Gesellschaft

Erfolgsgeschichte Jagdhof

Inhaberin Marion Finke-Schneider und der schon acht Jahre im Jagdhof tätige Svetoslav Stoykov freuen sich auch in diesem Jahr auf viele Gäste in der traditionsreichen Geraer Ausflugsgaststätte. Foto: Lohse

Erschienen am 07.03.2023

Von Jens Lohse 

Gera (NG). Das Ehepaar Roth aus Rohna bei Weida gehört zu den Stammgästen in der Geraer Ausflugsgaststätte Jagdhof. „Es ist ein stilvolles Ambiente im wunderbaren Stadtwald. Mittags ist geöffnet. Die Wildgerichte, die kaum noch ein Lokal in der Gegend anbietet, passen perfekt. Die Weinkarte hat Stil, die Deko ist geschmackvoll. Etwa einmal im Monat bin ich mit meinem Mann hier", lobt Susanne Roth ihre Gastgeber in höchsten Tönen.

Mittlerweile seit 50 Jahren wird der Jagdhof bewirtschaftet. Am 2. Februar 1973 hatte das Traditionslokal erstmals seine Pforten geöffnet. Im Mai 1985 übernahm dann Marion Finke-Schneider mit ihrem damaligen Mann Andreas Finke im Auftrag der HO die Ausflugsgaststätte oberhalb von Schloss Osterstein. „Seit Januar hatte ich schon im Jagdhof mitgearbeitet, um mich an die Gegebenheiten vor Ort zu gewöhnen", verrät die heute 62-Jährige. 

Mit der Wende kamen spannende Zeiten. Erst pachtete Andreas Finke das Objekt mit Marion Finke-Schneider von der Treuhand, ehe sich beide 1993 im Kaufverfahren gegen acht weitere Bewerber durchsetzten. Der „Heimvorteil" half damals vielleicht etwas. „Wir haben immer auf Wildgerichte gesetzt. Bei uns gibt es typisch Thüringische Küche. Fast alles ist Handarbeit. Wir machen jede Soße selbst, schälen auch die Kartoffeln. Die für viele Gäste legendäre Wildsuppe Hubertus steht seit 1985 auf unserer Speisekarte", weiß Marion Finke-Schneider, die das Wild von drei, vier regionalen Anbietern aus Triptis, Gößnitz und Gera bezieht. Über die vielen Jahre ist die Zahl der Stammgäste stetig gewachsen, weshalb der Jagdhof auch die Corona-Zeit mit ihren Lockdowns und Einschränkungen gut überstanden hat. „Die Hilfen des Staates an die Gastronomen sind geflossen. Ich konnte alle Mitarbeiter weiterbeschäftigen und sie neben der Kurzarbeit hinreichend unterstützen. Das war mir sehr wichtig", sagt die Jagdhof-Chefin, die viel in ihr Lokal investiert hat. 

Die Liste der durchgeführten baulichen Maßnahmen ist lang, reicht vom Einbau einer neuen Küche, einer neuen Heizung und der Sanierung der Sanitäranlagen 1994, über die Komplett-Erneuerung der Terasse 2001, die Umgestaltung der Gasträume 2011, der Küche und der Gäste-Toiletten 2014 bis zur Photovoltaik-Anlage auf dem Dach 2019. Während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 wurde das Jagdzimmer nach einem Wasserschaden neugestaltet. „Manchmal muss man auch Glück haben. Im Juni konnten wir dann wieder auf der Terasse öffnen", erinnert sich Marion Finke-Schneider. Derzeit beschäftigt sie sechs festangestellte Mitarbeiter. Hinzu kommen die Pauschalkräfte. „Das sind teils ehemalige zuverlässige Mitarbeiter, die im wohlverdienten Ruhestand sind und mir weiterhin zur Seite stehen, und junge Menschen, die Spaß an diesem Job haben. Das ist ein extrem hohes Gut. Wir helfen einander", freut sie sich über die Unterstützung. 

Die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter ist der 62-Jährigen sehr wichtig. Deshalb hat der Jagdhof seit Januar leicht geänderte Öffnungszeiten. „Es heißt Lösungen und Kompromisse zu finden, um Gästen und Mitarbeitern ein schönes Umfeld zu bieten. Die wunderbare Lage im Stadtwald fordert natürlich auch mobile Mitarbeiter, weil Bus und Bahn doch etwas entfernt sind", weiß Marion Finke-Schneider, die sich unter diesen Voraussetzungen noch viele interessante Momente und Begegnungen im Jagdhof vorstellen kann.

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