Kultur

„Querbeet“ bei Eb Dietzsch

Die Stadtbibliothek eröffnete eine Cartoon-Ausstellung. Zu den Besuchern der Vernissage zählten auch Bärbel Klank und Werner Zausch, die sich gemeinsam mit Erhard Lemm über einen besonderen Cartoon amüsieren. Foto: Erika Baumann

Erschienen am 22.09.2023

Von Harald Baumann 

Gera ehrt seinen überragenden Künstler. Einen besonders erwähnenswerten Beitrag leistet dazu der im Oktober 2022 gegründete Eb-Dietzsch-Kunstfreunde e.V. unter Leitung des 1. Vorsitzenden Dr. Matthias Hager und des 2. Vorsitzenden Erhard Lemm. Gemeinsames Anliegen: Das künstlerische Werk des Malers, Grafikers, Bühnenbildners, Zeichners und Cartoonisten Eberhard Dietzsch zu würdigen. Jüngstes Beispiel: In der Stadt- und Regionalbibliothek wurde feierlich die Ausstellung „Eberhard Dietzsch querbeet Cartoons" eröffnet. Sie wird voraussichtlich bis 21. Oktober zu sehen sein. 

Silke Hammer begrüßte als Ausstellungsverantwortliche der Bücherei die etwa 60 Interessenten im Vortragsraum. Der Vorstand des Kunstfreunde-Vereins fühlt sich der Bibliothek gegenüber zu Dank verpflichtet. Denn es war gar nicht so leicht, einen geeigneten Raum für die Vernissage zu finden. Präsentiert werden aus dem reichhaltigen Schaffen von Dietzsch 33 Cartoons, querbeet aus den vielen Sujets des Könners. Den Teilnehmers der Feierstunde, Freunde oder Sympathisanten des Künstlers, wird in Ansprachen des 2. Vereinsvorsitzenden Erhard Lemm sowie des Zeichenkünstlers und Dietzsch-Kenners Ulrich Forchner in Erinnerung gerufen, dass das fleißige Talent etwa 4.000 Cartoons schuf. Der Verein hat davon schon eine Vielzahl katalogisiert, gelistet, fotografiert und digital gespeichert. Forchner spricht von einem beispielhaften Schatz künstlerischer Werke. 

Passend zur Ausstellung und sofort von den Besuchern umringt, hat der Verein seine neueste Schöpfung unter Beifall präsentiert – das schmucke Büchlein „Eberhard Dietzsch – querbeet Cartoons". Es enthält auf 64 Seiten Zeichnungen des feinfühligen Künstlers in großer Spannbreite, also z.B. von politischen Themen bis zur Erotik. Die Publikation ist quasi die Fortsetzung eines Vorläufers („Gesagt, vertan"). Weitere solcher Veröffentlichungen sollen folgen. 

Eine Perle literarischer Betrachtung ist das Vorwort des Büchleins und zugleich Leitgedanke der Ausstellung. Autor Günther Linsel, Kenner und Freund des begabten Künstlers, nennt es „Ein Einstieg in den Cartoon-Garten von Eb Dietzsch" und bringt einen Vergleich: „Wer kann schon von sich sagen, dass er den Garten des Lebens kennen und schätzen gelernt hat. Er kann es, der Vielfachkünstler Eberhard Dietzsch, der Eb aus Gera". Linsel verweist in seiner lesenswerten Betrachtung auf ein Charakteristikum von Eb Dietzsch: „In seinem schöpferischen Leben war er sehr umtriebig und suchte vielerorts nach Anregungen für seine Cartoons. Er war eben auf diesem Wege sehr querbeet unterwegs. In Kultur, Historie und Natur – besonders natürlich im Menschlichen".

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