Wirtschaft

Flächenfraß ...

Frank Herrmann

Erschienen am 12.06.2023

... ist es, was nicht nur den Bauern und Waldbesitzern, sondern auch allen Landnutzer- und Naturschutzverbänden die Haare zu Berge stehen lässt. 

Mittendrin in diesem Dilemma stecken aber auch wir, die Jäger! Immer hemmungsloser, aber zugleich mit wesentlich verfeinerter Vorgehensweise werden sowohl landwirtschaftliche als auch forstwirtschaftliche Nutzflächen, werden wertvolle Acker- oder äußerst sensible Waldböden ihrer ursprünglichen Nutzung entzogen. Dies keineswegs auf illegalen Wegen, sondern zunehmend auch gedeckt durch aktuellste Gesetzgebungen. Mit dem „Gesetz zur Erhöhung und Beschleunigung des Ausbaus von Windenergieanlagen an Land (sog. Wind-an-Land-Gesetz)" wurde vielen auch spekulativ agierenden Interessengruppen, aber leider auch vielen „kurzfristig denkenden" Grundeigentümern das Tor zum schnellen Geld geöffnet. Wirkliche auf nachhaltige Bodennutzung ausgerichtete und so deutlich besser den Klimaschutzzielen dienende Ausrichtungen der Bodennutzung scheinen zunehmend in Vergessenheit zu geraten. Einige durch die ALFB unterstützen Thüringer Grundeigentümer klagten gegen das durch die CDU erreichte Verbot von Windenergieanlagen im Wald. Diese wurde durch Urteil des Bundesverfassungsgerichtes gekippt und es besteht nunmehr die Notwendigkeit einer erneuten Änderung des ThürWaldG. Auch dies ist ein kleiner weiterer Schritt dazu, andere Nutzungsarten leichter zuzulassen. 

Zunehmende Überbürokratisierung landwirtschaftlicher Nutztierhaltung, verkomplizierte und „den produzierenden Landwirt" teils überfordernde Antragstellungsverfahren zu Direktzahlung über EU-Agrarförderung, ein 100% Monitoringverfahren aller LN mit Satellitenüberwachung etc. lassen durch die damit verbundenen Auflagen die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft vielerorts schneller sinken. Insolvenzen und spekulativer Bodenerwerb durch eigentlich berufsfremde Großinvestoren erschweren auch die auf Wildtierhege und nachhaltige Nutzung ausgerichtete Jagdausübung in unseren heimischen Revieren. 

Eine unter dem Motto „Erhalt der Biodiversität" teils Stilblüten treibende Naturschutzpolitik mit Heiligsprechung einzelner „Leuchtturmarten" aus dem Tier- oder Pflanzenreich ist inzwischen Gang und Gäbe. Wird weiterhin ohne Einbeziehung der wirklichen Fachwissenschaftler verschiedener Teildisziplinen mit dem Ziel, eine wirkliche komplexe Betrachtung und Auswirkung schon vorab zu erhalten, dann werden sich diese Fehler der Politik in nicht allzu ferner Zeit zu Lasten der ganzen Gesellschaft auswirken. 

Die in der „Leuchtenburger Runde" sich zusammengeschlossenen Landnutzerverbände haben die oben stehenden Probleme sehr wohl erkannt und im Blickfeld. Feld, Wald und Wasser sind die Grundlage und wesentliche Dinge unseres Seins. Landwirte, Waldbesitzer, Fischer und Angler, Jagdgenossen und Jäger ... wir alle sitzen in einem Boot! Und im Gegensatz zur auf der Straße klebenden Zunft gilt unser Motto: „Biodiversität – wir tun was! ... Die Landnutzerverbände!" ... und damit sind wir gemeinsam auf dem einzigen und richtigen Weg! 

Frank Herrmann Redakteur 

Mit freundlicher Genehmigung: Thüringer Jäger, Ausgabe 6/23

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