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Elektrobusse rollen auch durch Gera

Verkehrs- und Betriebsgesellschaft Gera startet mit der Elektrifizierung ihrer Busflotte. Die Erwartungen an die Elektrifizierung sind mindestens so hoch wie die Quoten der Fördermittel. Foto: GVB

Erschienen am 26.07.2023

Gera (NG). Den Zuschlag für die ersten beiden Solobusse vom Typ Lion´s City 12c E erhielt die MAN Truck & Bus Deutschland GmbH im vergangenen Jahr nach einer europaweiten Ausschreibung. Der Entscheidung zur Beschaffung von Elektrobussen vorausgegangen war eine Machbarkeitsstudie, welche im November 2020 beim Fraunhofer-Institut Dresden in Kooperation mit der EBF Innovation GmbH beauftragt und im Mai 2021 fertiggestellt wurde. In der Machbarkeitsstudie wurden für die GVB verschiedene technische Lösungen und Technologien zum Einsatz emissionsfreier Busse mit Blick auf die lokalen Bedingungen untersucht. Dabei wurde sowohl der Einsatz von Elektrobussen mit unterschiedlichen Lademodellen betrachtet, als auch der Einsatz von Brennstoffzellenbussen. Im Ergebnis erhielt die GVB eine Empfehlung nebst Konzept zur stufenweisen Umstellung des Omnibusfuhrparks auf Batteriebusse zur ausschließlichen Aufladung im Depot. 

Mit dem Ausbau der Elektromobilität in der Stadt geht die GVB einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Mobilität. Die neuen Busse sind nicht nur emissionsfrei, sondern auch mit der neuesten Generation an Hochleistungsbatterien ausgestattet. Sie zeichnen sich durch eine hohe Energieeffizienz und eine Reichweite von mindestens 240 Kilometern aus, welche MAN auch noch nach sieben Betriebsjahren garantiert. Damit sind sie gut für kürzere Umläufe im Stadtverkehr ohne die Notwendigkeit eines erneuten Nachladens geeignet. 

„Möglich wurde die Neuanschaffung der Elektrobusse nur durch das attraktive Förderprogramm des Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz des Freistaates Thüringen, welches mit einer Förderung von 75 Prozent der Kosten für die Busse und 80 Prozent für die Ladeinfrastruktur eine Umrüstung für die GVB und damit die Stadt Gera auf emissionsfreie Busverkehre überhaupt erst möglich gemacht hat. E- Busse kosten heute noch etwas mehr als das Doppelte vergleichbarer Dieselbusse", vergegenwärtigt GVB-Geschäftsführer Thorsten Rühle.

„Die Höhe der Förderung mit EFRE-Mitteln durch das Umweltministerium ist beispielhaft, allerdings sind wir bei den gegenwärtigen Preisen für E-Mobilität auch auf eine so hohe Förderung angewiesen, damit das Investment wirtschaftlich und damit die Fahrpreise erschwinglich bleiben," so Rühle weiter. Das Thüringer Umweltministerium bezuschusst die Flottenumstellung mittels eines Modell-Förderprogramms aus dem Europäischen Fond für Regionale Entwicklung. 

„Sauber, leise, klimafreundlich - ich freue mich, dass nun auch Gera sein Ticket für die E- Bus-Flotte gelöst hat. Nun sind in ganz Thüringen Elektrobusse zuverlässig unterwegs. Fahrgäste und Verkehrsbetriebe sind durchweg zufrieden. Viele Fahrer und Fahrerinnen freuen sich auf die Schicht mit E-Antrieb. Auch die Anwohnerinnen und Anwohner an den Haltestellen sind überzeugte Anhänger des leisen Anfahrens und der Feinstaubentlastung - besonders an Tagen mit hohem Verkehrsaufkommen. Wir werden den öffentlichen Nahverkehr bei der Umstellung auf emissionsfreie Antriebe weiter unterstützen," versprach Umweltminister Bernhard Stengele. 

Die GVB hat in den letzten Monaten ihren Betriebshof umgerüstet, um die erforderliche Ladeinfrastruktur zu installieren. Dort stehen nun sechs kabelgebundene 120-kW- Schnellladestationen in der Busabstellhalle zur Verfügung, um die gerade beschafften Fahrzeuge sowie die nächsten vier zur Beschaffung vorgesehenen Elektrobusse aufladen zu können, wobei die Batterie eines Busses in nur vier Stunden komplett aufgeladen werden kann. Um die notwendige elektrische Leistung für die Ladegeräte bereitstellen zu können wurde auf dem Betriebshof der GVB außerdem eine neue Trafostation mit einer 10 kV- Mittelspannungsanbindung an das bereits bestehende Unterwerk der GVB im Betriebshof angeschlossen und dieses hierfür ertüchtigt. Geladen werden die Elektrobusse ausschließlich mit Ökostrom. 

Zeit hat der Verkehrsbetrieb unterdessen auch in die Schulung der Busfahrer und des technischen Personals investiert. Neben Bedienung und Fahrweise wurden unter anderem die Zusammenhänge von Fahrverhalten, Topografie und Witterungseinflüssen vermittelt, die einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Ladezustand der Batterien und damit die Reichweite der E-Busse haben. 

Das Thüringer Umweltministeriums fördert Busse & Technik in Gera aus Mitteln des Förderprogramms „Modellprojekt Elektrobussysteme" mit rund 1,5 Mio. Damit gehen die Elektrobusse Nummer 30 und 31 im Thüringer Nahverkehr in Betrieb.

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