Kultur

Geraer Vereine ermöglichen Ankauf

Thomas Leidel vom Förderverein, Gästeführerin Karin Schumann und Museumsleiter Konrad Kessler (von links) freuen sich über das neue Gemälde für das Stadtmuseum. Foto: W. Hesse

Erschienen am 15.12.2022

Von Wolfgang Hesse 

Das Geraer Stadtmuseum ist um ein Ausstellungsstück reicher. Die beiden Geraer Vereine Stadtführer Region Gera e.V. und der Förderverein Stadtmuseum e.V. ermöglich­ten den Ankauf. Das Ölgemälde zeigt eine stimmungsvolle Geraer Straßenszene um 1930. Zu sehen ist die Schlossstraße mit Blick Richtung Zentrum. Die rechte Bildhälfte wird vom hoch aufragenden Hotelkomplex „Schwarzer Bär" eingenommen. Im Hintergrund sind der Rathausturm und die Einmündung der Sorge zu erkennen. Die Ansicht weckt bei einigen Einheimischen die Erinnerung an die 1950-er Jahre, als der „Schwarze Bär" noch als Gaststätte existierte. Der Künstler war mit hoher Wahrscheinlichkeit der aus dem Erzgebirge stammende Architekt und Designer Albin Müller (1871-1941). Müller war vor allem an der Kunstgewerbeschule Magdeburg und in der Künstlerkolonie Darmstadt tätig und bedeutender Vertreter des Neuen Bauens in Deutschland. Er fertigte unter anderem Entwürfe für die Bugauer Porzellanmanufaktur und schuf den nach ihm benannten Albinmüller-Turm in Magdeburg, eines der Wahrzeichen der Stadt. „Wir haben zwar keinen direkten Nachweis über den Künstler, aber viele Indizien", verrät Thomas Leidel, der Vorsitzende des Fördervereins. Der Förderverein Stadtmuseum e.V. hat aktuell 28 Mitglieder und unterstützt ständig das Stadtmuseum und das bereits seit zehn Jahren. Vielfach ermöglicht der Verein durch die Bereitstellung von Eigenmitteln für das Stadtmuseum die Nutzung von Fördergeldern. „Wir beteiligen uns schon viele Jahre am Weltgästeführertag mit kostenlosen Führungen", erklärt Karin Schumann die Vorsitzende des Gästeführervereins. „Hierbei rufen wir auf, etwas für die Kultur unserer Stadt zu spenden. Jedes Jahr unterstützen wir mit diesen Spenden plus etwas aus unserer Vereinskasse unterschiedliche Kulturprojekte in der Stadt." 

So erhielt letztes Jahr der Geraer „Brummochse" in der Florian-Geyer-Straße einen neuen Körper. Diesmal sei das Stadtmuseum dran und nächstes Jahr eventuell der Ostfriedhof, so Karin Schumann. „Wir möchten die Bürger der Stadt für die Kunst sensibilisieren". Diesem Auftrag fühlen sich auch die Mitglieder des Fördervereins verbunden. Thomas Leidel dankte für die große Geste der Gästeführer als Zuschuss für den Bild-Erwerb. In einer Ausstellung, die für 2023 geplant ist, soll dieses Bild Platz finden. Sie trage vermutlich den Titel „Das Geraer Stadtzentrum im 20. Jahrhundert" und zeigt Gera unter den jeweiligen politischen Verhältnissen, so Matthias Wagner, der Sammlungsleiter und wissenschaftliche Mitarbeiter des Stadtmuseums Gera.

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