Gesellschaft

Für stets trockene Füße

Land investiert 60,5 Millionen Euro für den Hochwasserschutz entlang der Weißen Elster in Gera // Foto: Stadtverwaltung Gera

Erschienen am 11.11.2021

Seit dem Juni-Hochwasser von 2013, das allein in Gera einen Schaden von rund 58 Millionen Euro angerichtet hatte, wurde viel unternommen, um die Stadt und ihre Bevölkerung besser vor Überschwemmungen und den Folgen zu schützen. Es wurde ein Hochwasserschutzkonzept erarbeitet, welches in neun Abschnitten bis zum Jahr 2028 abgeschlossen sein soll. Der nunmehr dritte Abschnitt ist nun fertig. 

Stets trockene Füße wünschen sich alle am Hochwasserschutz-Beteiligten. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, einen Hochwasserschutz für ein hundertjähriges Hochwasserereignis für Wohngebiete wie hier in Gera-Untermhaus direkt an der Weißen Elster gelegen, sicherzustellen. Per Gesetz ist dazu das Land verpflichtet. „Wir haben ein Hochwasserschutzkonzept für 60,5 Millionen Euro auf die Beine gestellt, welches wir in neun Bauprojekten bis 2028 abgeschlossen haben wollen. Mit der Fertigstellung des Abschnitts ‚Untermhäuser Brücke bis Cubabrücke' hat der Freistaat Thüringen einen weiteren wichtigen Baustein gesetzt und bis dato 26,5 Millionen Euro investiert", so der Präsident des Thüringer Landesamts für Umwelt, Bergbau und Naturschutz Mario Suckert. Geplant war für die Hochwasserschutzmauer an der westlichen Uferseite zwischen Cubabrücke und Untermhäuser Brücke eine wesentlich kostengünstigere und sanftere Methode, doch während der Bauphase ist der schlechte Zustand der Brücke zum Verhängnis geworden. „Im Zuge der Sanierungsarbeiten ist herausgekommen, dass die Standfestigkeit der Mauer nicht mehr gegeben war, sodass wir umplanen und neuplanen und letztendlich abreißen und neubauen mussten. Dies hatte auch zur Folge, dass wir ein Jahr verzögert nun erst jetzt diesen Bauabschnitt fertigstellen konnten", so Präsident Suckert. 

Um das Risiko von Überschwemmungen bewohnter Gebiete zu verringern, spielt auch die gezielte Reaktivierung oder Schaffung von Überschwemmungsflächen eine große Rolle. Die bekannteste dieser Flächen ist der Hofwiesenpark. Geras Umweltamtsleiter Konrad Nickschick erklärt die Sinnhaftigkeit dieser sogenannten Retentionsflächen. „Wir können nicht nur Mauern bauen, denn wenn die Badewanne voll ist, läuft auch diese über. So braucht es an anderer Stelle mehr Raum – so in Liebschwitz und später auch in Milbitz und Tieschitz. Auch wenn dies mit scherzhaften Einschnitten verbunden ist, da Kleingärten dafür weichen müssen, ist dies ein notwendiger Schritt. Denn obwohl Hochwasser nicht vollständig abwendbar sind, sorgen alle diese Schutzmaßnahmen für hoffentlich künftig mildere Auswirkungen.

 

Fanny Zölsmann

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