Gesellschaft

Im Mekka der Kaninchenzüchter

544 Tiere werden bei der 16. Thüringer Verbandsschau des Landesverbandes Thüringer Rassekaninchenzüchter in der Ronneburger Bogenbinderhalle präsentiert. Foto: Jens Lohse

Erschienen am 24.01.2023

Von Jens Lohse 

Ronneburg (NG). Wieder einmal erwies sich die Ronneburger Bogenbinderhalle als ein würdiger Austragungsort für die 16. Thüringer Verbandsschau des Landesverbandes Thüringer Rassekaninchenzüchter. Löwenköpfchen, Kleinschecken, Zwergwidder, Perlfeh, Sachsengold, Holländer, Seperator, Blaue Holicer, Rote Neuseeländer - insgesamt 1544 Rassekaninchen wurden den Wertungsrichtern präsentiert. „Zwar haben wir einen leichten Rückgang der Zahlen zu beklagen. Aber das ist ein bundesweiter Trend. Das hat nicht unbedingt etwas mit Corona zu tun. Einige Züchter sind noch vorsichtig", verrät Peter Pabst. 

Der 65-Jährige ist seit elf Jahren Landesvorsitzender der Thüringer Rassekaninchenzüchter und war zuvor bereits fünf Jahre lang als Schatzmeister im Vorstand tätig. „Ronneburg ist das Mekka der Kaninchenzüchter. Wir werden in der Bogenbinderhalle sehr gut beherbergt. Solche eine Schau wird als kulturelles Aushängeschild angesehen. Die Stadt Ronneburg unterstützt uns maßgeblich. Die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg steht ebenso hinter uns wie die hiesige Bürgermeisterin Krimhild Leutloff. Früher waren wir auch immer mal auf dem ega-Gelände. Aber die Preise dort sind enorm gestiegen", so Peter Pabst, der auf 30 Jahre Bürgermeister-Erfahrung in Remda bei Rudolstadt verweisen kann. Mit seine Züchterkollegen und geladenen Gästen feierte er Angang Januar im Rahmen einer Festveranstaltung auch das 100-jährige Bestehen des Landesverbands. Weil die Tierzahlen langsam sinken, die Schauen nicht mehr ganz so groß sind, kommt der Landesverband immer wieder gern nach Ronneburg, was auch an den vielen fleißigen Helfern vor Ort liegt. Angeführt von Carsten Steffes, dem Chef des Kreisverbands Gera-Greiz und des Rassekaninchenzuchtverein T 154 Ronneburg sowie Landesvize, wird hier sehr gute Arbeit geleistet. 

Auch gefährdete Rassen haben die Thüringer Rassekaninchenzüchter auf dem Schirm. „Mehr als 80 vom Aussterben bedrohte Tiere wurden präsentiert. Im Rahmen der Biodiversitätsproblematik haben wir dafür auch Sondermittel beantragt, die uns in diesem Jahr vom Land Thüringen aber noch nicht zur Verfügung gestellt wurden", erzählt Peter Pabst, der von einer gelungenen Veranstaltung auch im Zusammenspiel mit den Industrieausstellern sprach und seinen besonderen Dank an alle Mitglieder und Helfer richtete, die für eine ansprechende Schau und ein Erlebnis für die zahlreichen Besucher gesorgt hatten. 

Sorgenfrei blicken die Rassekaninchenzüchter keinesfalls in die Zukunft. „Unabhängig von den enorm gestiegen Energiepreisen sind auch die Futterkosten extrem hoch. Hinzu kommen die explodierenden Impf-Honorare", ärgert sich Peter Pabst. 

„Eine RHD-Impfung - gegen eine für Kaninchen tödliche Erkrankung - kostet statt vorher zwei Euro nun zehn bis zwölf Euro. Bei 100 bis 200 Tieren im Stall häufen sich da Kosten an, die kaum noch zu bewältigen sind", weiß der Thüringer Kaninchenzüchter-Chef. Dagegen will er in den nächsten Wochen ankämpfen, auch wenn man keine Lobby hat und vom Thüringer Landwirtschaftsministerium nur wenig Unterstützung zu erwarten ist. Zumindest war zeitnah ein Treffen mit Ministerin Susanna Karawanskij geplant bei dem Peter Pabst die dringendsten Probleme ansprechen wollte. 

Unterdessen durfte sich Paul Appeldorn aus Uhlersdorf bei Frießnitz abermals über Top-Bewertungen für seine Seperator-Kaninchen freuen. 

Der 23-jährige Landwirt hatte jüngst bei der deutschlandweiten Clubvergleichsschau in der Sächsischen Schweiz Platz eins belegt. Auch diesmal erhielt sein Vatertier 96,5 von 100 möglichen Punkten und damit das Prädikat hervorragend. Im Vorjahr war Paul Appeldorn sogar mit 97 Zählern belohnt wurden.

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