Politik

Der lange Weg zum Kleinspielfeld Ausschuss für Kultur und Sport lud zu Vor-Ort-Termin nach Scheubengrobsdorf

Westvororte-Ortsteilbürgermeister Erik Buchholz (Mitte) erklärt den Mitgliedern des Ausschusses für Kultur und Sport um dessen Vorsitzende Sandra Raatz (l.) die örtlichen Gegebenheiten auf der Sportanlage des TSV Gera-Westvororte in Scheubengrobsdorf. Foto: Jens Lohse

Erschienen am 21.10.2022

Von Jens Lohse Gera (NG). Im Juli hat der Geraer Stadtrat eine Prioritätenliste zum Integrierten Sportentwicklungsplan beschlossen. Darauf - wenngleich an letzter Stelle - steht auch die Erweiterung der Sportanlage Scheubengrobsdorf durch den Bau eines Kleinspielfelds. Deshalb hatte nun Sandra Raatz als Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Sport zu einem Vor-Ort-Termin Ausschussmitglieder, den Ortsteilrat, das Baudezernat, die Abteilung Sport/Ehrenamt sowie Vertreter des TSV Gera-Westvororte eingeladen. Inhaltlich geht es darum, dass der Verein TSV Gera-Westvororte sportlich in den letzten Jahren eine imposante Entwicklung genommen hat. Mittlerweile spielt man als SG Gera-Westvororte in einer Spielgemeinschaft mit dem JFC Gera in der höchsten Spielklasse des Freistaats, der Thüringenliga. Die materiell-technische Basis vor Ort hat sich aber in diesem Zeitraum nicht dementsprechend mitentwickelt, wenngleich der Verein über viele Jahre durch Eigen- und Sponsorenleistungen die Saarbach-Arena - so der liebevolle Name des Sportplatzes - zu einem Schmuckstück hat werden lassen. Erst im Mai hatte man die Inbetriebnahme einer neuen und sparsamen LED-Flutlichtanlage vermelden können, in die 10.000 Euro investiert wurden. Durch die effizienten Leuchten spart der Verein, der die Sportanlage seit vielen Jahren selbst betreibt, perspektivisch enorme Energiekosten. Weil man aber auch die eigene Nachwuchsarbeit intensiviert und nun wieder selbst Mannschaften im wöchentlichen Spielbetrieb stehen hat, ist die Rasenfläche so stark frequentiert, dass die Qualität des Untergrunds gerade in Schlecht wetterphasen leidet. Während andere Vereine dann bei Regen- oder Matsch-Wetter den Rasen sperren und auf Kunstrasen oder Hartplatz ausweichen, ist dies bei Westvororte mangels Alternativen nicht möglich. Der vorhandene Tennenplatz mit Schlacke-Untergrund ist zu klein, verschlissen und bei schlechtem Wetter kaum nutzbar. Deshalb geht es dem Verein darum, an der Stelle dieses Platz ein modernes Kleinspielfeld zu errichten. Problematisch ist: Man benötigt dazu einen Teil des angrenzenden Grundstücks, das dem Zweckverband Wasser/Abwasser Mittleres Elstertal gehört. Auf dem befindet sich eine alte Brunnenanlage, die einst zur Trinkwassergewinnung genutzt wurde. Durch die Aufhebung der Trinkwasserzone vor Ort vor wenigen Jahren sind solche Bauvorhaben erst möglich geworden. Doch der Sanierungsbedarf ist riesig. Erst wenn das Rückbaukonzept für die Brunnenanlage steht und ausgeführt ist, ist die Stadt Gera bereit, das Grundstück teils oder in Gänze zu erwerben, um dann Baumaßnahmen einzuleiten. Für diese sind wiederum Fördermittel zu beantragen. Westvororte-Ortsteilbürgermeister Erik Buchholz, der auch auf das gemeindliche Entwicklungskonzept zum Thema Dorferneuerung verwies, forderte die Stadt auf, vom Zweckverband - von dem trotz Einladung leider kein Vertreter vor Ort anwesend war - eindringlich ein solches Konzept zu verlangen. An den Kosten für die Planungsarbeiten würde sich der Ortsteilrat durch das Einbringen der Ortspauschale beteiligen. Da der Sportplatz in Scheubengrobsdorf von der Saarbach-Grundschule auch für den Schulsport genutzt wird, sollten sich weitere Möglichkeiten ergeben, das Projekt zu priorisieren. Mehr Weitblick mahnte auch der Westvororte-Vereinsvorsitzende Rene Böhme an: „Unser Platz wird ganzjährlich genutzt. Darunter leidet die Qualität des Rasens, gerade im trockenen Sommer, wenn wir trotz des Überschusswassers vor Ort, das nicht mehr genutzt wird, Trinkwasser zur Bewässerung verwenden." Auch das Thema eines Löschwasserteiches auf dem Grundstück steht im Raum. Unterm Strich bleibt, dass sich alle Vertreter vor Ort ein Bild über die Machbarkeit der Errichtung einer Kleinspielfelds machen konnten. Mögliche Wege dorthin wurden aufgezeigt. Nun kommt es darauf, wie und wie schnell das Zusammenspiel zwischen Stadtrat, Verwaltung und dem Zweckverband Wasser/Abwasser funktioniert, ob eine solche Investition in naher Zukunft durchführbar sein wird.

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