Wie Jung und Alt zusammenfinden
Mitglieder des Heimatvereins und Mitarbeiter der Wohngenossenschaft Neuer Weg haben kürzlich den Osterbrunnen in Langenberg geschmückt. Fotos (3): Jens Lohse
Von Jens Lohse
Langenberg (NG). Osterbräuche gibt es viele in Deutschland. Das Ostereier-Suchen, das Schmücken von Sträuchern oder das kunstvolle Verzieren von Eiern. Die Liste könnte fast beliebig verlängert werden. Das Gestalten von Osterbrunnen ist dagegen mit seinen gut 100 Jahren ein fast junger Brauch, der aus der Fränkischen Schweiz stammt und Mitte der 1980er Jahre auch in den Osten Deutschlands überschwappte.
In Gera frönt dieser Tradition der Heimatverein Langenberg. Kürzlich waren die Mitglieder gemeinsam mit Mitarbeitern der Wohngenossenschaft Neuer Weg, die im Norden Geras über einen großen Wohnungsbestand verfügt, damit beschäftigt, den Langenberger Osterbrunnen zu schmücken. „Allein würden wir als Heimatverein das nicht mehr schaffen. Wir haben ein massives Nachwuchsproblem. Würden wir den Brunnen nicht mehr schmücken, würden uns die Langenberger aber schimpfen. Deshalb haben wir nach Unterstützern gesucht. Schon zum zweiten Mal hilft uns der Neue Weg", berichtete Peter Meinhold, der 78-jährige Vorsitzende des Heimatvereins, der seit 2010 dessen Chef ist.
„Seit knapp 20 Jahren schmücken wir den Brunnen jetzt schon. Das große Metallgerüst ist wie die anderen Utensilien in einem Keller eingelagert, den uns die Wohngenossenschaft zur Verfügung stellt. Auch unser Klubraum, in dem sich der Arbeitskreis Heimatgeschichte zu seinen Versammlungen trifft, wird vom Neuen Weg bereitgestellt. Ansonsten könnten wir uns das gar nicht leisten", wusste Peter Meinhold.
Jana Scherer, Kaufmännischer Vorstand beim Neuen Weg, freute sich, helfen zu können. „Solche Aktionen unterstützen wir gern", sagt sie und legte selbst Hand an.
Ältester beim Schmücken war der 88-jährige Siegfried Rahmlow, der später an der Kirche noch ein Schild mit der Aufschrift „Zum Osterbrunnen" anhängte. Jüngste im Bunde war die erst siebenjährige Nele Svoboda. Gleich nach dem Mittagessen wurde die Erstklässlerin von Mama Mia aus der Schule abgeholt, um sich dieses Erlebnis nicht entgehen zu lassen. Der Sonnenschein und die angenehmen frühlingshaften Temperaturen ließen diesmal niemanden frieren. „Es gab auch schon Jahre, da mussten wir im Schneegestöber unsere Zelte abbrechen, weil die Finger vor Kälte eingefroren sind. Da haben wir am nächsten Tag weitergemacht", verriet Peter Meinhold, der hofft, dass die Tradition des Osterbrunnen-Schmückens in Langenberg noch viele Jahre aufrechterhalten werden kann.
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