Wirtschaft

Gärtnerei Eismann feiert Jubiläum

Die Schwestern Konstanze (l.) und Silke Eismann führen die Traditionsgärtnerei in Langenberg bereits seit 1995. Zum Tag der offenen Gärtnerei lässt man sich im Geraer Norden etwas einfallen. Foto: Jens Lohse

Erschienen am 17.04.2023

Von Jens Lohse 

Langenberg (NG). Schon 1903 gründete Gärtnermeister Gustav Eismann in der Langenberger Waldgasse eine Gärtnerei, in der überwiegend Gemüse, aber auch Erdbeeren und verschiedene Zierpflanzen angebaut wurden. In diesem Jahr feiert die Gartenbau & Floristik Eismann GbR ihr 120-jähriges Bestehen. „Unser Betrieb hat in den 120 Jahren viele Höhen und Tiefen erlebt. Das zeichnet uns aus", verrät Konstanze Eismann, die das Unternehmen gemeinsam mit Schwester Silke seit 1995 führt. Während in der DDR Töpfe und Erde rar waren, veränderte sich mit der politischen Wende 1990 die Absatz-Situation grundlegend. „Wir mussten schnell umdenken, unsere gesamte Produktion selbst vermarkten. Dadurch entstanden die Verkaufsstelle an der Gärtnerei und das Blumengeschäft am Hauptbahnhof. Die Gewächshäuser wurden auf neue Technik umgerüstet", erinnern sich die Schwestern, die nach dem Tod von Vater Klaus zunächst gemeinsam mit Mutter Erika den Betrieb fortführten, bis diese 2011 altersbedingt ausschied. 2013 stellte das Elster-Hochwasser die Gartenbau & Floristik Eismann GbR vor neue Herausforderungen. „Die unteren Gewächshäuser standen unter Wasser. Tomaten- und Paprika-Pflanzen gingen verloren. Wir mussten hinterher die Erde austauschen. Die Verluste hielten sich aber in Grenzen", so Konstanze Eismann, die als Gärtner-Meisterin für den Gartenbau zuständig ist. Der Trockenheit begegneten die Eismanns mit großen Regenwassertanks, die momentan nicht ausreichen, das im Sommer wertvolle Nass aufzufangen. „Auf die Natur sind wir angewiesen. Wir leben mit ihr, passen uns an. Da sind die politischen Kapriolen schwerer zu bewältigen", weiß Floristik-Meisterin Silke Eismann. Damit meint sie nicht nur die von ihrem Vater ausdauernd verhinderten Verstaatlichungsbestrebungen zu DDR-Zeiten, sondern auch die gut überstandene Corona-Pandemie oder die rasant steigenden Energiekosten, die das Unternehmen nur schwer schultern kann. 

Insgesamt verfügt die Gartenbau & Floristik Eismann GbR derzeit über 7.800 Quadratmeter zu bewirtschaftende Fläche, von denen 1.400 Quadratmeter unter Glas und Folie liegen. Die Frühjahrsbepflanzung ist durch. Langsam startet der Verkauf von Gemüsepflanzen. „Durch die hohen Preise in den Supermärkten erwarten wir hier einen Aufschwung. Salat- und Kohlrabi-Pflanzen bieten wir schon an. Gurkenpflanzen machen derzeit nur in beheizten Gewächshäusern Sinn. Das gilt auch für Tomatenpflanzen. Die Leute stehen in den Startlöchern. Anfang Mai geht es richtig los", sagt die 55-jährige Konstanze Eismann. 

Am 29. April zum Tag der offenen Gärtnerei haben auch die Eismanns zwischen 9 und 16 Uhr geöffnet. „Wir lassen die Besucher in unsere Gewächshäuser schauen. Sie sollen vor Ort sehen können, was wir anbauen und sich ihre Pflanzen aussuchen können, die sie mitnehmen wollen. Ein Pflanzen-Quiz ist in Planung. Es gibt Kaffee und Kuchen", macht auch Silke Eismann neugierig auf den letzten Sonnabend im April. 

Neu ist, dass die Eismanns im Langenberger Ladengeschäft in diesem Jahr selbstangebautes Gemüse verkaufen. Vom Radieschen, Grünen Salat, Feldsalat und Blumenkohl über Gurken, Tomaten und Paprika bis hin zu Sellerie und Roter Bete wird man dort im Jahresverlauf alles zum Verzehr finden. Sich neuen Herausforderungen zu stellen und diese zu meistern, hat man in der Gartenbau & Floristik Eismann GbR über 120 Jahre gelernt. Auch die fünfte Generation steht schon bereit. Josefine Eismann ist gerade dabei, ihr Master-Studium Gartenbau abzuschließen, um den Traditionsbetrieb perspektivisch fortzuführen.

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