Gesellschaft

„Wir sind hoch motiviert und lieben unsere Tiere“

Tierheimmitarbeiterin Anne Klostermann (l.) mit Katze Lusann und Tierheimleiterin Bärbel Zimmer mit Katze Anna, die derzeit tierärztlich behandelt wird. Foto: Erika Baumann

Erschienen am 20.08.2025| Jahrgang: NG 17/25

Von Erika Baumann

Gera (NG). In diesen Sommerwochen musste Bärbel Zimmer, die Leiterin des bekannten Geraer Tierheimes, meist nein sagen, wenn Geraer oder Leute aus der Umgebung Hunde oder Katzen abgeben wollten. „Wir sind brechend voll ausgelastet", bedauerte sie immer wieder. Allein in der letzten Juliwoche bis zum 1. August wurden dem Tierheim in Milbitz 23 Katzen, teilweise mit Nachwuchs, gebracht. Vor den Sommerferien sei noch reichlich Platz gewesen, weil es diesmal noch wenig Maikatzen gegeben hat, staunt Bärbel Zimmer. Sie hofft, dass aber im September wieder mehr Tiere vermittelt werden können.
Derzeit werden von den insgesamt acht engagierten Mitarbeitern insgesamt 22 Hunde und rund 60 Katzen liebevoll betreut, versorgt und gepflegt. Dazu kommen zwei Vögel, vier Meerschweinchen sowie acht Freigänger-Katzen in geschlossenen und rund zwölf Freigänger-Katzen in offenen Volieren. Sie werden gefüttert und ihre Behausungen immer sauber gehalten. „Ja, wir haben einen 24-Stunden-Job in unserem modernen Tierheim. Vier, fünf Mitarbeiter sind täglich immer vor Ort, und es gibt auch eine Nachtbereitschaft", berichtet Bärbel Zimmer. Dazu kämen für die Mitarbeiter noch viele Vor- und Nachkontrollen vor allem bei an Familien vermittelten Hunden aus Gera und Umgebung. Und da seien noch die regelmäßigen Fahrten zu Tierärzten, zu Behörden und zur Tierrettung, ergänzt sie.
Das lässt aufhorchen: Zwischen 350 und 400 Tierrettungseinsätze im Jahr! „Den täglichen Packen Arbeit stemmen wir gern. Wir sind hoch motiviert und lieben unsere Tiere", will die Chefin dick unterstreichen. Sie selbst hat 1994 als ABM-Kraft im Tierheim begonnen und ist seit 28 Jahren dessen Leiterin.

So weit so gut. Das Tierheim ist ein leistungsfähiges Schmuckstück. Das sehen aber nicht alle so. Denn in diesem Sommer müssen Tierheimleiterin und Team allerhand Ärger verkraften. Der begann mit einer Veröffentlichung am 20. Juni im Thüringen-Journal des MDR unter dem Titel „Tierschutzskandal Wünschendorf (Zossener Gnadenhof): Tote Hunde, zögerliche Behörden und ganz viel Schweigen". Behauptet wurde in diesem Beitrag, dass es auch Kontakte zum Tierheim Gera gibt, dessen Leiterin laut Vereinsregister selbst Mitglied im Verein Gnadenhof für Tiere sei. Unterstellt wurde zudem eine über Jahre enge Zusammenarbeit zwischen Zossener Gnadenhof und Geraer Tierheim. Auf der inzwischen gelöschten Website des Tierheims hätten regelmäßig Gnadenhunde zur Vermittlung gestanden. Und gesagt wurde weiterhin, dass die Tierheimleiterin zu keinem Interview bereit ist.
„All diese Behauptungen haben uns tief erschüttert und entsprechen in keinem Fall der Wahrheit", weist Bärbel Zimmer die bösartigen Anschuldigungen entschieden zurück. „Durch den MDR wurden wider besseren Wissens Unwahres verbreitet, die meine Person und meine Dienststelle in der öffentlichen Meinung herabwürdigen", betont sie und hat deshalb bei der Polizei Anzeige wegen Verleumdung und Rufschädigung als Straftat gegen die MDR-Autorin erstattet. Sie verlangt vom Sender eine öffentliche Richtigstellung.
Bärbel Zimmer stellt klar und wehrt sich auch gegen haarsträubende Kommentare auf Facebook: Zwischen dem Verein Gnadenhof und dem Förderverein Tierheim Gera, dem Tierheim und der Stadt Gera habe es nie eine Zusammenarbeit gegeben. „Da es keine Kooperation mit dem Gnadenhof gab, war unser Tierheim auch nicht verpflichtet, die Haltungsbedingungen der dort untergebrachten Hunde zu kontrollieren. Dazu sind wir gar nicht befugt", stellt Frau Zimmer richtig. Und sie wurde auch nie zu einem Interview angefragt.
Die aufgedeckten katastrophalen Zustände auf dem Gnadenhof Zossen (ebenso auf dem Gnadenhof Rubitz) führten dazu, dass die Staatsanwalt inzwischen ermittelt. Das ist vor allem auch das Verdienst der Amtstierärztin Dr. Annika Werner.
„Solche Versuche, die hervorragende Arbeit unseres Tierheimes madig zu machen, ändern nichts an der Tatsache, dass unser Tierheim beliebt ist und hervorragende Arbeit zum Wohle der uns anvertrauten Tiere leistet", meint Bärbel Zimmer. „Jeder kann sich bei einem Besuch davon gern überzeugen."

Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Neues Gera

Aktuelle Ausgabe

Neues Gera

Nr. 2-2026
vom 21. Januar

Aktuelle Ausgabe

Neues Gera

Neues Gera

Nr. 1-2026
vom 07. Januar