiko Komori reichte die Gäste-Liste. „Von Eva-Maria Fastenaus wunderbarem Rotkraut schwärme ich noch heute", erinnert sich Wolfgang Hunger.
Jährlicher Höhepunkt ist der Köcheball, der 2003 seine Premiere feierte. Den anfänglichen Leistungsvergleich der Ostthüringer Kochprofis zum Thema Kalte Küche gibt es nicht mehr. „Damals gab es noch genügend Köche. Mit viel Akribie wurde oft bis in die Nacht an den Feinheiten der Platten gearbeitet. Alle haben sich viel Mühe gegeben, manch Meisterwerk kreiert. Zahlreiche Gaststätten und Hotel nutzten den Wettbewerb, um sich zu präsentieren. Heute fehlen dafür bei vielen einfach Zeit und Personal", erklärt Klaus Schumann.
Zum 23. Köcheball in der Showbühne Rieger am 7. November, der übrigens bereits ausverkauft ist, will man zumindest in abgespeckter Form diese Tradition wiederbeleben. „Wir hoffen auf einige Schaustücke, von denen das beste mit einem Wanderpokal geehrt werden soll", so der Kocheklub-Chef, der schon auf den zweiten Sonnabend im November vorausblickt. „Wir versuchen uns in einer kulinarischen Reise durch vergangene Köchebälle. Der Köcheverein Meiningen unterstützt uns. Am Tag darauf findet in Gera die jährliche Tagung des Landesköcheverbands statt. Ein kleines Quiz lockert den Abend zwischen Genuss und Tanz auf", berichtet Klaus Schumann, der für den Köcheball keine Werbung betreibt, sondern mit vollem Erfolg auf Mundproganda setzt.
„Schon wenn die Gäste nach Mitternacht nach Hause gehen, fragen sie uns, wann der nächste Köccheball stattfindet. Die große Nachfrage sehen wir als Lohn für unsere ehrenamtliche Arbeit", erklärt der Köcheklub-Chef abschließend.