Kultur

1.000 Euro für Posthumus

Stadtrat Ralf Kirchner (r.) übergibt auf dem Johannisplatz 1.000 Euro Spendengeld an Manfred O. Taubert von der Interessengemeinschaft Posthumus-Denkmal im Geraer Kulturbund. Foto: Jens Lohse

Erschienen am 18.03.2024

Von Jens Lohse

Gera (NG). Stadtrat Ralf Kirchner (Bürgerschaft Für Gera) liegt die Unterstützuung des geplanten Posthumus-Denkmals am Herzen. Aus diesem Grund übergab er letzte Woche an Manfred O. Taubert einen Spendenscheck über 1.000 Euro. Das Geld stammt aus den Einnahmen des von Kirch-
ner vor zwei Jahren fertiggestelltem Buchs über die Geschichte der Geraer Gasversorgung. Nachdem Ralf Kirchner eine Abhandlung zur Gas-Historie in Südsachsen in den Händen gehalten hatte, wollte er ein solches Werk unbedingt auch für Gera realisieren. Die Geraer Engergieversorgung (EGG) und die Thüringer Energie-AG (TEAG) unterstützten ihn dabei. Gegen Spenden verteilte er sein Buch, nahm dabei etwa 800 Euro ein, die er nun - mit eigenen Mitteln auf 1.000 Euro aufgerundet - an die Interessengemeinschaft Posthumus-Denkmal im Kulturbund Gera weiterleitete. „Das ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin", saft Ralf Kirchner, der es sich auch zur Aufgabe gemacht hat, einen Teil seiner Aufwändsentschädigung im Stadtrat für gemeinnützige Anliegen einzusetzen. Manfred O. Taubert freute sich und erklärte nochmals, dass die Interessengemeinschaft Posthumus-Denkmal Bestandteil des Kulturbunds Gera ist, der derzeit auf der Suche nach einem bezahlbaren Quartier ist. „Ein Haus der Vereine fehlt leider in Gera", sagte er.
In Sachen Posthumus-Denkmal ist der Stand so, dass der Vertragsentwurf über die Errichtung mittlerweile bei der Stadt liegt und im nächsten Hauptausschuss im April behandelt werden soll. „Noch im Mai vor der Kommunalwahl soll er dann unterzeichnet werden. Die Stadt hat sich ja zu einem Posthumus-Denkmal bekannt", berichtete Manfred O. Taubert. Die Interessengemeinschaft plant eine Internetseite, auf der neueste Informationen veröffentlicht werden sollen. Bei der Fete de la musique am 21. Juni soll das Posthumus-Modell aus Holz und Pappe am Standort vor dem Gymnasium Rutheneum wie im Vorjahr wieder aufgestellt werden. Damals hatte es viel Aufmerksamkeit gefunden, während es später beim Höhlerfest von der Bevölkerung eher nicht wahrgenommen wurden. Auf dem Spendenkonto für das Posthumus-Denkmal ist mittlerweile eine hohe vierstellige Summe eingegangen. Steinmetzbetriebe haben schon ihre Bereitschaft bekundet, sich um den Sockel zu kümmern. Perspektivisch ist auch eine Crowdfunding-Aktion geplant, um weitere Gelder zu generieren. Auch ein Posthumus-Kalender und eine Gedenkmünze scheinen möglich. Etwa 100.000 Euro sind für das Posthumus-Denkmal erforderlich. Von der Stadt Gera gibt es dafür keine Mittel.
Mit der Neugestaltung des Platzes rund um das „Rutheneum seit 1608" war das Fehlen des Denkmals noch spürbarer geworden. Heinrich der Jüngere Reuß von Plauen (1572-1635) mit dem Beinamen Posthumus hatte bereits im Alter von 23 Jahren 1595 die Regierung des Fürstenhauses Reuss jüngere Linie übernommen. Im Verlauf seiner Regierungszeit erwarb er sich Verdienste als Begründer des gewerblichen Wohlstands, durch den Ausbau der Rechtspflege und des Bildungswesens. Die Gründung des Gymnasiums Rutheneum ist sein Werk. Sein Denkmal auf dem Johannisplatz wurde 1863 eingeweiht und 1958 in einer Nacht- und Nebelaktion entfernt und gilt seitdem als verschollen.

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